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Zoll und so (Teil 3) – story telling –

Im dritten Teil der vorläufige Abschluss unserer Erfahrung mit dem Deutschen Zoll. Teil 1 zeigte ja, wie naiv wir waren, Teil 2 wie wir nochmals überrascht  wurden und in Teil 3 nun kann man erfahren, wie man von mit Steuergeldern bezahlten Staatsdienern behandelt werden kann. Ich kann mir mittlerweile sogar vorstellen, es geht noch schlimmer, was in den Amtsstuben des Deutschen Zolls passiert.

Teil 2 endete, dass wir grübelnd nach Hause gefahren sind, nachdem wir zweimal wieder beim Zoll waren. Zu Hause angekommen, ging uns das Passierte nicht aus dem Kopf. Die Verpackung weggeworfen und dreist behauptet, dass sie nichts weggeworfen hätten, einfach gesagt, impertinent.

Was können wir tun?

Nach ein bisschen Überlegung, wir beschweren uns. Ein Anruf bei der Zollauskunft, das geht bei der übergeordneten Behörde, also dem Hauptzollamt Stuttgart. Wir also alles aufgeschrieben und hingeschickt. Nach 2 Wochen kam ein Brief von der Chefin, Dienstaufsichtsbeschwerde und wir nehmen ihre Beschwerde sehr ernst. Aha, also, die Gerechtigkeit nimmt ihren Lauf, mein Weltbild ein wenig gekittet. Das Wort klingt ja ziemlich gewaltig.

Dazwischen nun plötzlich ein Brief mit der Aufforderung, das Paket endlich zurückzuschicken, natürlich unter Androhung einer Strafe. Ich habe also beim Hauptzollamt nachgefragt und der Herr für Öffentlichkeitsarbeit will es klären. Gleichzeitig habe ich ihm mein Leid geklagt und er versprach, den Brief bald uns zu schicken. Weiterhin versprach er uns einen Aufschub von 4 Wochen zu geben und auch die Möglichkeit, das Paket über den Deutschen Zoll zurückzuschicken. Der erste Servicegedanke, der bisher aufgetaucht ist. Gleichzeitig empfahl er mir, uns direkt mit der Marktüberwachungsbehörde in Verbindung zu setzten und eine erneute Überprüfung zu veranlassen.

Wir wollten nicht so recht glauben, dass hier die interne Kommunikation so einfach verläuft und haben zunächst auf den weiteren Brief geantwortet. Passiert ist daraufhin nichts, war ja auch so gedacht.

Die Antwort auf unsere Beschwerde jedoch lies auf sich warten. Ich also mal wieder den Herrn für Öffentlichkeitsarbeit angerufen, es hätte ja sein können, dass ich mich verhört hatte. Aber nein, der Brief war noch nicht weggeschickt, kommt aber bald. Und dieses Mal, kam er wirklich. Was jedoch darin stand, hatte nicht im Entferntesten damit zu tun, was wir erwartet hatten. Daher hier eine kurze Zusammenfassung und der Leser möchte bitte einmal vergleichen, was ich bisher geschrieben hatte.

Da steht zunächst einmal eine lange Erklärung, was der Zoll macht und ist und vor allem was er nicht ist. Also die typisch deutsche Art Verantwortung und Zuständigkeiten abzulehnen.

Im interessanten Teil dann, nochmals die Aufzählung des Ablaufs aus Zollbeamtensicht. Da steht, dass wir bei unserem ersten Besuch die Ware angemeldet hätten. So gehört es sich auch, klar. Beim zweiten Besuch hätten wir nach der Umverpackung und der Begleitunterlagen gefragt, die durch den Deutschen Zoll vernichtet worden ist. „Dieser Aussage wird von den beteiligten Abfertigungsbeamten übereinstimmend widersprochen. Diese Umverpackung wäre, lt. den rechtschaffenden Beamten, bei meinem dritten Besuch (?) in kleine Teile, Schnipsel, geschnitten worden und vernichtet worden.

Nochmals also zum Mitdenken. Ich war, lt. der Beamten, also ein drittes Mal da und habe an diesem Tag alles zerschnitten, vor den Augen einer Abfertigungsbeamtin, die das dann für mich entsorgt. Grotesk und völlig absurd, oder? Und beim zweiten Mal, hätte ich nach dem Dokument gefragt. Lt. Darstellung des Deutschen Zoll, war ja hier noch alles vorhanden und es wurde somit nichts gefunden. Die Anforderungen, den zeitlichen Verlauf zu verstehen, sind doch recht groß.

Und irgendwie gab es noch einen vierten Besuch, der zeitlich jedoch in keinem Zusammenhang stand.

Wir waren sprachlos und mir ist als erstes das Sprichwort mit den Krähen eingefallen. Kein Wort einer Entschuldigung, kein Wort davon, dass uns angeboten wird, das Paket auf Kosten des Zoll zurückzuschickt, ja wir wurden erneut aufgefordert, das Paket zurückzuschicken und es wurde sogleich wieder der Zeigefinger erhoben und eine Strafe angedroht.

Das ist also Deutschland, das sind ehrbare deutsche Beamten.

In der Zwischenzeit hatten wir uns mit der Marktüberwachungsbehörde in Verbindung gesetzt. Dort wurde uns schnell (!) geantwortet. Ja ich konnte sogar mit dem Sachbearbeiter direkt sprechen, der mir den komplizierten Sachverhalt freundlich (!) erklärte. Es ist nicht nur ein Gesetz, nicht nur eine Vorschrift, nein, es sind derer viele und in Kombination anzuwenden. Selbst was als Produkt bezeichnet wird, ist geregelt und weiß bestimmt nicht jeder Otto-Normalverbraucher. Insgesamt ist es noch komplizierter als gedacht und hier dargestellt. Was er jedoch empfahl, um die Ware nach Deutschland zu bekommen war, dass wir sie bei einem Urlaub in Japan einfach dort kaufen und im Koffer nach Deutschland bringen. Nein, oder?

Wenn ich mir also eine Ware im Ausland kaufe, sie mir schicken lasse, dann habe ich größte Schwierigkeiten, sie in den Verkehr, also in meinem Fall, Eigenanwendung, zu bringen. Da will mich jeder vor allen möglichen Gefahren behüten und beschützen und mir alles mögliche vorschreiben, was ich zu tun und zu lassen habe. Da scheint das propagierte Weltbild des freien Welthandels, doch nicht so frei zu sein. Wenn ich sie jedoch im Koffer habe, dann interessiert nur noch der Preis, wegen der möglichen Steuereinnahmen, und Sicherheit? Pustekuchen, interessiert kein Schwein und auch nicht den Zoll oder die nachgelagerte Marktüberwachung, die Regierung und das EU-Parlament. Da wird also viel Aufheben um Sicherheit gemacht, viele Zollbeamten beschäftigt und wenn ich reise, dann ist fast alles egal. Das muss man nicht gleich verstehen.

Also aus Sicht der Marktüberwachung erhalten wir im Moment das Gerät also nicht. Bleibt der mehr als unverschämte Brief. Um hier nichts falsches zu machen, einfach mal die Frage an unseren Anwalt. Der erklärt mit, dass eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein stumpfes Schwert sei. Unter Juristen gilt auch  „Sie ist formlos, fristlos und fruchtlos“. Wozu dann der ganze Aufwand, so etwas zu etablieren? Da könnte man doch ganze Heerscharen an Beamten einsparen, die sich solch einen Blödsinn ausdenken und verwalten.

Die nächste Möglichkeit wäre eine Gegendarstellung zu verfassen, Erfolg nahe Null. Oder aber die nächst höhere Dienststelle, wir sind also bald beim EU-Parlament, den Fall nochmals darlegen, aber auch hier wird der Erfolg eher bescheiden ausfallen.

Wir kamen auch noch kurz auf den Gedanken, dies alles als „Persönlich“ zu deklarieren. Haben wir aber verworfen, da es zu Diskussionen führen könnte, selbst wenn es stimmte. Auch ist es in diesem Fall wahrscheinlich sogar kriminell.

Aus den Erklärungen kamen wir auf eine weitere Möglichkeit nämlich, wenn man die Ware trennt, in diesem Fall, 2 Teile und zuschicken lässt. Bei Päckchen Nummer 1 könnte es aber zur Anwendung anderer Gesetze führen, könnte aber auch klappen. Bei Päckchen Nummer 2 würde ich mir dann ganz einfach den Adapter schicken lassen. Falls es dann gefunden wird, wird es wieder zurückgeschickt oder vernichtet, das kennt man ja jetzt. Wäre aber nicht ganz so schlimm, denn dann könnte man ja etwas mit EU-Stempel kaufen, ginge also. Aber auch hier haben wir uns dagegen entschieden, ist viel zu aufwändig und wahrscheinlich letztendlich nicht legal.

Wir haben daher unseren Disput auf Eis gelegt. Jedoch haben wir uns geschworen, ein nächstes Mal wird es nicht geben. Folgende Maßnahmen haben wir uns ausgedacht.

  • Beim nächsten Zollbesuch werden wir alles fotografieren, alleine schon, um die Beamten zu schützen, damit sie sich keine Lügen ausdenken müssen, schließlich wollen sie ja ihre Pension erreichen.
  • Sollte es trotzdem dann wieder zu Unstimmigkeiten kommen, kommt nur noch der Gang zu Anwalt und eine Klage in Frage. Eine Dienstaufsichtsbeschwerde hat keinen Sinn und ist auch völlig sinnlos.
  • Den Tipp mit dem Koffer werden wir uns ganz bestimmt merken und uns über die Gesetzgebung freuen, wenn wir die EU-Grenze auf dem Rückweg mit einem breiten Grinsen überschreiten.

Betrachten wir nun noch mein Fazit. Der Deutsche Zoll mit seinen Beamten ist die bisher unfreundlichste Behörde, in den verschiedensten Richtungen, die mir je begegnet ist. Service scheint unvereinbar mit dem Deutschen Zoll zu sein. Ein Relikt aus alten Tagen in Deutschland. Sie dürfen sich alles erlauben, bis hin zur Lüge, ohne die Gefahr einer Strafe. Warum sie lügen? Nun, vielleicht steckt ja noch mehr und größeres dahinter. Aber das wäre nun Kopfkino oder Verschwörungtheorie und führt zu weit, denn Beweise liegen mir auch nicht vor, aber denken darf man es doch noch.

Dies ist Deutschland im Jahre 2016, unglaublich nicht?

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Zoll und so (Teil 2) – Vernichtet –

Hier nun Teil 2. Nachdem wir ja völlig unwissend Kontakt mit dem Zoll hatten, stellt sich nun heraus, es war noch nicht alles, was wir über den Zoll nicht wissen.

Das kleine Geräte war nun wieder in Japan und unser Lieferant hat uns erklärt, dass sie nun eine Erklärung der Sendung beilegen. Diese Erklärung besagt, dass alles konform ist und es hatte auch so bisher immer funktioniert. Wir stimmen zu, was auch sonst.

Es kam wie erwartet, der Brief, die Ware liegt beim Zoll und unser nächster Besuch beim Zoll. Die gleiche Frau, sie kennt uns ja schon und meinte, dass wir doch wüssten, dass wir so ein Gerät nicht einführen dürften und nahm die Ware mal schnell an sich.

Wieder viel Papier, wieder Kaution, wieder Digitalfotos und wieder eine Überprüfung bei der Marktüberwachungsbehörde. Also eine andere Behörde als der Zoll – wirklich, die ist ganz anders. Dieses Mal aber, waren wir vorbereitet, kennen die Begriffe, hatten uns erkundigt und hatten ja auch diese Bescheinigung beilegen lassen.

Der nächste Brief kam, wir sollen das Gerät wieder zurückschicken oder vernichten lassen, so wie in Teil 1. Zurückschicken? Und wozu dann diese Erklärung? Zwei Fragen, die nur vom Zoll geklärt werden können. Wir also hin.

Bei unserem zweiten Besuch (wichtig, bitte merken) dann, wurde von dieser Frau die Ware geholt. Sie, die Ware, kam, oben drauf ein Stückchen der Luftpolsterfolie mit dem Versandschein. Ich habe gefragt, wo denn die Herstellererklärung sei, die war auf der Umverpackung aufgeklebt. Da meinte diese Frau doch glatt, das wäre alles, was hier vor uns stünde. Also nochmals die Frage, wo ist der Rest der Verpackung. Da wäre keine weitere Verpackung dabei gewesen, das sei alles. Also ich glaubte, ich wäre im falschen Film.

Nur um dies nochmals bildlich darzustellen. Um die Ware ordentlich mit Luftpolsterfolie zu verpacken, benötigt man ca. 1 qm von der Folie. So ein Paketschein oben drauf ist ca. 15cm x 20cm groß, nicht viel mehr ist auch von der Luftpolsterfolie übrig. Diese Frau, eine Beamtin des Deutschen Zolls, behauptet also voller Überzeugung, dass hier nur diese 0,3 qm Luftpolsterfolie zur vollständigen Verpackung benötigt worden sei.

Nun, nach einigem hin und her, das kennt man ja schon aus Teil 1 und scheint die Masche dieser Frau zu sein, endlich, ja der Rest der Verpackung wurde weggeworfen. WEGGEWORFEN! Meine Ohren sind ja noch recht gut, aber das? Da wird also vom Deutschen Zoll, von einem deutschen Beamten Beweismaterial vernichtet, ohne dass der Fall abgeschlossen ist. Mein Weltbild vom integeren Beamten zerbrach.

Wir haben zwar dann noch, gut versteckt, einen weiteren Zettel gefunden. Der jedoch hatte die Aufschrift „Invoice“ und war leider nicht die Erklärung, nach der wir suchten.

Wir haben dann noch einen Kollegen geholt, der für die Digitalbilder und den Kontakt zur Marktüberwachung zuständig ist. Er meinte nur, dass nichts mehr da sei und verschwand, aus unserer Sicht, mit schlechtem Gewissen.

Wir also mussten dann die Ware wieder unter zollamtlicher Überwachung zurückschicken oder vernichten lassen. Wir haben uns auch dieses Mal fürs zurückschicken entschieden und gingen. Was jedoch passiert ist, ging uns nicht aus dem Kopf.

Es kommt jetzt noch ein Teil 3. Der erscheint separat, sonst wird es hier einfach zu lang.

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Zoll und so (Teil 1) – modern times –

Es gibt nicht nur Firmen, sondern es gibt auch noch Behörden, die arbeiten wie vorgestern und von dem Wort Dienstleistung oder Service haben sie auch noch nichts gehört. Sonst schreibe ich ja gerne über die Post, heute aber will ich einmal über den Deutschen Zoll, speziell das Zollamt Hafen in Stuttgart, schreiben.

Wir hatten uns im April ein kleines elektrisches Gerät aus Japan bestellt und liefern lassen. Wir waren so ehrlich und haben den wirklichen Betrag auf die Inhaltserklärung schreiben lassen. In der Erwartung nun noch die Einfuhrsteuer zu zahlen zu müssen, haben wir uns schon darauf eingestellt, die Ware beim Zoll abzuholen. So kam es auch, allerdings ein wenig anders als gedacht.

Zunächst einmal wurde uns der komplette Inhalt nicht sofort ausgeliefert, sondern das elektrische Gerät musste zu einer Prüfung. Die Prüfung bestand dann daraus, dass einige Digitalfotos erstellt wurden, diese zum RP Tübingen geschickt wurden und dort die Bilder betrachtet und bewertet wurden.

Das Ergebnis war, das Gerät hat kein CE-Kennzeichen, keine deutsche Bedienungsanleitung und man hat auch keine Sicherheitshinweise gefunden und darf daher nach EU-Recht nicht eingeführt werden. Der freie Welthandel ist wohl nur ein Lippenbekenntnis in Europa. Gut, Produktsicherheit muss sein, aber so richtig Mühe hat man sich bei der Prüfung auch nicht gegeben. Schließlich könnte man sogar Ausnahmen machen, wurde uns gesagt.

Wir waren ein wenig überrascht, doch wenn es so ist, ist es eben so. Auf dem Schreiben stand dann noch, dass das Gerät unter zollamtlicher Überwachung zurückgeschickt werden muss oder eben vernichtet werden muss, wir müssen uns entscheiden. Wir also wieder hin zum Amt und gesagt, ok, wir würden es unter zollamtlicher Überwachung zurückschicken. Dann die Frage, ob wir einen Karton und einen Paketaufkleber dabei hätten.

Was? Wieso muss ich das zurückschicken? In einem anderen Fall wurde dies direkt durch den Zoll zurückgeschickt. Es steht doch da, zollamtliche Überwachung.

Da meinte diese Beamtin, dass ich diesen Karton bräuchte und wenn ich Fragen häbe, hätte ich ja anrufen können. Ich meinte, ich hätte keine Fragen, da ich davon ausgegangen wäre, dass eine zollamtliche Überwachung durch den Zoll durchgeführt würde. Ja, wenn ich keine Fragen hätte, wäre ja alles klar, auf dem Zettel würde alles Notwendige stehen und der Karton wird benötigt. Ich wieder, wo das steht, da steht es doch, hin und her.

Das Ende war, diese Frau dreht sich um und will nicht mehr mit mir sprechen.

Ist das alles etwa noch Bürgerservice?

Da steht irgendein zollamtlicher, rechtlicher Begriff und ich muss wissen, was das heißt? Kann denn nicht auf diesem Papier stehen, dass ich bei der Rückführung unter zollamtlicher Überwachung dies 1.) selbst durchführen muss, 2.) ich einen passenden Karton plus Verpackungsmaterial mitbringen muss, 3.) dies nur als Paket möglich ist  und 4.) auch noch eine Kaution fällig ist. Da muss unser BFM Schäuble wohl noch etwas nacharbeiten.

Nichts davon steht da, nur sture Beamten vor mir, die gar nicht verstehen, dass wir in einer Servicegesellschaft leben wollen. Das Ende war,  wir haben alle Utensilien mitgebracht, wenigstens den Rest der Ware endlich erhalten und das Paket wurde mit einer Nämlichkeitssicherungsschnur oder so ähnlich versehen und wir sind zur Post. Dort müssen auf einem Formular 3 Kreuze gemacht werden, Stempel und Unterschrift, fertig. Was soll ich sagen, die bei der Post wussten auch nicht, dass sie das zu tun haben.

Nur als kleine Nebenbemerkung, diese Schnur muss von einer anderen Abteilung angebracht werden. Also nicht die Übergabebeamtin darf das, sondern das geschieht in einem anderen Stockwerk, in einem anderen Zimmer, mit richtiger starker Schnur und einem Siegel. Irgendwann hatte ich noch eine Frage und sie hat noch was vom einem Amtsboten gesprochen und ich war gedanklich im Mittelalter und habe Pferde gesehen – ich habe dabei nicht gelacht. Moderne Verwaltung im Jahre 2016.

Insgesamt haben wir 11 Seiten Papier erhalten, wahrscheinlich ist die gleiche Menge auch beim Zoll verblieben. Ökologie im Amt neben Service im Amt scheinen zwei Fremdwörter zu sein.

Neben dem Erlernen von neuen Worten, der Erkenntnis, dass beim Zoll noch so gearbeitet wird, wie zu Kaisers Zeiten, der Bürger nichts zählt und Staatsdiener nicht dem Bürger dienen und wir das Gerät nicht mehr haben, wir es jedoch haben wollen, ging das Kopfkino los, wie wir das Gerät doch noch irgendwann in unseren Händen halten können. Durch das Verhalten der Beamtin und auch, was sie sonst noch so erzählt hat, kamen dann solche Fragen auf:

Gibt es eine Möglichkeit, auch ohne CE-Zeichen zu importieren?

Was ist, wenn das Gerät durch einen Touristen hierher gebracht wird und mir geschenkt wird? Darf das hier vielleicht sogar durch den Touristen gar nicht benutzt werden, hat ja kein CE-Zeichen?

Was ist, wenn ich unter 45 EUR Warenwert und Geschenk auf das Paket schreibe oder unter 22 EUR bei gewerblichen Sendungen bleibe? Solche Pakete werden wahrscheinlich gar nicht so häufig kontrolliert und alle haben ein ruhiges Gewissen.

Ja, da kommen nicht nur legale Gedanken auf.

Kennt ihr das aus eurer Erfahrung?

Aber es geht noch weiter und ganz anders als gedacht, steht dann in Teil 2.

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Das Märchen von der guten Post

Es war einmal ein Päckchen, das wurde vor nicht allzu langer Zeit, genau am 07. November dieses Jahres bei der Post in Japan aufgegeben. Und da es schnell an seinem Zielort in Deutschland sein sollte, hat man es mit Expressversand auch hierher geschickt. Hierfür gibt es dort ja EMS.

Die moderne Technik machte es möglich, dass es bereits 2 Tage später in Old Germany auf dem Frankfurter Flughafen ankam. Sein erster Kontakt, der Deutsche Zoll. Ja, mmh. Am besten jetzt langsam weiterlesen, denn schneller geht es hier einfach nicht.

Nach ein paar Tagen machte ich mir dann Sorgen und schaute auf der Tracking-Seite von EMS nach, was da passiert. Wie ich feststellen musste, ist da zunächst einfach nichts passiert. Das Päckchen war im Zoll und war im Zoll, tagaus, tagein. Also habe ich den Zoll in Frankfurt auf dem Flughafen angerufen. Natürlich war die Rufnummer, die man im Internet findet, nicht die richtige. Doch der freundliche Zollbeamte gab mir die richtige und ich habe es mal dort versucht.

Der gute Mann gab mir dann zunächst einmal eine Lehrstunde in der Zöllnerei (ich hoffe das sagt man so), das kleine 1×1 des Zolls sozusagen. Dieses besagt, dass die Post, aha, die Päckchen durch den Zoll bringen muss. Dies kann sie elektronisch aber auch manuell, also mit einem richtigen Postmitarbeiter machen. Und auch, Päckchen mit EMS-Versand werden bevorzugt behandelt.

Also flugs die Post (oder DHL oder wie die auch immer wieder heißen, für mich egal und alles gleich) angerufen, 2 mal die falsche Nummer gewählt und habe dann herausgefunden, dass es für den EMS-Versand, bei DHL-Express (man beachte das 2. Wort) eine Extrastelle gibt, die mir Auskunft geben kann. Jetzt war es leider schon Freitag und auch schon nach 18:00 Uhr, da gibt es leider das ganze Wochenende lang kein „Express“ mehr. DHL-Express legt sich schlafen, verträumt das ganze Wochenende und am Montag dann, ja am Montag dann, konnte durfte ich dann wieder einmal anrufen.

Die gute Frau war ja recht hilfsbereit. Sie erklärte mir, dass sie auch nicht so genau wüsste, warum ein Expressversand, der ja bevorzugt behandelt wird, eine Woche beim Zoll verbringt. Den nächsten Satz muss man sich jetzt ein wenig merken, ist nicht schwierig. Sie ruft daher beim Zoll an und gibt mir schnellstmöglich Bescheid. Das hat sie auch, kaum 2 Stunden später (das ist nicht ironisch gemeint!) hatte ich die Antwort. Im Päckchen sind ein paar nach deutschem Recht nicht genehmigte Dinge drin und es wird zurückgeschickt. Oha, aber gut, wenn es so ist, ist es so, akzeptiert. Das Päckchen bewegt sich also.

Die erste Woche geht vorbei, die zweite Woche ebenso. Und da, ein Brief, ein Brief von der Zollübergabestelle Deutsche Post/DHL in Stuttgart. Was ist nur los? Schnell mal wieder beim Tracking-Service von EMS nachgesehen und ich stelle fest, das Päckchen ist bei der zustellenden Postfiliale und es wurde versucht, es mir zuzustellen. Schaut man das gleiche auf den Seiten von DHL an, sieht es noch viel besser aus. Das Päckchen ist per Kurier (!) nach Stuttgart gekommen und wurde ausgeliefert (!), mit Namen (!), leider ist dies nicht meiner. Dem Leser wird jetzt bestimmt auffallen, hier stimmt etwas nicht.

Aber, heute bin ich erwartungsfroh gen Zollübergabestelle gefahren. Und dort wurde mir nun gesagt, dass in dem Päckchen ein paar nach deutschem Recht nicht genehmigte Dinge drin sind und es kann jetzt vernichtet werden oder es wird zurückgeschickt. Ich habe mich für letzteres entschieden. Aber ich stellte mir auch die Frage, warum muss ich zu der Zollübergabestelle und warum wird dies nach Stuttgart geschickt, obwohl mir 14 Tage zuvor etwas anderes gesagt worden ist. Die freundliche Zollmitarbeiterin konnte mir hierzu keine Auskunft geben und sagte, dass dies die Post aber tun könnte. Die Post mal wieder, mein Mut, der sank, meine Hoffnung, nahezu begraben.

Und es kommt, wie es kommen muss. Ich rufe die Post an, die Nummer kenne ich ja schon. Eine andere Dame, die nun erklärt mir, dass das Regierungspräsidium in Darmstadt die Sendung doch noch freigeben hatte, so dass es nach Stuttgart geleitet worden ist. Eine Kopie der Erlaubnis kann sie mir nicht geben und sie weiß natürlich auch nicht, wieso so etwas 14 Tage lang dauert. Auch hat jedes Bundesland seine eigenen Gepflogenheiten, was bedeutet, dass wenn das RP DA etwas freigibt, dies vom RP Stuttgart oder Stuttgarter Zoll noch lange nicht akzeptiert wird. Und jetzt Achtung, was hatte ich vorhin geschrieben? Sie kann aber auch nicht den Zoll anrufen, um hier nachzufragen. Die eine kann also, die andere nicht. 2 Klassen Mitarbeiter bei der Post. Beinahe wäre ihr auch noch der deutsche Lieblingssatz „Ich bin nicht zuständig“ herausgeruscht, aber es ging noch einmal gut.

Nun der Zoll, da war ich ja heute schon einmal, ich rufe also nochmals an. Werde dann auch noch an einen freundlichen Zollbeamten weitergeleitet, der mir folgendes erklärt. Wenn das RP DA etwas freigibt, wird ein Vermerk auf dem Päckchen hinterlassen. Sofern das Päckchen dann nicht mehr verzollt werden muss, wird es sogar direkt zugestellt. Da es aber in Stuttgart beim Zoll angekommen ist, hätte es verzollt werden müssen (musste es nicht!) oder aber der Vermerk ist nicht da. Damit hatte ich meine 2. Lehrstunde in der Zöllnerei. Dass das RP DA für ihn nicht zuständig ist, hat er merkwürdigerweise nicht gesagt, da scheint die Post etwas nicht zu wissen. Ein Anruf beim RP DA rät er mir nicht, da wenn ich nicht genau angeben kann, um welches Produkt und um welche Inhaltsstoffe es sich handelt, ich sowieso keine Auskunft erhalten kann.

Und dann, mein Herz wurde ganz weich, erzählt er mir, ganz privat, das habe ich vorsichtshalber abgeklärt, dass er genau die gleichen Probleme mit der Post hat wie ich, nur täglich und auch mehrmals. Das dieser Laden nur auf Profit aus ist und oft nur unausgebildete Mitarbeiter die Post ausliefern und transportieren lässt. Wir sind bei unserem Gespräch fast Freunde geworden 🙂

Was kann ich da nur machen? Die Post versteckt sich meist hinter einer Hotline, anonym, da geht es nicht weiter. Auch hat die Post keinen Einfluss auf den Zoll. Der Zoll allerdings, der wartet auf die Post. Damit dreht sich alles im Kreise, ich mittendrin und kann nichts machen, keiner ist zuständig, ich bin ausgeliefert.

Das Schlimme daran ist, dass die Post Versprechungen abgibt, die sie nicht einhalten kann. Dass die Post horrende Gebühren nimmt, aber danach ihre Leistung (ich will ja nicht Service schreiben) vergisst. Der Dumme ist der Verbraucher. Die Post, die lässt man machen, keinen störts, solange der Aktienkurs halt stimmt.

Das letzte bisschen Hoffnung, was ich beim Thema „Deutsche Post“ noch habe, ist der Nikolaus und das Christkind. Ich wünsche mir also hiermit eine richtige Alternative zur Post zu Weihnachten und verspreche, diese dann für immer zu wählen. Eine Firma, die Briefe und Pakete schnell und zuverlässig transportieren und auch zustellen kann, die diesen Service zu den Preisen, die im Ausland üblich sind, auch in Deutschland zur Verfügung stellt. Die einen Ansprechpartner hat, der auch zuständig ist.

Ja, das wünsche ich mir.

Update
Das Päckchen ist tatsächlich zurückgeschickt worden. Es hat zwar noch 4 Wochen beim Zoll in Frankfurt herumgelegen, bis mal wieder jemand bemerkte, dass da noch etwas getan werden muss. Nach 2 Monaten, Expressversand war die Ursprungsversandart, ist es wieder beim Empfänger angekommen. Leider 12h zu spät, wir waren schon weg. Ich weiß nicht wer von beiden, Zoll oder DHL, langsamer arbeitet, jedoch beide Behörden zusammen, reichen jeder Schnecke zur Ehre. Und wenn man den Zoll anruft, dann liegt es an DHL, ruft man DHL an liegt es am Zoll, diese Kombination ist wahrscheinlich sehr sorgfältig ausgewählt worden und die Partnerschaft ebenso. Auf jeden Fall ist weder Sender noch Empfänger in der Lage, dieses Geflecht zu durchdringen. Das Beste an allem ist, keiner ist verantwortlich. Das ist das Paradies.
Und noch eine Wette, es werden weitere Berichte über dies Trauma-Paar folgen.

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