Senioren am Limit – das Pflegeheim

Oder das, was dir in Deutschland niemand sagt.

Durch die Erfahrungen mit meinen Eltern, die beide pflegebedürftig wurden, musste ich feststellen, dass zwischen dem romantischen Bild der Politiker von der Pflege und der Realität eine Lücke besteht. Eine Lücke, bei der Senioren und deren Angehörige regelmäßig alleine gelassen werden. Niemand sagt dir in der Regel, was du wissen solltest, es sei denn, du fragst.

Das geschieht in Deutschland. Täglich. Monatlich. Jährlich. Tausendfach.

Ich möchte zumindest meine Erfahrungen mit dir teilen und hier über einzelne Themen schreiben, die mich viel Zeit und viele Emotionen gekostet haben. In meinem letzten Beitrag ging es um Demenz. Heute möchte ich über den Umzug ins Pflegeheim schreiben.

Der Umzug ins Pflegeheim ist ein einschneidender Punkt im Leben des Betroffenen, aber auch der Angehörigen. Ich denke, sofern er aus eigener Motivation heraus geschieht, ist er für alle emotionsärmer.

In unserem Fall ging es nahezu schlagartig. Schon während des Krankenhausaufenthaltes war klar, dass es keinen Weg mehr zurück nach Hause gibt. Ab sofort beginnt die Suche nach einem stationären Pflegeheimplatz. Das machst du alleine, hierbei hilft dir niemand. Es gibt zwar verschiedene Suchmaschinen hierfür (sh. unten) oder auch Listen, die du vom Pflegestützpunkt erhalten kannst, jedoch gibt es keinen zentralen Überblick, ob dort auch ein Platz frei ist.

Du kannst jedes einzelne Pflegeheim anschreiben oder auch anrufen. Manchmal erhältst du eine Antwort, manchmal wir dir auch nicht geantwortet. Pflegeheime präsentieren sich als die geeignete Stelle für deinen Angehörigen. Allerdings ist mein Eindruck, dass sich dahinter starke wirtschaftliche Interessen verbergen. Pflegeheime wollen auch nur pflegeleichte Bewohner. Hierüber werde ich dann im nächsten Artikel berichten.

Um bei der Suche nach einem geeigneten Heimplatz Zeit zu gewinnen, hatten wir zunächst einen Platz in der Kurzzeitpflege gesucht. Dieses hatten wir dem Sozialdienst des Krankenhauses überlassen (Senioren am Limit – die Krankenhausanmeldung). Wir hatten dann das Glück, dass wir dort die stationäre Pflege anschließen konnten. Ich kann nicht sagen, war passiert wäre, wenn es sich nicht so gefügt hätte. Ich denke, es wäre eines der Probleme, die man nicht haben möchte.

Eine Alternative zum Pflegeheim bietet eine 24-h-Hilfe. Dies kam allerdings für uns nicht in Betracht, so dass ich hierzu keine Erfahrungen teilen kann.

Bisher konnte dies alles noch gut von der Krankenkasse und auch der Pflegekasse bezahlt werden. Ab sofort jedoch musst du zuzahlen und das nicht zu knapp. Der durchschnittliche Eigenanteil im ersten Jahr liegt bei (weit) über 3.000 EUR. Sofern du mehr Komfort möchtest, kommen Beträge in der Höhe von 5.000 EUR oder 6.000 EUR auf. Dein Eigenanteil wird in den Jahren 2, 3 und 4 durch einen höheren Zuschuss der Pflegekasse etwas geringer.

Dein Rentenbetrag reicht dafür nicht aus. Deine Ersparnisse sind endlich. Deinen Besitz wirst du als nächstes verlieren. Es ist deprimierend. Der nächste Weg nach Rente, Ersparnisse und Eigentum geht zum Sozialamt. Soweit sind wir noch nicht. Allerdings braucht man sich keine Gedanken zu machen, dass man sein Eigentum noch schnell verschenken kann, in der Hoffnung, es zu retten. Soweit ich hierüber gelesen habe, können Schenkungen vom Sozialamt bis zu 10 Jahre zurück übertragen werden. Bleiben noch die Kinder, die eventuell auch noch bei den Zahlungen herangezogen werden. Hierbei gibt es eine Grenze von 100.000 EUR Einnahmen, bis zu der keine Zahlungen geleistet werden müssen. Es zählt auch nicht das Familieneinkommen, sondern einzig und alleine das des Kindes.

Von dem Vermögen verbleiben zum Schluss noch 10.000 EUR, die nicht für die Finanzierung des Pflegheims herangezogen werden dürfen. Diese sind für die Beerdigung vorgesehen.

Plegeplatzsuche:

Es hilft nicht viel, aber wenn man in eine Pflegeheim umzieht, wechselt über kurz oder lang auch dein erster Wohnsitz. Ist dieser in einem Pflegeheim, dann musst du keinen Rundfunkbeitrag (GEZ) mehr zahlen. Die Abmeldung kann online erfolgen. Allerdings scheint dort die Digitalisierung unterbrochen worden zu sein. Denn nachdem alles ausgefüllt ist, muss anschließend der Antrag ausgedruckt werden und per Post der Behörde zugesandt werden. Willkommen in Deutschland.

Ich hoffe, dieser Text hilft dir ein wenig. Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht und wertvolle Hinweise? Dann hinterlasse gerne unten einen Kommentar.

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Dies ist keine Rechtsberatung. Die dargestellten Situationen, Erfahrungen und Lösungen beruhen auf eigenen Erlebnissen.

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Senioren am Limit – Demenz

Oder das, was dir in Deutschland niemand sagt.

Durch die Erfahrungen mit meinen Eltern, die beide pflegebedürftig wurden, musste ich feststellen, dass zwischen dem romantischen Bild der Politiker von der Pflege und der Realität eine Lücke besteht. Eine Lücke, bei der Senioren und deren Angehörige regelmäßig alleine gelassen werden. Niemand sagt dir in der Regel, was du wissen solltest, es sei denn, du fragst.

Das geschieht in Deutschland. Täglich. Monatlich. Jährlich. Tausendfach.

Ich möchte zumindest meine Erfahrungen mit dir teilen und hier über einzelne Themen schreiben, die mich viel Zeit und viele Emotionen gekostet haben. In meinem letzten Beitrag ging es um die Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Dienst. Heute möchte ich über Demenz schreiben.

Demenz ist für mich eines der grausamsten Dinge, die die Natur einem Menschen antut. Nicht nur der an Demenz Erkrankte ist betroffen, auch seine Angehörigen. Es gibt nicht die eine Demenz, sondern verschiedene Ursachen und betroffene Gehirnbereiche. Eine Demenz entwickelt sich schleichend, aber auch in Schüben. Ich stelle es mir für die Betroffenen schwierig vor, wenn sie bemerken, dass sie die Kontrolle über ihr Leben verlieren. Später, wenn die Demenz weiter fortgeschritten ist, leben die Betroffenen in ihrer eigenen Welt und es ist schwierig für ihre Angehörigen, dies zu verstehen und die Veränderung zu akzeptieren. Es ist wichtig, dass Demenzerkrankte in einer passenden Umgebung leben, die ihnen Sicherheit vermittelt.

Ich musste hierbei viel lernen. Zu Beginn machte mich die Veränderung wütend. Wie kann mein Vater nur so etwas sagen oder tun? Später lernte ich, dass er in seiner eigenen Welt lebt. Jede Diskussion verwirrt ihn, macht ihn unsicher. So konnte ich langsam die Veränderung akzeptieren und Schritt für Schritt besser damit umgehen. Meine Wut verschwand und es kam mehr und mehr Fürsorge auf. Aber auch etwas, auf das ich nicht gefasst war, nämlich Trauer (antizipierte Trauer). Trauer darüber, dass ich etwas in dieser Beziehung verliere, dass ich den Menschen, den gemeinsamen Austausch über Erinnerungen und meine bisherige Rolle verliere. Niemand klärt dich hierüber auf, bis du an diesem Punkt bist, und du kein Wort für deine Gefühle hast, aber es ist Trauer.

Was kann ich also für ihn tun? Bis zu einem gewissen Punkt kann ich versuchen, all die Dinge, die nicht mehr von ihm selbst geregelt werden können, durch Hilfe von außen oder die Übernahme von Aufgaben auszugleichen. Das fängt klein an und steigert sich mit der Zeit. Um dir ein paar Beispiele zu geben: Aussagen werden öfters wiederholt, Fragen werden öfters hintereinander gestellt, Dinge werden nicht mehr an ihren Platz gelegt und anschließend gesucht – seien es Bücher, Wäsche, Haushaltsartikel, Schlüssel. Das Zeitgefühl geht verloren, Termine werden vergessen, Termine werden nicht mehr gemacht, Briefe werden nicht mehr gelesen und beantwortet, die Einsamkeit nimmt zu, Einkaufen funktioniert nicht mehr, Lebensmittel verschimmeln, werden aber wahrscheinlich noch gegessen, die Herdplatte bleibt an, darauf gelegte Handtücher werden versengt, Joghurtbecher werden in Schränken gesammelt, leere Wurstdosen werden in der ganzen Wohnung verteilt. Diesen ganzen Müll kannst du wegwerfen, es wird nicht bemerkt und beim nächsten Besuch ist neuer da.

Über all dem schwebt die Frage: Wie lange kann ein Mensch noch alleine sicher in seiner Umgebung leben? Wann ist der richtige Zeitpunkt für diesen Menschen, in ein Pflegeheim umzuziehen?

Wann der richtige Zeitpunkt ist, weiß ich nicht. Es kommt auf viele Faktoren an. Einer der wichtigen ist: Kann der Betroffene dies noch selbst entscheiden? Ist er sich der Tragweite dieser Entscheidung bewusst? Sobald beide mit Nein beantwortet werden, liegt die Verantwortung und auch die Entscheidung bei dir. Ich kann dir sagen, dass sie schwer ist. Schwerer als du dir vielleicht jetzt vorstellen kannst.

Wann ist denn nun der richtige Zeitpunkt? Ich weiß es nicht. Ich denke, ich habe den spätesten Zeitpunkt gewählt – dann nämlich, als klar war: Zu Hause ist es nicht mehr sicher und der Alltag kann nicht mehr mithilfe eines Pflegedienstes und der Übernahme einzelner Aufgaben organisiert werden.

Mögliche Hilfe und Beratung habe ich erst spät entdeckt. Es gibt den einzelnen Landkreisen zugeordnete „Kompetenzcenter Demenz“. Der Name kann in deiner Nähe auch leicht abweichend sein. Dann bieten auch Alzheimer-Gesellschaften Unterstützung und Beratung an. Ob man durch einen Neurologen hier mehr Informationen und Hinweise erhält, weiß ich nicht. Wir waren nur einmal dort und weder mein Vater noch ich konnten hier einen weiteren Mehrwert erkennen. Aber vielleicht hatten wir einfach nur Pech.

Zum Thema Demenz kenne ich zwei Filme, die die Herausforderungen für die Betroffenen und die Angehörigen gut darstellen. Der eine ist „Honig im Kopf“ (Dieter Hallervorden, Til Schweiger, Emma Schweiger), der andere ist „Der Vater“ (Anthony Hopkins, Olivia Colman). Leider kann man dies noch steigern, dazu mehr in einem nachfolgenden Text.

Ich hoffe, dieser Text hilft dir ein wenig. Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht und wertvolle Hinweise? Dann hinterlasse gerne unten einen Kommentar.

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Senioren am Limit – der Medizinische Dienst

Oder das, was dir in Deutschland niemand sagt.

Durch die Erfahrungen mit meinen Eltern, die beide pflegebedürftig wurden, musste ich feststellen, dass zwischen dem romantischen Bild der Politiker von der Pflege und der Realität eine Lücke besteht. Eine Lücke, bei der Senioren und deren Angehörige regelmäßig alleine gelassen werden. Niemand sagt dir in der Regel, was du wissen solltest, es sei denn, du fragst.

Das geschieht in Deutschland. Täglich. Monatlich. Jährlich. Tausendfach.

Ich möchte zumindest meine Erfahrungen mit dir teilen und hier über einzelne Themen schreiben, die mich viel Zeit und viele Emotionen gekostet haben. In meinem letzten Beitrag ging es um die Ersteinstufung bei der Pflege. Heute möchte ich über den Medizinischen Dienst (MD) schreiben.

Du brauchst den MD bei jeder Änderung des Pflegegrades. Er ist eine unabhängige medizinische Organisation und fungiert als Beratungs- und Begutachtungsdienst für die gesetzlichen Krankenkassen. Jede Pflegegradänderung wird von dir aus initiiert. Du erhältst vorab hoffentlich Hinweise von Ärzten oder dem Pflegedienst hierzu, dass eine Umstufung notwendig sei. Es obliegt nun dir, den entsprechenden Antrag bei der Pflegekasse zu stellen. Nachdem du den Antrag gestellt hast, wird durch die Pflegekasse der Medizinische Dienst beauftragt, die Begutachtung durchzuführen. Hierfür hat er vier Wochen Zeit.

Wenn du den Antrag zur Pflegegradeinstufung stellst, also die Ersteinstufung sowie jede weitere Höherstufung, solltest du vorhandene Arzt- oder Krankenhausberichte bereits beifügen. Sie sollten spätestens beim Begutachtungstermin vorliegen. Viele Senioren sind an diesem Termin topfit, es fehlt ihnen nichts. Das freut zunächst den Medizinischen Dienst, anschließend die Pflegekasse, aber es führt in der Regel dazu, dass du die gewünschte Pflegegrad-Umstufung nicht erhältst. Denke daran, es ist eine Begutachtung, keine Beurteilung. Wenn der Termin ansteht, versuche möglichst nicht, deine Situation besser darzustellen, also sie tatsächlich ist. Als betreuende Person solltest du dabei sein. Besonders gut ist es, wenn jemand vom Pflegedienst dabei ist. Sie sprechen die gleiche Sprache wie der MD und sehen deinen Angehörigen täglich.

Die Erstbegutachtung wird zu Hause durchgeführt. Jede weitere Umstufung kann allerdings vom Schreibtisch aus entschieden werden. Falls du mit dem Ergebnis nicht einverstanden bist, kannst du Widerspruch einlegen. Ich nehme an, angesicht der aktuellen politischen Bestrebungen, die Pflegeleistungen neu zu strukturieren, wird dies in Zukunft häufiger geschehen.

Wenn der Termin für dich nicht passt, kannst du versuchen, ihn zu ändern. Allerdings ist mir das noch nie gelungen, da ich den Medizinischen Dienst telefonisch nie erreichen konnte. Außerdem kam es vor, dass der MD die Begutachtung bereits Stunden vor dem angekündigten Termin durchführte.

Im Fall, dass die vorgeschriebenen 4 Wochen bis zur Begutachtung überschritten werden, melde dich rechtzeitig bei deiner Pflegekasse, damit sie nachhaken kann. Allerdings hat sie keine Handhabe. Sie kann dort auch nur eine Mail schreiben, wahrscheinlich ein Fax schicken oder im besten Fall tatsächlich mit dem Dienst telefonieren. Außerdem muss dir die Pflegekasse wegen der Überschreitung eine Strafzahlung (den genauen Begriff kenne ich leider nicht) leisten. Ich wiederhole es nochmals: Die Pflegekasse muss dir Geld zahlen, weil eine andere Organisation zu langsam war. Das Geld wird wahrscheinlich aus den Pflegekassenbeiträgen, also von allen Versicherten stammen. Meines Wissens muss der Medizinische Dienst diesen Betrag nicht erstatten. Im Umkehrschluss heißt dies: Es ist egal, wie lange der MD benötigt, es zahlt eine andere Stelle, die mit ihm nichts zu tun hat – das gibt es mit Sicherheit nur in Deutschland.

Eines gilt übrigens immer – ganz egal, ob die Fristen eingehalten oder überschritten werden: Wird deine Höherstufung genehmigt, erhältst du die höheren Pflegeleistungen rückwirkend ab dem Monat der Antragstellung.

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Dies ist keine Rechtsberatung. Die dargestellten Situationen, Erfahrungen und Lösungen beruhen auf eigenen Erlebnissen.

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Senioren am Limit – die erste Pflegegrad-Einstufung

Oder das, was dir in Deutschland niemand sagt.

Durch die Erfahrungen mit meinen Eltern, die beide pflegebedürftig wurden, musste ich feststellen, dass zwischen dem romantischen Bild der Politiker von der Pflege und der Realität eine Lücke besteht. Eine Lücke, bei der Senioren und deren Angehörige regelmäßig alleine gelassen werden. Niemand sagt dir in der Regel, was du wissen solltest, es sei denn, du fragst.

Das geschieht in Deutschland. Täglich. Monatlich. Jährlich. Tausendfach.

Ich möchte zumindest meine Erfahrungen mit dir teilen und hier über einzelne Themen schreiben, die mich viel Zeit und viele Emotionen gekostet haben. In meinem letzten Beitrag ging es um das Entlassmanagement bei der Krankenhausanmeldung. Heute möchte ich über den Fall der ersten Pflegegrad-Einstufung während eines Krankenhausaufenthaltes schreiben.

Dein Partner ist im Krankenhaus und er ist ernsthaft krank, du versuchst, ihn möglichst oft zu besuchen und auch sonst dein Leben alleine zu organisieren. Auch machst du dir Gedanken: Wie schlimm ist es denn? Wird er schnell wieder gesund? Kann er wieder nach Hause? Wie lange muss er im Krankenhaus bleiben. In diesem Moment steht fest, dass dein Partner ab sofort mehr Pflege benötigt und der Sozialdienst des Krankenhauses möchte ihn für den Pflegegrad 2 bei der Krankenkasse anmelden. Du erhältst das Formular dazu.

Was sollst du nun alles tun? Was bedeuten all die neuen Begriffe darin? Und wo finde ich einen Pflegedienst? Was kostet das alles? Muss ich zu Hause etwas umbauen? Wer zahlt das denn?

Der erste Kontakt mit diesem Thema endet oftmals in einer Überforderung. Deine emotionale Sorge um deinen Partner wird mit der kühlen deutschen Bürokratie konfrontiert. Deine Fragen werden mehr und mehr, deine Antworten kommen kaum hinterher.

Um hier im Vorfeld bereits vorgesorgt zu haben, ist es wichtig, dass du dich rechtzeitig um eine Vorsorgevollmacht, eine Patientenverfügung und ggfs. auch um eine Betreuungsverfügung kümmerst. Diese erleichtern es deinen Angehörigen enorm, hier die richtigen Entscheidungen zu treffen und gibt ihnen überhaupt erst die rechtliche Erlaubnis dazu. Zu diesem Thema gibt es immer wieder Informationsangebote verschiedener Anbieter – nutze sie. Du kannst dich auch direkt an einen Notar oder Rechtsanwalt wenden und mit deinem Arzt über das Thema sprechen.

Bei deinen Fragen zur Pflege kann dir der Sozialdienst helfen, oftmals aber musst du dich an lokale Stellen wenden. Hier ist zum Beispiel der Pflegestützpunkt (nur für gesetzlich Versicherte) zu nennen. Hier kannst du allgemeine Informationen und eine Adressliste erhalten. Pflegestützpunkte sind bei der Stadt oder den Landkreisen angesiedelt. Sie treten auch manchmal unter anderen Namen wie z.B. „Kompetenzzentrum Pflege“ auf. Lass dich davon nicht abhalten, dahinter verbirgt sich das Gleiche. Oftmals sind diese Informationen bereits im Internet abrufbar. Neben den offiziellen Stellen nutze dein Netzwerk. Eventuell hat jemand bereits ähnliche Erfahrungen hinter sich, kennt einen Pflegedienst und kann dir wertvolle Tipps geben.

Wenn du mit ihnen sprichst, musst du sehr konkret werden. Sie schreiben auch auf ihrer Seite, dass sie verschiedene Dinge in diesem Zusammenhang durchführen. Das habe ich allerdings nie erlebt. Es steht wohl nur so geschrieben.

Dann kannst du dich natürlich auch an deine Pflegekasse wenden. Diese kann dir zumindest helfen, das Formular richtig auszufüllen. Manche Kassen bieten einen Beratungsservice zum Thema Pflege an. Eventuell kann man dort auch Adressen von Pflegediensten und Beratungsangeboten erhalten. Damit habe ich aber keine Erfahrung.

Bei all dem wirst du mit neuen Begriffen bombardiert. Du hörst auf einmal Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Entlastungsbetrag, Pflegehilfsmittel, Kombinationsleistung. Manches steht sogar auf dem Antragsformular. Die professionellen Stellen werden keine Rücksicht auf dich nehmen, denn sie wissen, was das im Einzelnen ist, wie du es beantragen kannst, wozu es dient. Lass es dir erklären und versuche dann zunächst, das Formular weiter auszufüllen. Falls du bereits einen Pflegedienst gefunden hast, lass dich durch ihn leiten. Der Pflegedienst weiß mit all den Begriffen etwas anzufangen und kann mit den Beträgen zum Wohle des Patienten jonglieren.

Es gibt noch weitere Begriffe, mit denen du in Berührung kommen kannst. Einige davon werden in späteren Artikeln angesprochen. Mit der Ersteinstufung bist du bis hierhin schon genug gefordert.

Die Pflegekasse wird auch weiterhin deine Ansprechpartnerin bleiben, und du wirst auch für weitere Leistungen immer wieder Anträge stellen müssen. Diese sind zum Glück oftmals weniger kompliziert und mittlerweile auch online verfügbar.

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Senioren am Limit – die Krankenhausanmeldung

Oder das, was dir in Deutschland niemand sagt.

Durch die Erfahrungen mit meinen Eltern, die beide pflegebedürftig wurden, musste ich feststellen, dass zwischen dem romantischen Bild der Politiker von der Pflege und der Realität eine Lücke besteht. Eine Lücke, bei der Senioren und deren Angehörige regelmäßig alleine gelassen werden. Niemand sagt dir in der Regel, was du wissen solltest, es sei denn, du fragst. Du müsstest eine Frage stellen, von der du nicht weißt, dass du sie fragen kannst und meistens auch solltest. Du wirst eben alleine gelassen. Nur zufällig oder mit viel Zeitaufwand kommst du dahinter, was du beim nächsten Mal anders machen kannst oder auch, wo du Hilfe bekommen könntest.

Das geschieht in Deutschland. Täglich. Monatlich. Jährlich. Tausendfach.

Die Verschwendung von Zeit, bedingt durch einen fehlenden Lotsen oder Ratgeber auf diesem Gebiet, ist enorm und volkswirtschaftlicher Unsinn. Aber die Pflege ist eine Individualangelegenheit, die Pflege ist romantisch, jeder ist für sich selbst verantwortlich. Aber wie?

Ich möchte zumindest meine Erfahrungen mit dir teilen und hier über einzelne Themen schreiben, die mich viel Zeit und viele Emotionen gekostet haben.

Beginnen möchte ich mit einem Krankenhausaufenthalt. Dieser ist in der Regel nicht schön. Jeder will so schnell es geht auch wieder nach Hause. Und jeder meint auch hier die Politik und das Krankenhaus selbst. Ein Krankenhausaufenthalt im Alter ist jedoch eine Ausnahmesituation, die oftmals den Patienten selbst überfordert, seinen Partner überfordert. Es sind hoffentlich noch ein paar jüngere Verwandte in der Nähe, die sich um einiges im Leben der Senioren kümmern können.

Der Senior kommt also ins Krankenhaus. Es gilt das Aufnahmeformular auszufüllen. Dort steht etwas von „Entlassmanagement„. Was ist das? Wer führt das aus? Wozu ist das überhaupt? Braucht man das?

TIPP
Kreuze es unbedingt an! Denk nicht weiter darüber nach.

Wenn du das Entlassmanagement angekreuzt hast, dann muss der Sozialdienst dafür sorgen, dass die Weiterversorgung nach der Krankenhausentlassung sichergestellt ist. Er muss feststellen, ob eine pflegende Person zu Hause ist und er muss eventuell einen Folgeplatz in einem Pflegeheim – Kurzzeitpflege – suchen. Nimm daher so früh es geht auch Kontakt mit dem Sozialdienst auf.

Unterlässt du es, das Häkchen zu setzen, dann kann es problematisch werden. Krankhäuser sind mittlerweile darauf bedacht, ihre Patienten so schnell es geht wieder zu entlassen – Politik, Profit. Es kann daher passieren, dass eine alleinstehende Person mit fixiertem Arm nach Hause geschickt wird oder aber die gleiche alleinstehende Person nach Hause geschickt wird, dort aber nichts im Kühlschrank liegt, Essen auf Rädern abbestellt ist, der Pflegedienst auch noch nicht wieder aktiviert ist und es Freitag ist. Aber es ist dem Krankenhaus egal, es muss sich nicht darum kümmern, denn du hast das Häkchen nicht gesetzt.

Du bist jetzt aber schlau und setzt das Häkchen. Es gibt nämlich dann noch den Fall, dass du entlassen werden sollst, medizinisch ist die Behandlung abgeschlossen, es ist aber kein Platz in einer Pflegeeinrichtung gefunden worden. Dann hat das Krankenhaus, speziell der Sozialdienst, ein Problem. Das ist nicht schön, aber er ist zuständig. Hier gibt es dann oftmals eine Verlegung in die Geriatrie. Das ist unangenehm, speziell für Personen mit Demenz, aber besser, als alleine nach Hause geschickt zu werden. Und weiter gibt es auch die Möglichkeit der sogenannten Übergangspflege. Sie greift, wenn nach Abschluss der Behandlung kein Pflegeplatz gefunden worden ist. Sie ist auf 10 Tage begrenzt und findet im Krankenhaus statt. Sie gibt also dem Sozialdienst mehr Zeit.

Natürlich steht es jedem frei, sich auch auf die Suche nach einem Kurzzeitpflegeplatz zu machen und damit den Sozialdienst zu unterstützen.

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Lesen 2025

In diesem Jahr konnte ich 7 spannende Bücher mit unterschiedlichem Gendre lesen. Alles waren auf ihre Art gut. Ich bin auch recht zufrieden damit, konnte ich doch in den vergangenen Jahren manchmal nur recht wenig lesen.

Neu ist, dass ich einzelne Beschreibungen mit einer KI überarbeitet bzw. eine sogar komplett damit erstellt habe. Auch dieser Vorgang ist interessant. Ich hatte während des Lesens über das Buch mit der KI diskutiert und es gab einige Ergänzungen und tiefere Einblicke für mich. Letztendlich hatte ich dann nur noch darum gebeten, mir meine Eindrücke für diesen Blogbeitrag zusammenzufassen. Mit ein paar kleinen Änderungen ist dann der Text entstanden.

Mein erstes Buch in 2025 und ihr kennt das Gefühl, ihr fangt an zu lesen und möchtet nicht mehr aufhören. „Ich habe einen Namen“ ist solch ein Buch.

Es ist eine fiktive Geschichte mit einem wahren geschichtlichen Hintergrund. Aminata Diallo <<Meena>> die Protagonistin, die als junges Mädchen von Slavenhändlern nach Amerika verschleppt worden ist. Ihre Geschichte, voller Qualen, Angst, Ungewissheit und dem Kampf ums Überleben, aber auch die immerwährende Hoffnung und Zuversicht auf Freiheit. Ein langer Weg von Westafrika, nach Amerika, Kanada und fast wieder zurück zu ihrem Heimatort. Er endet in London und einem unvorhergesehen Wiedertreffen mit ihrer verloren geglaubten Tochter.

Dieses Buch fällt auch unter die Kategorie „Nie wieder“ und zeigt die häßliche Fratze des Sklavenhandels und was das für die betroffenen Menschen bedeutete. Selbst heute, mehr als 200 Jahre später, sind die Auswirkungen der damaligen Zeit noch spürbar.


Ein Klassiker. Ich habe dieses Buch jetzt bereits mehrfach gelesen. Mit erschreckender Deutlichkeit wird die Tyrannei eines totalitären Staates deutlich. Alles wird kontrolliert, jeder Fehltritt geandet. Die Misshandlung von Körper und Geist wird deutlich zum Ausdruck gebracht. 1984 ist schon lange vorbei, es ist nicht so gekommen, wie Orwell es beschrieben hatte. Allerdings kann jederzeit der demokratische, freie Gedanke abhanden kommen und düstere Zeiten starten. Es bedarf daher der ständigen Wachsamkeit und Menschen, die sich dem Verfall der politischen Sitten entgegen stellen.


Wer kennt diesen Namen nicht: Max Planck, Begründer der Quantenphysik.
Die Bedeutung seiner Arbeit werde ich wohl nie ganz erfassen.
Doch aus seiner Biografie spricht für mich eines klar: Max Planck ist der „Godfather“ der Physik.
Eine Autorität – ohne autoritär gewesen zu sein.

Die Kurzbiografie hat mir einen neuen Blick auf Planck geschenkt – nicht nur als Wissenschaftler, sondern als Mensch, der in bewegten Zeiten Haltung bewahrte.

Und auch die Umgebung, in der all dies geschah: Deutschland zur Zeit des Kaisers – das Epizentrum der Weltwissenschaft. Ende der 20-iger Jahre im vorigen Jahrhundert stand die deutsche Wissenschaft vor erheblichen Schwierigkeiten. Planck wurde der Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und nutzte sein Amt, um die Wissenschaft im Land zu retten.
Die tragischen Ereignisse während des Zweiten Weltkriegs brachten Planck zahlreiche persönliche Verluste. Am schwersten wog dabei die Ermordung seines Sohnes Erwin Planck, der möglicherweise in das Hitler-Attentat verwickelt war.

Als Planck nach dem Zweiten Weltkrieg gefragt wurde, ob die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft seinen Namen tragen dürfe, willigte er ein.
Er tat dies nicht aus Eitelkeit, sondern aus dem tiefen Wunsch heraus, die Wissenschaft in Deutschland zu bewahren.
Und so bleibt er uns in Erinnerung, ohne alles verstehen zu müssen.


Ein Buch, geschrieben vor ca. 200 Jahren, über ein Ereignis, fast 2000 Jahre zuvor. Aber was für eine Geschichte, was für eine Dynamik. Das Buch fängt aus meiner Sicht recht langweilig an. Dann jedoch entspinnt sich eine Geschichte um ein Liebespaar, die Geschwindigkeit der Ereignisse nehmen von nun an zu, Eifersucht, Freud, Leid, Intrigen, Trauer, Mord, bis hin zur Vollstreckung des Urteils, um dann plötzlich in der Katastrophe, im Untergang Pompejis, zu enden.

Die beiden Liebenden können all dem entfliehen, ein Happy End. Die Katastrophe konnte man schon anhand des Titels erahnen, die Geschichte selbst mit ihren Wendungen nicht. Zu Beginn dachte ich, ich werde es nicht schaffen, es zu Ende zu lesen, am Ende konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.

Parallel dazu zeigt es das Leben von Römern und Griechen. Es ist gespickt mit den damaligen Göttern der Zeit, inklusive des aufkommenden Christentums, den Nazarenern. Ein Roman, wortgewaltig, der es wert ist, gelesen zu werden.


Das Buch wollte ich auch schon eine ganze Zeit lesen. Eigentlich wissen wir schon lange, dass wir nicht mehr so weiterleben können wie bisher. Wir produzieren in jedem Moment eine Hypothek und wir im Westen haben uns eine große Hypothek geschaffen. Es gibt aber Ansätze, um eine Zukunft zu haben, sie sind aber nur schwer durch unser Denken umzusetzen.

Technischer Fortschritt reicht nicht aus, um unsere Welt zu retten. Diese Erkenntnis ist mittlerweile über 150 Jahre alt und unter dem Namen „Jevons-Paradox“ oder später Rebound-Effekt bekannt. Jede Erfindung um Energie zu sparen, führt dazu, dass mehr Energie verbraucht wird. Die neue Technologie ist für den Einzelnen sparsamer, führt zu höherer Verbreitung und verbraucht damit in der Summe mehr als vorher. Es begann mit dem Kohleverbrauch, Anfang des 19. Jahrhunderts der Kohleverbrauch in England, bei der Erfindung der Glühbirne, der Nutzung von Erdöl, die erhöhte Motorisierung, die Größe der Autos, größere Wohnungen, usw.

Ein bekannter Effekt in der Makroökonomie ist das Externalisieren – das können wir. Aus den Augen aus dem Sinn. Europäer brauchen die Fläche von 1,5x Europa, weil sie z.B. ihren Müll exportieren. Das ist wie TEAM – toll ein anderer macht’s. Hier setzt auch die Kritik an der Berechnung des Bruttoinlandsproduktes an, da Externalisierung dort nicht vorkommt. Letztendlich verlagern wir die Kosten und die Auswirkungen auf die Zukunft und unsere Nachfahren. Der Soziologe Stephan Lessenich (Buch: „Neben uns die Sindflut“) sagt dazu: „Wir leben nicht über unsere Verhältnisse, wir leben über die Verhältnisse der anderen.“

Easterlin-Paradox, der Mensch wird ab einem bestimmten Zeitpunkt seines Besitzes nicht mehr glücklicher – Können wir.
Bei der Diskussion um nachhaltigeres Wirtschaften kommt als ein Vorschlag die einfache Entkopplung, wir senken Mithilfe von Innovation und technologischem Fortschritt den Naturverbrauch – können wir nicht. Wir brauchen hierbei immer mehr Zeit, Geld und Aufmerksamkeit – Rebound-Effekt, den können wir.
Der andere Vorschlag heißt der materielle Wohlstand muss sinken. Oh Schreck, wir müssen verzichten, worauf?

Eigentlich wollen wir in Summe gut versorgt sein. Hier aber kommt als nächstes das Versorgungsparadoxon ins Spiel. Wir wollen es immer besser haben, verwechseln es aber mit immer mehr haben. Mehr haben bringt mehr Zufriedenheit, wie wir wissen, bis zu einem bestimmten Punkt, bringt uns aber auch mehr Sorgen bis hin zu mehr Depressionen.

Insgesamt geht es um Gerechtigkeit, neben Verteilungsgerechtigkeit auch Chancengerechtigkeit. Wir, die wir schon lange, länger als unser einzelnes Leben, andere Länder ausbeuten, müssen anderen nicht verbieten, was wir Jahrhunderte getan haben. Wir, die wir mehr haben als andere, müssen unseren Reichtum gerecht verteilen. Aber es wird keinen Trickle-Down-Effekt geben.

Die Psyche des Menschen steht uns im Weg, denn trotz vielerlei Erkenntnisse und rationellem Denken, schaffen wir es nicht, all diese bekannten Effekte zu ändern. Es ist einfach schwer. Heißt es dann vielleicht doch eher: Dystropie anstatt Utopie!


Oh, was habe ich mir da angetan. Das Buch ist im Englisch Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben. Doch insgesamt konnte ich recht gut der Geschichte folgen, wenn mir auch viele Details entgangen sind. Richard Shelton trifft seine große Liebe Joanna Sedley. Jedoch bis es zur Heirat kommt, muss Richard durch ein Meer an Intrigen und den Kampf zwischen der weißen und roten Rose, York und Lancaster. Insgesamt ein schöner Roman mit historischen Bezügen.


Ich habe gerade Aldous Huxleys “Schöne neue Welt” zu Ende gelesen, und ehrlich gesagt – das Buch hat mich gefesselt. Ich hatte es bereits vor vielen Jahren gelesen, dieses Mal hat es mehr an Tiefe gewonnen. Huxleys Brillanz zeigt sich nicht auf den ersten Blick. Erst beim Nachdenken über die vielen subtilen Details wird klar, wie raffiniert er die Mechanismen einer entmenschlichten Gesellschaft darstellt.

Besonders faszinierend finde ich die Figuren, die aus der Gleichförmigkeit ihrer Konditionierung auszubrechen versuchen. Sigmund Marx und Helmholtz Holmes-Watson spüren, dass etwas fehlt, aber es fehlen ihnen die Worte, die Konzepte, um zu benennen, was sie vermissen. Ihre Versuche sind hilflos, fast tragisch – sie sind gefangen in den Grenzen ihrer eigenen Entwicklung. Das System hat sie so erfolgreich geformt, dass selbst ihr Aufbegehren scheitern muss.

Was mich am meisten erschüttert hat, ist das Ende. Die Sensationslust der Menschen, die selbst Johns Verzweiflung und letztlich seinen Freitod zum Spektakel machen – das zeigt den wahren Wahnsinn dieser genormten Gesellschaft. Und das Beunruhigende daran: Es geschieht so subtil, dass wir es kaum bemerken würden. Es ist ein schleichender Prozess. Erst ist etwas schockierend, dann ungewöhnlich, dann normal, und irgendwann wundert sich niemand mehr darüber. Persönliche Krisen werden zu Content, Leiden wird zur Unterhaltung konsumiert.

Huxley zeigt uns eine Gesellschaft, die durch Vergnügen und Auslassungen kontrolliert wird – dies ist viel gefährlicher als brutale Unterdrückung. Und vielleicht sind wir schon mittendrin in diesem Prozess, nur langsamer und subtiler als im Roman.


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Ein Wandel der Interessen: Meine Reise von der Elektronik bis zu KI

Der Anfang: Elektronik und Computer

Alles begann mit einem Elektronikbaukasten von Philips. Später dann kam der Home-Computer (ZX Spectrum) und PC (ein AT) dazu. Die Welt der Schaltkreise und Programmierung (Basic, Pascal und C) zog mich in ihren Bann und beschäftigte mich stundenlang. Dies legte den Grundstein für meine Leidenschaft, doch mein Blog begann erst später.

Der Übergang: Web 2.0 und Blogs

Mit meiner wachsenden Begeisterung für das Internet entdeckte ich Web 2.0 und die Welt der Blogs. Ich erkannte das Potenzial, Gedanken und Ideen online zu teilen und mit einer breiten Leserschaft in Kontakt zu treten. Speziell in einem Unternehmen kann es hier zu einem hierarchieübergreifenden Informationsaustausch kommen. Dies weckte ein neues Interesse in mir und führte zur Gründung meines eigenen Blogs, in dem ich meine Erfahrungen und Einsichten teilte.

Zusammenarbeit und Teambuilding

Technologie allein war nicht genug. Mein Interesse an Menschen und der Teamarbeit entwickelte sich während meines MBA-Studiums, insbesondere im Fach Organisational Behaviour. Später beschäftigte ich mich mit der Fragestellung „Was ist agil?“ und asynchronem Arbeiten. Mit der Zeit wurde auch das virtuelle Arbeiten ein zentrales Thema für mich. Die Herausforderungen, die es mit sich bringt, wie die Aufrechterhaltung der Kommunikation, Aufbau von Vertrauen und Zusammenarbeit über Entfernungen hinweg, die Schaffung eines Gemeinschaftsgefühls und die Sicherstellung der Produktivität, faszinierten mich. Ich erkannte, dass erfolgreiche Projekte oft durch die Zusammenarbeit verschiedener Fähigkeiten entstehen. Daher vertiefte ich mich in Themen wie Zusammenarbeit und Teambuilding.

Führung und Laterale Führung

Mit meinem Studium kam auch das Interesse am Thema Führung, speziell „Laterale Führung“ hinzu. Diese Form der Führung ohne hierarchische Machtstrukturen ist in modernen, agilen Organisationen von großer Bedeutung. Sie betont die Fähigkeit, Einfluss auf ein Team zu nehmen und es zu motivieren, ohne dabei formale Autorität zu besitzen.

New Work: Die Arbeitswelt neu denken

Im Zuge meiner Beschäftigung mit Zusammenarbeit stieß ich auf das Konzept New Work. Diese Bewegung für flexible und sinnstiftende Arbeit faszinierte mich. Meine Blogartikel reflektierten meine Überzeugung, dass die Arbeitswelt sich wandelt und Unternehmen sich anpassen müssen.

Künstliche Intelligenz: Die Zukunft gestalten

Derzeit hat sich mein Fokus hin zur Künstlichen Intelligenz (KI) verschoben. Die unendlichen Möglichkeiten der KI, von maschinellem Lernen bis zu intelligenten Algorithmen, begeistern mich. Meine neuesten Blogeinträge widmen sich den Anwendungen und Auswirkungen dieser Technologie.

Fazit: Eine kontinuierliche Reise

Meine sich wandelnden Interessen und die daraus resultierenden Blogeinträge zeigen, wie wichtig Offenheit für neue Themen ist. Meine Reise vom Elektronik-Enthusiasten zum KI-Befürworter war geprägt von Neugier und Lernbereitschaft. Ich freue mich darauf, diesen Weg weiterzugehen und meine Leser mitzunehmen.

Vielen Dank, dass ihr mich auf diesem Weg begleitet. Lasst uns gemeinsam die Zukunft gestalten!

(Entstanden in Zusammenarbeit mit Copilot)

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Lesen 2024

Dieses Jahr war gar nicht so schlecht. Ich konnte einige Bücher lesen, was die Jahre zuvor, manches Mal nicht der Fall war. Mein Highlight war das Buch „Der Glukose-Trick“ von Jessi Inchauspé. Warum, das steht auch schon gleich ein paar Zeilen weiter unten. Das Schöne dabei ist, dass ich selbst Monate später noch, viele Dinge hieraus umsetze, weil es funktioniert. Für mich faszinierend.

Und noch eines konnte ich in diesem Jahr feststellen. Meine Aufzeichnungen zu Lesen 20XX, hier im Blog, habe ich immer mal wieder nutzen können. Es ist keine Einmalaktion, nein, ab und zu erinnere ich mich an ein Buch und kann hier für mich wichtige Informationen finden. Interessant dabei ist, dass es dann oftmals bereits viele Jahre, mehr als gedacht, her ist, als ich es gelesen hatte.

Insgesamt für mich ein sehr schwieriges Buch. Erklärt es doch aus der Seele von Muslimen, der Geschichte und aus dem Koran heraus die Gründe, warum die Demokratie bisher in der arabischen Welt keinen Fuß gefasst hat. Als Feministin hebt Frau Mernissi die Bedeutung der Frauen bei der gesellschaftlichen Transformation hervor.

Das Buch ist unter dem Eindruck des ersten Golfkrieges entstanden. Entsprechend groß sind die Forderungen, aber auch die Hoffnungen an den Westen.

Ein Satz aus dem Schlussplädoyer lautet „Und ein Westen, in dem andere Dinge als Waffen produziert würden, wäre der beste Beweis dafür, dass es ihm wirklich um die Umsetzung universaler Werte geht.“

Eingeleitet wurde es mit der Frage „Werden die westlichen Demokratien, …, die einmalige Gelegenheit ergreifen, die Macht, die sie in der Region haben, zu nutzen,um die Demokratisierung der arabischen Welt voranzutreiben?“

Aus meiner Sicht konnte der Westen die Hoffnung nicht erfüllen. Zu groß die Versuchung, den Status quo nicht zu verlassen und somit den Zugang zum Erdöl zu behalten, anstatt ihn zu teilen.


Mein Highlight in diesem Jahr, ein Buch nicht nur für Diabetiker. Jessie, die „Glucose Goddess“ auf Instagram, zeigt anschaulich den Zusammenhang zwischen unserem Essen, unserem Glukosespiegel und unseren daraus folgenden gesundheitlichen Folgen. In einfachen Worten und unterhaltsam erklärt sie, warum ein flacherer Verlauf für unsere Gesundheit so wichtig ist und auch, was man tun muss, um dies zu erreichen.

Keine neue Diät, kein grundsätzlich neues Essverhalten, kein Verzicht. Ja, unter gewissen Umständen kann man sogar mehr essen als vorher. Der Erfolg, man fühlt sich besser, keinen Heißhunger mehr, Gewichtsabnahme und noch viele andere positive Effekte stellen sich ein. Der Trick ist ganz einfach, man stellt die Essensreihenfolge ein wenig um und startet mit Ballaststoffen, dann Proteine und erst dann kommen die Kohlenhydrate mit dem vielen Zucker. In Summe gibt sie uns 10 Hacks an die Hand. Wenn die Grundlage geschaffen ist, dann muss man das Essen auch nicht weiter auseinander sortieren und isst ganz normal. Schön ist auch, dass der süße Nachtisch nicht verboten ist und ohne schlechtes Gewissen verspeist werden kann.

Bisher bekommt es mir gut. Probiert es daher selbst einfach mal aus.


Ich traue mich gar nicht, zu diesem Buch etwas zu schreiben. Mein Gefühl sagt mir, so richtig verstanden habe ich es nicht. Trotzdem hat es mir gefallen, es war leicht zu lesen, trotz mancher komplizierten Sätze und philosophischer Gedanken. Tomas und Teresa, das Liebespaar, welches wir über viele Jahre ihres bewegten Lebens begleiten konnten. Von außen, ihrer Handlung, aber auch von innen, ihren Gedanken und Gefühlen.


Ein Buch über den Römerberg in Frankfurt am Main. Auf diesem kleinen geschichtsträchtigen Platz wurden 10 deutsche Kaiser gekrönt. Er ist auch so etwas wie das Herzstück Frankfurts. Viele Details über den Römerberg, den Römer, seine Geschichten und vielen alten Häuser ringsum den Platz. Häuser, die es heute teilweise nicht mehr gibt.

Das Buch selbst ist kein literarisches Meisterwerk. Jedoch für Interessierte eine kleine Abwechslung mit interessanten Einblicken in das Leben von Alt-Frankfurt. Natürlich darf der Mundartdichter Friedrich Stoltze nicht fehlen. Die Übernahme Frankfurts durch die Preußen, die Römerkatzen, die ersten Frankfurter Messen, Goethes Eindrücke, die Börse, Fettmilchaufstand, Frankfurter Passionsspiele, Römerfestspiele, Ritterspiele und Schützenfeste, Hochwasser, Rodelberg und Christkindchesmarkt, die Zerstörung im 2. Weltkrieg und der Wiederaufbau bis in die 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts. Vieles ist hier passiert, auf dem „Römerberg“.


Ein echt cooles Buch. Es ordnet den Menschen in die Ordnung der Natur gut ein. Der Homo Sapiens, ein Mitglied der großen und krawalligen Familie der Menschenaffen, der im Laufe der Evolution so manche andere Art von Menschen ausgerottet hat.

Es fällt mir schwer, aus all den Gesichtspunkten hier die wichtigsten zusammenzufassen, denn so vieles ist wichtig. Ich zitiere daher einfach einige Textstellen, die mir besonders gefallen hatten.

  • Die romantische Vorstellung, dass die moderne Industrie die Natur zerstört, während unsere Vorfahren im Einklang mit ihr lebten, ist nichts als eine Illusion. Wir haben die zweifelhafte Ehre, die mörderischte Art in der Geschichte des Lebens zu sein. (S. 98)
  • Der Mensch hat sich während der landwirtschaftlichen Revolution verrechnet, weil er nicht in der Lage war, seine Entscheidungen mit all ihren Konsequenzen zu überblicken. (S. 112)
  • Um eine erfundene Ordnung aufrechtzuerhalten, sind konstant große Anstrengungen erforderlich. Einige dieser Anstrengungen können durchaus die Form von Zwang und Gewalt annehmen. (S. 141)
  • Die meisten gesellschaftlichen und politischen Hierarchien haben keinerlei logische oder biologische Grundlage – sie haben ihren Ausgangspunkt in einem zufälligen Ereignis und werden durch Myhten untermauert. (S. 180)
  • Die Biologie erlaubt, die Kultur verbietet. (S. 184)
  • In den vergangenen Jahrhunderten haben sich sämtliche Kulturen unter einer Flut globaler Einflüsse bis zur Unkenntlichkeit verändert. (S. 208)
  • Jahrtausende lang haben Philosophen, Denker und Propheten das Geld als Wurzel allen Übels bezeichnet. In Wahrheit ist das Geld der Gipfel der menschlichen Toleranz. (S. 228)
  • Die Geschichte lässt sich nicht im Rückblick erklären.
    Diejenigen, die ein Epoche am besten kennen – die Menschen, die sie selbst erlebt haben-, verstehen meistens am allerwenigsten, warum die Geschichte diese Wendung nahm und keine andere. (S. 289)
  • Die Geschichte schert sich nicht um den Menschen. (S. 295)

    Immer mehr Wissenschaftler betrachten Kulturen als eine Art Geisteskrankheit oder mentalen Parasiten und die Menschen als hilflose Wirte. Dieser Ansatz wird gelegentlich als „Memetik“ bezeichnet.
  • In der Sozialwissenschaft kennt man ähnliche Vorstellungen unter dem Stichwort „Spieltheorie“. Diese Theorie erklärt, warum sich in Systemen mit mehreren Akteuren bestimmte Ansichten und Verhaltensmuster durchsetzen und verbreiten können, obwohl sie allen Beteiligten schaden. (S. 297)
  • In den zurückliegenden 5 Jahrhunderten glaubten dagegen immer mehr Menschen daran, dass sie zusätzliche Macht erwerben konnten, indem sie in die Forschung investierten. (S. 304)
  • Wissen ist Macht (Francis Bacon, 1620 in „Neues Organon“) (S. 315)
  • In Wirklichkeit wird die Wissenschaft allerdings weniger vom „Nutzen der Menschheit“ geleitet, sondern von den Interessen von Wirtschaft, Politik und Religion. (S. 331)
  • Die folgenschwerste gesellschaftliche Revolution aller Zeiten: das Verschwinden der Familie und der Gemeinschaft und ihre Verdrängung durch den Staat und den Markt. (S. 405)

Ich habe dieses Buch lange gelesen. Immer wieder habe ich es in diesem Jahr beiseite gelegt und dann wieder weitergelesen. Es hat mich nicht richtig gepackt, auch wenn ich viele Teile der Geschichte live erlebte. Ich fand den Schreibstil ein wenig eckig.

Nichtsdestotrotz gibt es ein paar Stellen im Buch, die ich hier aufführen möchte. Weil sie Aussagen haben, die auch nach 50-60 Jahren aktuell und gültig sind. Andere, weil viele Themen, die heute präsent sind, eine Geschichte haben und gar nicht so neu sind, wie viele vielleicht denken.

  • (S. 13) Menschenrechte fallen nicht vom Himmel, staatsbürgerliche Freiheiten auch nicht.
  • (S. 68) Die Geschichte entwickelt sich nicht in Übereinstimmung mit Dogmen und nicht einmal einheitlich.
  • (S. 71) Er (Kennedy) wusste, dass die Zukunft verpasst, wer nur auf die Vergangenheit blickt.
  • (S. 117) Ein höheres Gut als Freiheit gibt es nicht, und es muss gegen mehr als eine Seite verteidigt werden.
  • (S. 171) Nazismus, auch in neuer Verpackung, giftiger Nationalismus überhaupt sei Verrat an Land und Volk.
  • (S. 274) Die Umweltproblematik hatte ich in meinen ersten Bundestagswahlkampf- 1961 – einbezogen und damit die Pragmatiker aller Schattierungen amüsiert.
  • (S. 275) Erst im Herbst ’69 ist Umweltschutz, im Innenministerium angesiedelt, als eigenständige Aufgabe bestimmt worden.
  • (S. 278) Ich bedaure es noch heute, dass ein Durchbruch hinsichtlich der Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand nicht gelang (Anfang der 70-ger Jahre!). Zwei unterschiedliche Positionen im Gewerkschaftslager blockierten sich gegenseitig (IGM – fürchtete Kleinkapitalismus – und die Gewerkschaft der Bauarbeiter)
  • (S. 283) Es hing nicht nur damit zusammen, dass sich “ die Führung der Union und nicht wenige ihrer Anhänger in die Vorstellung hineingelebt hatten, sie stellten die geborene Regierungspartei dar; man schien außerdem zu glauben, sie verfügten in der Außen- und Deutschlandpolitik über den Stein der Weisen.
  • (S. 300) Helmut Kohl übernahm die Partei. Die Anpassung an die außenpolitischen Realitäten zögerte sich um Jahre hinaus. Versuche, die Zeit anzuhalten, treiben immer auch drollige Blüten, so auch hier und nicht nur durch die bayerischen Übertreibungen.
  • (S. 375) Brandts visionärer Bericht an die Vereinten Nationen „North-South: A Program for Survival“ – Das Überleben sichern. Gemeinsame Interessen der Industrie- und Entwicklungsländer.
  • (S. 413) Arrogante Europäer und Amerikaner können gar nicht oft genug daran erinnert werden, dass die meisten Menschen in Asien leben.

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Führung nach der Pandemie

Vor ein paar Tagen ist mir ein Artikel der VDI-nachrichten aus dem letzten Jahr wieder in die Hände gefallen. „Führung im Jahre 2023“, aber auch in diesem Jahr sind seine Aussagen sicher noch gültig.

Barbara Stöttinger, Dekanin der Executive Academy an der Wirtschaftsuniversität Wien erklärt, welche Skills und welches Mindset Führungskräfte nutzen können, in einer Welt im Chaos, Unsicherheit und mangelnder Planbarkeit.

Krisen und Veränderungen müssen als Teil des Lebens akzeptiert werden. Resilienz entsteht, wenn wir auch kleine Erfolgsschritte anerkennen und verinnerlichen, dass die Dinge nicht mehr so werden, wie noch vor der Pandemie. Die Orientierung auf unsere Stärken und nicht unser Perfektionismus helfe in diesen Zeiten.

Das Thema Selbstführung tritt in den Vordergrund. Dazu gehören Empathie und Intuition, sowie der konstruktive Umgang mit Emotionen – mit den eigenen und mit jenen der anderen. Mehr zuhören als reden ist hier ein Erfolgsfaktor. In einer Gruppe muss die Sicherheit herrschen, dass man dort auch den Status Quo in Frage stellen kann.

Gerade in Zeiten des mobilen Arbeitens ist Vertrauen, die Basis von funktionierenden Beziehungen. Definieren sie auch gemeinsame Regeln, Art und Häufigkeit der virtuellen Kommunikation. Wertschätzendes Feedback bringt neue Energie in Teams und schafft den Mut, Neues zu probieren. Teamrituale sind ein Mittel, die Zugehörigkeit zu fördern.

Helfen sie ihren Mitarbeitenden, Prioritäten richtig zu setzen und unterstützen sie sie dabei, Tätigkeiten wegzulassen, die keinen Mehrwert generieren.

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Führen ohne Vorgesetztenfunktion – Kurs Tag 3 (von 3)

Im ersten Teil meiner Blogreihe „Führen ohne Vorgesetztenfunktion“ wurden die drei grundlegenden Säulen „Vertrauen – Ausrichtung – Macht“ besprochen. Teil 2 des Kurses hatte die Schwerpunkte Konflikt und Engagement. Im abschließenden dritten und letzten Teil steht schwerpunktmäßig das Thema Führungs-Mindset im Mittelpunkt.

Neben den positiven menschlichen Eigenschaften, spielen auch negative Einflüsse eine Rolle. Sei es von außen oder aus unserem eigenen Verhalten heraus. Jeder besitzt negative Eigenschaften in einem gewissen Ausmaß und in einer gewissen Balance. Die negativen Eigenschaften werden unter dem Begriff der dunklen Triade zusammengefasst. Hierzu gehören:

  • Narzismus – Selbstverliebtheit, dominante Grandiosität
  • Machiavellismus – heuchlerische Manipulativität
  • Psychopathie – aggressive Gefühlskälte

Es gibt zwei populäre Selbsttest, die Anhaltspunkte zur eigenen Dunklen Triade geben:

Im Kontrast dazu stehen die Eigenschaften, die eine herausragende Führungskraft ausmachen, das sogenannte Leadership-Mindset. Die Top 4-Eigenschaften bewunderter Führungskräfte umfassen:

  • Glaubwürdigkeit
  • Kompetent
  • Inspirierend
  • Vorausschauend

Eine gewisse Positivität in ihrer Denkweise, gepaart mit der Fähigkeit zu innovatiem und lösungsorientiertem Denken („Can-Do“ und „Was-wäre-wenn?„), ist von entscheidender Bedeutung. Die Anwendung paradoxer Intervention, bei denen bewusst gegensätzlichliche Handlungen ausgeführt werden, kann helfen, neue Perspektiven zu gewinnen.

Entscheidungsfindung in Teams kann durch Methoden wie Konsens und Konsent erleichtert werden. Während beim Konsens eine Einigung angestrebt wird, bei der alle Beteiligten zustimmen, basiert der Konsent auf der Soziokratie und erfordert lediglich das Ausbleiben schwerwiegender Einwände. Die bewusste Wahl der Entscheidungsmethode sollte auf die spezifische Situation und das Team abgestimmt sein.

Die positive Psychologie liefert wertvolle Erkenntnisse zur Förderung von Glück und Zufriedenheit, wie zum Beispiel Martin Seligmans Glücksformel:

Glück G = Veranlagung V + Lebensumstände L + Wille/Absicht W

Ein anderer Ansatz ist die positive Führung mit „PERMA“ von Markus Ebner (PERMA – Positive Leadership). PERMA steht für:

  • Positive Emotions
  • Engagement
  • Relationsships
  • Meaning
  • Accomplishment

Eine werteorientierte Führung, die auf gemeinsamen Prinzipien und Werten beruht, fördert Zusammenhalt und Vertrauen im Team. Die gemeinsame Festlegung von Werten und Prinzipien schafft eine Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

In jeder Firma sollten die geachteten Werte bekannt sein. Als Beispiel hier die sechs Leadership Anchors der Deutschen Telekom:

  • Begeistere unsere Kunden*innen
  • Einfach machen
  • Handle mit Respekt und Integrität
  • Offen diskutieren, dann geschlossen handeln
  • Ich bin die Telekom – Auf mich ist Verlass
  • Bleibe neugierig und wachse

Die Reflexion über das Vorbildverhalten anderer Führungspersönlichkeiten, sei es in der Arbeitswelt oder im persönlichen Umfeld, kann ebenfalls hilfreich sein, um eigene Entwicklungspotenziale zu erkennen.

Hierzu bietet sich an, sich die Frage „Wie wünsche ich mir eine Führungskraft?“ zu stellen.

  • Was hat ihren besten „Chef“ besonders gemacht?
  • Was haben Sie gelernt bzw. mitgenommen?
  • Welche Auswirkungen hatte er/sie auf andere?

Weitere Vorbilder sind bei Eltern, Freunden, Verwandten, Bekannten und Kollegen zu finden.

Als letzten Aspekt betrachten wir noch die kohäsive Führung. Sie betont den Zusammenhalt und die gemeinsamen Zielen und Werten im Team. Durch Offenheit und Selbstverspflichtung kann eine kohäsive Führungskultur geschaffen werden. Unterstützend kann hier die 5-Dysfunktionen-Pyramide von Patrick Lencioni verwendet werden.

Das Modell „PEP“ bietet eine strukturierte Herangehensweise zur Umsetzung der Prinzipien.

  • Purpose – positiver Sinn-Beitrag zum übergeordneten Ganzen
  • Education – Erwerb neuer Kompetenzen in eigener Verantwortung
  • Participation – Verantwortliche Einbindung der Mitarbeiter

Hiermit sind wir am Ende der drei Kurstage angelangt. Laterale Führung unterscheidet sich nur in wenigen Punkten von personeller Führung. Es stehen eine Vielzahl an gleichen Methoden und Möglichkeiten zur Verfügung. Die Reflexion über persönliche Ziele und Werte sowie die regelmäßige Selbstreflexion und Weiterentwicklung sind entscheidend, um eine effektive Führungspersönlichkeit zu werden. Der kontinuierliche Austausch im Team und das Einholen von Feedback bieten dabei wertvolle Möglichkeiten zur Verbesserung und Weiterentwicklung.

*Dieser Text entstand unter Mithilfe von ChatGPT 3.5

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