Akemashite omedetō gozaimasu 2017!

Pünktlich zum Jahr des Huhns, toridoshi, viele liebe Grüße nach Japan und allen anderen, die bereits im neuen Jahr sind oder aber in den nächsten Stunden auch noch dahin kommen.

toridoshi1024

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Lesen 2016

Meine Bücher und interessante Artikel, gelesen in 2016:

Leider auch in diesem Jahr nur eine kleine Liste. Das wird auch noch einige Zeit so gehen. Meine Hoffnung jedoch ist, dass es sich in 2-3 Jahren dann doch einmal ändert.

Die Weisheit des Brahmanen – Friedrich Rückert
Ich dachte, dass ich einmal etwas anderes lesen könnte, daher fiel die Wahl auf Friedrich Rückert. Allerdings, dieses Buch ist nicht mein Fall. Rückert schreibt alles in Gedichtform und auch der Inhalt ist nicht das, bei dem ich große Begeisterung entfalte. Ich möchte nicht sagen, das Buch sei schlecht, aber man muss schon eine gewisse Neigung haben, solche Dinge zu mögen.



Die Welt in 100 Jahren – Arthur Bremer
Geschrieben in den Jahren 1909 und 1910, Arthur Bremer fragte verschiedene Experten einen Blick in die Zukunft auf heute zu werfen. Mit dem Wissen von heute und der letzten 100 Jahre ist es schon fantastisch zu lesen, was sich die Autoren vor 100 Jahren gedacht haben, wie es heute aussehen könnte. So manches hat getroffen, so vielen aber hat, natürlich, weit das Ziel verfehlt. Nachfolgend ein paar interessante Beispiele aus dem Buch.

Zunächst noch ein Hinweis, die Texte sind in Altdeutsch (so heißt das glaube ich) geschrieben. Also so, wie vor 100 Jahren auch. Ich war ein wenig überrascht, aber mit ein bisschen Übung geht auch das.

In Summe ist das damalige Weltbild interessant, welches sich auf „heute“ in seiner Projektion widerspiegelt. Asien kommt in seiner heutigen Größe gar nicht vor, Afrika nur als Kolonie. Die Welt von heute, was hat sie sich geändert, was ist sie doch gleich geblieben, nur langsam wird selbst heute erst anerkannt, wie wichtig und mächtig Asien geworden ist.
Vor 100 Jahren bestand die Welt aus Europa, Amerika und Japan. Diese Gruppe soll lt. der Autoren auch heute noch bestehen bleiben, ja eigentlich nur noch stärker und mächtiger. Wie die Welt tatsächlich aussieht und wie sie sich geändert hat, weiß wohl jeder heute nur zu gut.
Im Buch wird der Hoffnung auf Frieden, aber auch dem Expansionswillen der damaligen Zeit Ausdruck gegeben. Unsere Welt heute, das Wunschbild von Frieden aus Überzeugung, militärischer Überlegenheit, dem Bezwingen von Krankheiten, Reduzierung von Verbrechen, die Weiterentwicklung der Technologie. Einiges ging in Erfüllung, einiges erfährt wieder Rückschritte.

Ed. Bernstein – Das soziale Leben in 100 Jahren
Er schrieb „Wir betreiben Raubbau mit den Schätzen der Erde“. Aber auch erwähnte er bereits wie Sonnenwärme und Meereskraft genutzt werden könnten. 100 Jahre später haben wir offensichtlich die gleichen Probleme und betreiben den Raubbau weiter.
Er meinte auch „Aber die großen heutigen Vermögensunterschiede werden unbedingt verschwinden“. Wie sehr er sich doch hier geirrt hat.

Robert Sloss – Das drahtlose Jahrhundert
Ein Volltreffer, „Wir werden einfach auf drahtlosem Wege uns mit der Unglücksstelle verbinden lassen, und wer an diesem Augenblick allein noch nicht genug hat, sondern die Sensation furchtbarer Art ganz auskosten will, der wird, wenn er will, auch das Angstgewimmer der Leute, das Verröcheln der Sterbenden und die Schreie der Hungrigen und die Flüche der Irrsinningen hören.“. Ein Klick, der Fernseher ist an, tägliche Sensationen.

Regierungsrat Rudolf Martin – Der Krieg in 100 Jahren
Wie sah er doch voraus „Volkserhebungen in Europa sind undenkbar, die die europäische Gesamtverfassung und die Regierung aller Einzelstaaten eine sehr freiheitliche und dem Volkeswillen entsprechende ist.“ Fast getroffen, ein wenig vorbei, aber die EU ist (noch) da, ob es jedoch dem Volkeswille entspricht, das möge jeder Leser doch bitte für sich selbst feststellen.

Bertha von Suttner – Der Frieden in 100 Jahren
… so wuchs aus all den verschiedenen Freundschaftsbündnissen langsam ein verbündetes Europa heraus. Noch hieß es nicht so, aber gebärdete sich schon als solches …
Waren wir etwa mit einer EU zu früh dran und hätten uns mehr Zeit lassen sollen?



Psycho – Robert Bloch
Wer kennt nicht den Film „Psycho“ und Norman Bates. Und nein, ich habe mich nicht verschrieben, das Buch ist tatsächlich von Robert Bloch und nicht, wie oft fälschlicherweise dargestellt, von Alfred Hitchcock geschrieben worden. Das Buch genauso spannend wie der Film. Natürlich, denn der Film folgt dem Buch. Ich denke daher, dass man hier nicht mehr viel dazu schreiben muss. Ein spannendes Buch, schnell zu lesen und damit für Zwischendurch gut geeignet.


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Made in Germany – Das beste Gesundheits- und Pflegesystem

Aus gegebenem Anlass, möchte ich hier einmal meine bisherigen Erfahrungen mit dem weltbesten Gesundheits- und Pflegesystem Made in Germany aufschreiben. Weltbestes, nun ja, so wird es ja hier verkauft. Sieht man über den großen Teich, ja dann ist es ja richtig gut. Schaut man allerdings in die andere Richtung, da findet man doch noch einen anderen Service. 

Aber, was fällt mir nun alles dazu ein.

Im weltbesten Gesundheitssystem,

  • haben Hausärzte einen Aufnahmestopp,
  • haben Hautärzte Wartenzeiten von teilweise 6-9 Monaten,
  • musst du selbst bestimmen, welche Art der psychologischen Unterstützung du benötigst,
  • und zuvor selbst herausfinden, dass es verschiedene Arten der Behandlung überhaupt gibt,
  • musst du dich im Vorfeld der Behandlung über deine Krankheit, deren Namen du noch nicht kennst, informieren, damit du die richtigen Fragen und Behandlungen von deinem Arzt erhältst, denn der berät dich nicht mehr umfassend – vielleicht darf er es ja auch nicht,
  • musst du als krebskranker Patient selbst Behandlungsunterlagen zwischen den Kliniken hin und her tragen. Elektronisch ist offensichtlich zu neu,
  • wird dir als krebskranker Patient erklärt, dass du den Anspruch auf einen Schwerbehinderten-Ausweis hast, dann auf 30% eingestuft wirst, es dir leider aber so gut wie nichts bringt,
  • bekommst du deinen Entlassungsbericht 6 Wochen nachdem du zu Hause bist,
  • wirst du als Angehöriger mit über 80 Jahren aufgefordert, alles zu tun, um deinem Ehepartner einen Pflegeplatz zu organisieren. Dies bedeutet Formulare ausfüllen, die man nicht versteht, dich mit Krankenkasse, Pflegekasse, Sozialdienst, Pflegeheim, Ärzten, Stadtverwaltung, Pflegedienst und orthopädischen Geschäften auseinandersetzen und das alles koordinieren, neben den Besuchen deines Ehepartners und deinen eigenen Krankheiten; du musst hierzu auch eine Geburtsurkunde besorgen, weil ein Perso reicht in Deutschland nicht aus;
  • gibt es keine zentrale Koordination aller Aktivitäten rund um die Pflege, einen Care Manager wie z.B. in Japan, der Care Manager bist du dann im stolzen Alter, der Sozialdienst im Krankenhaus vergibt nur die Arbeit,
  • findest du dann irgendwann heraus, dass es sogar im Kreis einen Pflegestützpunkt gibt, der auf seiner Homepage verspricht, dass dort auch koordiniert wird, dann fühlst du dich gut und rufst an. Leider aber steht das dort nur, gemacht wird es aber nicht,
  • gibt es nicht in jedem Landkreis eine Übersicht über freie Pflegeplätze,
  • musst du zufällig feststellen, dass der Aufenthalt in der Geriatrie in einem Krankenhaus als Rehabilitationsmaßnahme gilt, obwohl Klinik und Rehabilitation zwei verschiedene Dinge sind.

Ja, so sieht das weltbeste System aus, wenn du in Deutschland lebst und es genießen kannst. Da macht auf jeden Fall alt werden viel Spaß.

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Vertrauen als Grundfaktor

Führungskultur: In den Unternehmen werden sich auch viele Chefs verändern müssen.

Dies waren die Überschriften in einem sehr interessanten Artikel der VDI-Nachrichten vom 25.11.16 von Claudia Burger über die Arbeitswelt 4.0. Leider kann man den Artikel nicht öffentlich einsehen, daher möchte ich hier eine Zusammenfassung geben und auch gleichzeitig meine Kommentare hierzu einfließen lassen.

Früher hieß es, dass Hierarchien abgeschafft werden, jedoch bestehen sie weiterhin, nur werden sie sich, lt. Heike Bruch, Professorin an der Universität St. Gallen, in ein neues Führungsmodell wandeln. Es soll mehr intrinsisch motiviert werden, sich Wohlfühlen im Unternehmen, eine Kultur der transformalen Führung, bei der es dem Arbeitnehmer ermöglicht wird, in seiner Arbeit einen Sinn zu sehen. In Deutschland jedoch ist diese Art der Führung deutlich unterrepräsentiert. Derzeit würden nur 15% der Firmen diese Form oder wenigstens Elemente daraus umsetzen.

Es gilt die Beschleunigungsfalle zu überwinden und auch einmal einen Schlusspunkt zu setzen, wenn ein Projekt beendet ist. Ansonsten drohe die Gefahr des Burn-outs und herabgesenkte Produktivität.

Bei IBM scheint dies bereits umgesetzt. Wichtig hierbei ist, lt. Norbert Janzen, Geschäftsführer Personal IBM Deutschland, dass hier die Ängste der Mitarbeiter ernst genommen werden und eine Unterscheidung zwischen Automatisierung und Digitalisierung gemacht wird. Er unterscheidet Digitalisierung als „eine Unterstützung in der Nutzbarkeit des Wissens des Menschen für seine Tätigkeit“ und Automatisierung als „Ersetzbarkeit von Arbeitskraft“. Gerade letzteres erleben wir ja bereits schon längere Zeit und ist kein neues Phänomen, wahrscheinlich wird es im Moment und in näherer Zukunft nur deutlicher.

Es wird daher einen Wandel der Berufsfelder geben und Firmen können nicht bei der Entwicklung ihrer Mitarbeiter stehen bleiben. Beispiele dieser Digitalisierung sind IBMs Watson oder auch 3-D-Druck in Zahnarztpraxen. IBM stellt daher seinen Mitarbeitern zahlreiche Lernplattformen zur Verfügung. Jeder Mitarbeiter ist aufgerufen, sich 40h pro Jahr fortzubilden, Online oder Classroom, es existieren Collaboration-Tools und -plattformen, die zur Vernetzung der Mitarbeiter dienen, aber auch ihre Skills hervorheben, die dort gegenseitig bewertet werden.

„Soziale Netzwerke sind die Produktionsstraßen von heute.“ (N. Janzen)

Aus all dem müssen Vorgesetze ein neues Rollenverständnis entwickeln. Sie werden nicht mehr der alleine Anlaufpunkt für Fragen und Probleme sein, dies wird vom Netzwerk übernommen. Grundlage für den Wandel ist „Vertrauen“, welches wiederum mit Erfahrung zu tun hat. Hier ist nicht nur das Vertrauen zwischen Menschen gemeint, sondern auch in das Vertrauen in soziale Netzwerke.

Kritische Feedbacks werden ernst genommen und zwar über die ganze Führungshierarchie hinweg. Es kommt eine Antwort und es existiert ein positive Fehlerkultur. Fehler dürfen gemacht werden und negatives Feedback ermöglicht aus den Fehlern zu lernen und sich selbst weiter zu entwickeln.

Ein weiterer Punkt im Artikel ist das mobile Arbeiten. Interessant fand ich, dass bei vielen Firmen u.a. IBM „das alleinige Bekenntnis zum rein mobilen Arbeitsplatz oder alleinigen Homeoffice“ vom Tisch ist. Es ist wichtig, „die Leute wieder zusammenzubringen und zu entwickeln“. Es ist daher ein großer Anspruch an Führungskräfte hierbei die Balance zwischen der Zusammenführung der Teams und deren Mobilität und Flexibilität zu gewährleisten.

Matthias Horx, Zukunfts- und Trendforscher, sagte einmal „Die Arbeit an den Menschen anzupassen anstatt umgekehrt – das wäre eine Hochleistung der Kultur.“

 

– Bei der Verwendung verschiedener Inhalte dieses Artikels bitte das Copyright beachten –

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Mit DPDHL hin und rück

Mein Lieblingsunternehmen, die DPDHL, hat mal wieder ganze Arbeit geleistet. Da wurde doch vor ein paar Wochen uns ein Päckchen zugeschickt. Es kam und kam nicht. Nachverfolgen konnte man es leider nicht. Plötzlich und ganz unerwartet, eine Nachricht vom Absender, was ist nur los, das Päckchen ist zurück?!

Zurück? Warum? Ein Bild geschickt, dort steht doch meine Adresse, was ist nur los?

Dazu gibt es ja nun das DPDHL-Twitterteam, was ja auch hilfsbereit helfen wollte. Die erste Frage, ob denn überhaupt meine Adresse fest an der Klinkel angebracht sei. Ich habe mit einem bestimmten „Ja“ geantwortet. Nun dann, dann brauchen wir ein Bild.

Das Bild habe ich dann hingeschickt. Dort standen neben anderen Zahlen auch eine 7 (für DPDHL-Mitarbeiter: sieben) und eine 9 (wieder für DPDHL-Mitarbeiter: neun). Jetzt wurde dies ja dort handschriftlich angebracht und Handschriften lesen, ist ja nicht jedermanns Sache. So auch nicht, die der DPDHL-Mitarbeiter. Die Support-Kolllegen jedenfalls haben sich alle Mühe gegeben, alle Zahlen, die falsch zu lesen sein konnten, auch falsch zu lesen. Welch Zufall! Da wurde aus einer 7 eine 2 (zwei) und aus der 9 mal schnell eine 8 (acht), klar?

Die Vermutung, der zustellende Kollege hat die gleichen Fähigkeiten, wie die im Support. Da ja aber der Absender dies nicht wusste, ist der damit einfach schuld, DPDHL unschuldig, Sache für die erledigt, den Schaden trägt der Absender, klar.

Ich hatte den Support-Kollegen vorgeschlagen ihren Job zu wechseln und auch, ob in Zukunft die Zahlen ausgeschrieben werden sollen. Sie meinten, wie denn sonst. Wie dämlich, wahrscheinlich wussten sie gar nicht was ich gemeint hatte. Aber vielleicht liest dies ja hier jemand, der es ihnen vorlesen kann. Ich meinte, wenn wir eine Postleitzahl, z.B. 12345 haben, dann sollte in Zukunft Eins-Zwei-Drei-Vier-Fünf geschrieben werden. Aber wahrscheinlich erwische ich dann den Austräger, der nur Zahlen lesen kann und keine Buchstaben.

Jetzt wurde aber das Päckchen ein 2. Mal (zweites Mal) gesandt. Es kam an! Oh! Die gleiche Adresse, die gleiche Handschrift und jemand bei DPDHL kann es lesen. Ich glaube, dieser Mensch ist eigentlich überqualifiziert oder einfach noch zu neu und weiß nicht, dass er damit den Empfänger glücklich macht.

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Zoll und so (Teil 3) – story telling –

Im dritten Teil der vorläufige Abschluss unserer Erfahrung mit dem Deutschen Zoll. Teil 1 zeigte ja, wie naiv wir waren, Teil 2 wie wir nochmals überrascht  wurden und in Teil 3 nun kann man erfahren, wie man von mit Steuergeldern bezahlten Staatsdienern behandelt werden kann. Ich kann mir mittlerweile sogar vorstellen, es geht noch schlimmer, was in den Amtsstuben des Deutschen Zolls passiert.

Teil 2 endete, dass wir grübelnd nach Hause gefahren sind, nachdem wir zweimal wieder beim Zoll waren. Zu Hause angekommen, ging uns das Passierte nicht aus dem Kopf. Die Verpackung weggeworfen und dreist behauptet, dass sie nichts weggeworfen hätten, einfach gesagt, impertinent.

Was können wir tun?

Nach ein bisschen Überlegung, wir beschweren uns. Ein Anruf bei der Zollauskunft, das geht bei der übergeordneten Behörde, also dem Hauptzollamt Stuttgart. Wir also alles aufgeschrieben und hingeschickt. Nach 2 Wochen kam ein Brief von der Chefin, Dienstaufsichtsbeschwerde und wir nehmen ihre Beschwerde sehr ernst. Aha, also, die Gerechtigkeit nimmt ihren Lauf, mein Weltbild ein wenig gekittet. Das Wort klingt ja ziemlich gewaltig.

Dazwischen nun plötzlich ein Brief mit der Aufforderung, das Paket endlich zurückzuschicken, natürlich unter Androhung einer Strafe. Ich habe also beim Hauptzollamt nachgefragt und der Herr für Öffentlichkeitsarbeit will es klären. Gleichzeitig habe ich ihm mein Leid geklagt und er versprach, den Brief bald uns zu schicken. Weiterhin versprach er uns einen Aufschub von 4 Wochen zu geben und auch die Möglichkeit, das Paket über den Deutschen Zoll zurückzuschicken. Der erste Servicegedanke, der bisher aufgetaucht ist. Gleichzeitig empfahl er mir, uns direkt mit der Marktüberwachungsbehörde in Verbindung zu setzten und eine erneute Überprüfung zu veranlassen.

Wir wollten nicht so recht glauben, dass hier die interne Kommunikation so einfach verläuft und haben zunächst auf den weiteren Brief geantwortet. Passiert ist daraufhin nichts, war ja auch so gedacht.

Die Antwort auf unsere Beschwerde jedoch lies auf sich warten. Ich also mal wieder den Herrn für Öffentlichkeitsarbeit angerufen, es hätte ja sein können, dass ich mich verhört hatte. Aber nein, der Brief war noch nicht weggeschickt, kommt aber bald. Und dieses Mal, kam er wirklich. Was jedoch darin stand, hatte nicht im Entferntesten damit zu tun, was wir erwartet hatten. Daher hier eine kurze Zusammenfassung und der Leser möchte bitte einmal vergleichen, was ich bisher geschrieben hatte.

Da steht zunächst einmal eine lange Erklärung, was der Zoll macht und ist und vor allem was er nicht ist. Also die typisch deutsche Art Verantwortung und Zuständigkeiten abzulehnen.

Im interessanten Teil dann, nochmals die Aufzählung des Ablaufs aus Zollbeamtensicht. Da steht, dass wir bei unserem ersten Besuch die Ware angemeldet hätten. So gehört es sich auch, klar. Beim zweiten Besuch hätten wir nach der Umverpackung und der Begleitunterlagen gefragt, die durch den Deutschen Zoll vernichtet worden ist. „Dieser Aussage wird von den beteiligten Abfertigungsbeamten übereinstimmend widersprochen. Diese Umverpackung wäre, lt. den rechtschaffenden Beamten, bei meinem dritten Besuch (?) in kleine Teile, Schnipsel, geschnitten worden und vernichtet worden.

Nochmals also zum Mitdenken. Ich war, lt. der Beamten, also ein drittes Mal da und habe an diesem Tag alles zerschnitten, vor den Augen einer Abfertigungsbeamtin, die das dann für mich entsorgt. Grotesk und völlig absurd, oder? Und beim zweiten Mal, hätte ich nach dem Dokument gefragt. Lt. Darstellung des Deutschen Zoll, war ja hier noch alles vorhanden und es wurde somit nichts gefunden. Die Anforderungen, den zeitlichen Verlauf zu verstehen, sind doch recht groß.

Und irgendwie gab es noch einen vierten Besuch, der zeitlich jedoch in keinem Zusammenhang stand.

Wir waren sprachlos und mir ist als erstes das Sprichwort mit den Krähen eingefallen. Kein Wort einer Entschuldigung, kein Wort davon, dass uns angeboten wird, das Paket auf Kosten des Zoll zurückzuschickt, ja wir wurden erneut aufgefordert, das Paket zurückzuschicken und es wurde sogleich wieder der Zeigefinger erhoben und eine Strafe angedroht.

Das ist also Deutschland, das sind ehrbare deutsche Beamten.

In der Zwischenzeit hatten wir uns mit der Marktüberwachungsbehörde in Verbindung gesetzt. Dort wurde uns schnell (!) geantwortet. Ja ich konnte sogar mit dem Sachbearbeiter direkt sprechen, der mir den komplizierten Sachverhalt freundlich (!) erklärte. Es ist nicht nur ein Gesetz, nicht nur eine Vorschrift, nein, es sind derer viele und in Kombination anzuwenden. Selbst was als Produkt bezeichnet wird, ist geregelt und weiß bestimmt nicht jeder Otto-Normalverbraucher. Insgesamt ist es noch komplizierter als gedacht und hier dargestellt. Was er jedoch empfahl, um die Ware nach Deutschland zu bekommen war, dass wir sie bei einem Urlaub in Japan einfach dort kaufen und im Koffer nach Deutschland bringen. Nein, oder?

Wenn ich mir also eine Ware im Ausland kaufe, sie mir schicken lasse, dann habe ich größte Schwierigkeiten, sie in den Verkehr, also in meinem Fall, Eigenanwendung, zu bringen. Da will mich jeder vor allen möglichen Gefahren behüten und beschützen und mir alles mögliche vorschreiben, was ich zu tun und zu lassen habe. Da scheint das propagierte Weltbild des freien Welthandels, doch nicht so frei zu sein. Wenn ich sie jedoch im Koffer habe, dann interessiert nur noch der Preis, wegen der möglichen Steuereinnahmen, und Sicherheit? Pustekuchen, interessiert kein Schwein und auch nicht den Zoll oder die nachgelagerte Marktüberwachung, die Regierung und das EU-Parlament. Da wird also viel Aufheben um Sicherheit gemacht, viele Zollbeamten beschäftigt und wenn ich reise, dann ist fast alles egal. Das muss man nicht gleich verstehen.

Also aus Sicht der Marktüberwachung erhalten wir im Moment das Gerät also nicht. Bleibt der mehr als unverschämte Brief. Um hier nichts falsches zu machen, einfach mal die Frage an unseren Anwalt. Der erklärt mit, dass eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein stumpfes Schwert sei. Unter Juristen gilt auch  „Sie ist formlos, fristlos und fruchtlos“. Wozu dann der ganze Aufwand, so etwas zu etablieren? Da könnte man doch ganze Heerscharen an Beamten einsparen, die sich solch einen Blödsinn ausdenken und verwalten.

Die nächste Möglichkeit wäre eine Gegendarstellung zu verfassen, Erfolg nahe Null. Oder aber die nächst höhere Dienststelle, wir sind also bald beim EU-Parlament, den Fall nochmals darlegen, aber auch hier wird der Erfolg eher bescheiden ausfallen.

Wir kamen auch noch kurz auf den Gedanken, dies alles als „Persönlich“ zu deklarieren. Haben wir aber verworfen, da es zu Diskussionen führen könnte, selbst wenn es stimmte. Auch ist es in diesem Fall wahrscheinlich sogar kriminell.

Aus den Erklärungen kamen wir auf eine weitere Möglichkeit nämlich, wenn man die Ware trennt, in diesem Fall, 2 Teile und zuschicken lässt. Bei Päckchen Nummer 1 könnte es aber zur Anwendung anderer Gesetze führen, könnte aber auch klappen. Bei Päckchen Nummer 2 würde ich mir dann ganz einfach den Adapter schicken lassen. Falls es dann gefunden wird, wird es wieder zurückgeschickt oder vernichtet, das kennt man ja jetzt. Wäre aber nicht ganz so schlimm, denn dann könnte man ja etwas mit EU-Stempel kaufen, ginge also. Aber auch hier haben wir uns dagegen entschieden, ist viel zu aufwändig und wahrscheinlich letztendlich nicht legal.

Wir haben daher unseren Disput auf Eis gelegt. Jedoch haben wir uns geschworen, ein nächstes Mal wird es nicht geben. Folgende Maßnahmen haben wir uns ausgedacht.

  • Beim nächsten Zollbesuch werden wir alles fotografieren, alleine schon, um die Beamten zu schützen, damit sie sich keine Lügen ausdenken müssen, schließlich wollen sie ja ihre Pension erreichen.
  • Sollte es trotzdem dann wieder zu Unstimmigkeiten kommen, kommt nur noch der Gang zu Anwalt und eine Klage in Frage. Eine Dienstaufsichtsbeschwerde hat keinen Sinn und ist auch völlig sinnlos.
  • Den Tipp mit dem Koffer werden wir uns ganz bestimmt merken und uns über die Gesetzgebung freuen, wenn wir die EU-Grenze auf dem Rückweg mit einem breiten Grinsen überschreiten.

Betrachten wir nun noch mein Fazit. Der Deutsche Zoll mit seinen Beamten ist die bisher unfreundlichste Behörde, in den verschiedensten Richtungen, die mir je begegnet ist. Service scheint unvereinbar mit dem Deutschen Zoll zu sein. Ein Relikt aus alten Tagen in Deutschland. Sie dürfen sich alles erlauben, bis hin zur Lüge, ohne die Gefahr einer Strafe. Warum sie lügen? Nun, vielleicht steckt ja noch mehr und größeres dahinter. Aber das wäre nun Kopfkino oder Verschwörungtheorie und führt zu weit, denn Beweise liegen mir auch nicht vor, aber denken darf man es doch noch.

Dies ist Deutschland im Jahre 2016, unglaublich nicht?

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Zoll und so (Teil 2) – Vernichtet –

Hier nun Teil 2. Nachdem wir ja völlig unwissend Kontakt mit dem Zoll hatten, stellt sich nun heraus, es war noch nicht alles, was wir über den Zoll nicht wissen.

Das kleine Geräte war nun wieder in Japan und unser Lieferant hat uns erklärt, dass sie nun eine Erklärung der Sendung beilegen. Diese Erklärung besagt, dass alles konform ist und es hatte auch so bisher immer funktioniert. Wir stimmen zu, was auch sonst.

Es kam wie erwartet, der Brief, die Ware liegt beim Zoll und unser nächster Besuch beim Zoll. Die gleiche Frau, sie kennt uns ja schon und meinte, dass wir doch wüssten, dass wir so ein Gerät nicht einführen dürften und nahm die Ware mal schnell an sich.

Wieder viel Papier, wieder Kaution, wieder Digitalfotos und wieder eine Überprüfung bei der Marktüberwachungsbehörde. Also eine andere Behörde als der Zoll – wirklich, die ist ganz anders. Dieses Mal aber, waren wir vorbereitet, kennen die Begriffe, hatten uns erkundigt und hatten ja auch diese Bescheinigung beilegen lassen.

Der nächste Brief kam, wir sollen das Gerät wieder zurückschicken oder vernichten lassen, so wie in Teil 1. Zurückschicken? Und wozu dann diese Erklärung? Zwei Fragen, die nur vom Zoll geklärt werden können. Wir also hin.

Bei unserem zweiten Besuch (wichtig, bitte merken) dann, wurde von dieser Frau die Ware geholt. Sie, die Ware, kam, oben drauf ein Stückchen der Luftpolsterfolie mit dem Versandschein. Ich habe gefragt, wo denn die Herstellererklärung sei, die war auf der Umverpackung aufgeklebt. Da meinte diese Frau doch glatt, das wäre alles, was hier vor uns stünde. Also nochmals die Frage, wo ist der Rest der Verpackung. Da wäre keine weitere Verpackung dabei gewesen, das sei alles. Also ich glaubte, ich wäre im falschen Film.

Nur um dies nochmals bildlich darzustellen. Um die Ware ordentlich mit Luftpolsterfolie zu verpacken, benötigt man ca. 1 qm von der Folie. So ein Paketschein oben drauf ist ca. 15cm x 20cm groß, nicht viel mehr ist auch von der Luftpolsterfolie übrig. Diese Frau, eine Beamtin des Deutschen Zolls, behauptet also voller Überzeugung, dass hier nur diese 0,3 qm Luftpolsterfolie zur vollständigen Verpackung benötigt worden sei.

Nun, nach einigem hin und her, das kennt man ja schon aus Teil 1 und scheint die Masche dieser Frau zu sein, endlich, ja der Rest der Verpackung wurde weggeworfen. WEGGEWORFEN! Meine Ohren sind ja noch recht gut, aber das? Da wird also vom Deutschen Zoll, von einem deutschen Beamten Beweismaterial vernichtet, ohne dass der Fall abgeschlossen ist. Mein Weltbild vom integeren Beamten zerbrach.

Wir haben zwar dann noch, gut versteckt, einen weiteren Zettel gefunden. Der jedoch hatte die Aufschrift „Invoice“ und war leider nicht die Erklärung, nach der wir suchten.

Wir haben dann noch einen Kollegen geholt, der für die Digitalbilder und den Kontakt zur Marktüberwachung zuständig ist. Er meinte nur, dass nichts mehr da sei und verschwand, aus unserer Sicht, mit schlechtem Gewissen.

Wir also mussten dann die Ware wieder unter zollamtlicher Überwachung zurückschicken oder vernichten lassen. Wir haben uns auch dieses Mal fürs zurückschicken entschieden und gingen. Was jedoch passiert ist, ging uns nicht aus dem Kopf.

Es kommt jetzt noch ein Teil 3. Der erscheint separat, sonst wird es hier einfach zu lang.

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