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Wiki oder Nicht-Wiki

Es ist mittlerweile eine längere Zeit vergangen, seit ich von der Einführung eines Wikis und dessen Nutzung in der Nachbarabteilung geschrieben hatte. Leider ist der „Abstand“ zur Nachbarabteilung durch eine Umstrukturierung größer geworden. Dies bedeutet leider, dann ich die Einführung und Nutzung dieses Wikis nicht mehr verfolgen kann.

Aber ich mache einen neuen Versuch. Seit 2 Jahren versuche ich ja mein Team zur Nutzung eines Teamwikis zu begeistern. Alle Versuche schlugen bisher fehl. Durch die Neuorganisation allerdings sind wir im Team in einer neuen Situation. Vorher nur 5 Mitarbeiter, jetzt sind wir 15. Vorher alle an einem Standort, ja die Büros liegen nebeneinander, jetzt aber sind wir über Süddeutschland vertreut.

Vor kurzem gab es ein erstes Teammeeting und siehe da, der Älteste (!) unter uns, 54 Jahre, bei weitem kein Digital Native, machte den Vorschlag, mein angefangenes Wiki im Team zu nutzen. Ich bekam große Ohren 🙂 Die anderen haben nur ein wenig genickt, von Begeisterung keine Spur. Unser Jüngster, ganze 27 Jahre, bekam den Auftrag hier einmal eine Idee zur Nutzung zu kreieren – Ehrlich, ich glaube, das war nur ein Alibiauftrag, weil unser Chef (49) nichts damit anzufangen weiß – Ich aber habe nach dem Treffen eine Email an alle versandt, um den Link zu verteilen und das Wiki ein wenig vorzustellen. Trotz neuer Zusammensetzung das gleiche Ergebnis (bisher).

Kein Feedback, kein Eintrag, keine Reaktion.

Nun, ich nutze es weiter nur für mich. Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Trotzdem aber ist es schon enttäuschend, dass die Resonanz so gering ist. Niemand, wirklich niemand, will sich dem neuen Medium stellen und versuchen, dies zu einem Nutzen und Erfolg zu führen. Sind wir alle zu alt? Haben es die Kollegen noch nicht verstanden, dass sich die Welt auch in den nächsten 20 Jahre ändern wird? Was fehlt? Ist es die Vorstellungskraft? Sind denn alle nur fremdgesteuert?

Es gibt ja Meinungen, dass sich Social Medien viral verbreiten. Ich sehe dies nicht so. Eine Einführung sehe ich (in meiner Firma) eher derart, dass es eine hierarchische Verordnung geben muss. Warum aber? Spricht dies nicht dem Gedanken einer flacheren Hierarchie in den Sozialen Medien zuwider? Oder aber liegt das an der Einstellung des Einzelnen zu seiner Firma und auch an der Einstellung zu Social Media?

Die nächsten Wochen werden wohl entscheidend sein für die Nutzung „meines“ Wikis für das Team oder aber nur allein für mich. Für diesen Fall werde ich das Wiki für alle in der Firma öffnen, dann gebe ich meinen Vorsatz auf, eine sichere Spielwiese für mein Team aufzubauen.

Wenn es Antworten zu meinen Fragen gibt, nur her damit. Vielleicht fällt mir dann eine Antwort leichter. Trotzdem, es bleibt spannend und ich berichte weiter. Hoffentlich dauert die nächste Meldung nicht wieder so lange.

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Wiki-Wiki-Firmenwiki

Heute Teil 2 über meine Erfahrungen mit Social Media im Unternehmen. Wer sich jetzt wundert, wo Teil 1 hier zu finden ist, mag ich beruhigen, da dieser noch in meinem alten Blog unter dem Titel „Sieht man dies im Outlook?“ erschienen ist. (Artikel ist nach Scones20 umgezogen, 06/2011)

Ein Wiki in der Firma zu nutzen ist ja ganz schön. Viele Leute schreiben Stichwörter und eine Erklärungen dazu. Andere Leute ergänzen dies Einträge und irgendwie füllt sich das Ganze. Jetzt gibt es ein Wiki in der Firma und ein Wiki im Netz. Wozu nun dieses Wiki in der Firma, wenn es doch im Netz schon steht?

Eine Anwendung ist, dass es doch (noch) viele firmenspezifische Dinge gibt, die es zu dokumentieren gilt, da es einmal so viel ist und zum anderen immer wieder neu erfragt wird. Jeder kann halt nicht alles wissen.

Jetzt aber soll – und ich schreibe soll, da ich es noch nicht erlebt habe – es möglich sein, dass man damit ganze Projekte durchführen kann. Sozusagen die Projektakte damit füllen und auch restliche Projektdokumentation und auch -Kommunikation damit führen soll. So recht ist mir die Anwendung und damit Nutzung noch nicht bekannt. Dazu werde ich mich dann bald aufmachen und mir dieses Thema aneignen.

Wer aber füllt nun dieses Firmen-Wiki? Wenn ich es mir ansehe, dann sind es doch schon recht viele Namen, die sich dort verewigt haben. Allerdings weiß ich leider nicht, wieviel „viel“ ist. Denn beim Ansehen fallen auch immer wieder die gleichen Namen auf. Meine Vermutung ist daher eher, dass es, wie in der außerfirmlichen Welt, nach der 90-9-1-Regel geht, wie ein Firmen-Wiki gefüllt wird. Ob es nun genau 90-9-1 oder vielleicht 80-8-12 ist vermag ich nicht zu sagen, aber die Wahrheit wird wohl hier irgendwo liegen.

Meine weitere Erfahrung Firmenblogs, dann im nächsten Artikel (bald).

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Sieht man dies im Outlook?

Seit Wochen trage ich den Gedanken in mir, einmal etwas über Enterprise 2.0 zu schreiben. Hier speziell über die Einführung von Social Media in ein Unternehmen aus Anwendersicht. Heute nun möchte ich damit starten.

Seit mehreren Jahren gibt es bereits ein Wiki in meiner Firma. Seit nicht ganz so langer Zeit gibt es auch interne Blogs. Vor wenigen Monaten dann kam der Microblog auf. Manchmal hört man auch, dass diese neuen Medien gut für die Arbeit seien. Man kann sich vernetzen, sein Wissen allen öffnen, neue Kontakte knüpfen. Auch soll es bei der täglichen Arbeit helfen.

Diese neuen Medien einzuführen ist erklärtes Firmenziel. Daher gibt es auch viele Kollegen, die sich mit der Auswahl und Betreuung der Tools beschäftigen. Seit ein paar Monaten nun, beschäftige ich mich näher mit diesem Thema.

Nachdem ich schon mehr als 4 Jahre blogge, mich im internen Wiki umgetan habe, dann der Microblog aktiv geschaltet wurde, dachte ich, ich könnte dies nutzen, um im Team den Social Media Gedanken einzuführen. Es ist doch so einfach, in einer geschlossenen Umgebung einfach mal dieses „Ding“ auszuprobieren. Doch ich machte die Sache ohne den Wirt aus, in diesem Fall ohne die Neugierde und Bereitschaft der Kollegen.

Es hat geschlagene 2 Wochen gedauert, bis sich 4, in Worten vier weitere Kollegen dazu bewegt hatten, sich im Tool anzumelden und einmal zu schauen, was denn der Microblog eigentlich ist. Was schreibe ich lange, mehr als einen Eintrag haben die vier Kollegen nicht fertiggebracht, seitdem liegt dieser brach, ist dieser tot.

Eine ähnlich Erfahrung machen gerade viele, die diese neue Welt einführen möchten. Oft kann man lesen, dass dann bei derartigen Veranstaltungen die verblüffende Frage kommt „Bekommt man dann eine Email“ oder „Sieht man dies im Outlook“. Verblüffend ist die Frage eigentlich ja nur, weil man sich im Vorfeld keine Gedanken gemacht hat, dass der Empfänger nicht so euphorisch, nicht so gewillt ist, dieses neue Arbeitsmittel sofort und unkritisch anzunehmen.

Viele Kollegen sind nicht mit diesen Medien aufgewachsen. Nicht jeder beschäftigt sich auch in seiner Freizeit mit Computern, dem Internet und dessen Entwicklung. Damit aber ist das Verständnis zur Einführung eines neuen Tools oder diesmal noch schlimmer, einer neuen Arbeitsweise gar nicht vorhanden.

Was aus meiner Sicht daher fehlt ist eine transparente Einführungsstrategie. Doch bevor ich hier meine Erwartungen dazu schreibe, noch ein paar Erfahrungen zu den Social Media.

Mein Antrieb den Microblog einzuführen beruhte einfach auf der Einsicht, dass Mitarbeiter in Zukunft nicht um Social Media im Unternehmen herumkommen. Es gehört nicht zu meinen Hauptaufgaben diese im Unternehmen einzuführen, damit gehöre ich zu den Laien in diesem Bereich. In meiner Euphorie dachte ich daher, dass meine Kollegen, da alle mehr technisch geprägt, auch einem gewissen Spieltrieb unterliegen und die Sache in einer geschützten Umgebung ausprobieren. Hier habe ich sie schlichtweg unterschätzt oder aber, ich habe die Einführung nicht gründlich durchgeführt.

Für heute möchte ich an dieser Stelle abschließen. In den nächsten Tagen möchte ich dann noch über meine jungen Erfahrungen mit Wiki, Blog aber auch über meine Erwartungen zur Einführung von Enterprise 2.0 im Unternehmen schreiben.

Wie heißt es so schön, bleiben Sie dran.

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