Archiv der Kategorie: Telekommunikation

Android: Die ersten 100 Tage mit dem Tablet

Die ersten 100 Tage meiner Android-Erfahrung sind vorbei. Viele werden jetzt sagen, na und? Nun, eigentlich ist auch nicht viel passiert. Ich habe mich an Android gewöhnt, ich benutze Android so, als wenn ich dies schon immer nutzen würde. Aber genau dies ist ja das Besondere daran. Die Nutzung ist so einfach, dass man gar nicht mehr darüber nachdenkt und man es mehr als Selbstverständlichkeit betrachtet, als etwas Besonderes. Viele erinnern sich sicher noch an Windows, so selbstverständlich war und ist es heute nicht, dies zu benutzen.

Der Einstieg in die Android-Welt bildet das Google-Konto. Ohne dieses Konto geht nicht viel. Mit dem Konto fast alles. Ob dies nun gut ist, dass Google weiß, welches Endgerät ich benutzte, welche App ich lade oder was auch immer noch an Google geschickt wird, dies mag aber jeder mit sich selbst ausmachen. Hysterische Diskussionen überlasse ich anderen.

Manche Anwendungen erkennen, dass es sich um ein mobiles Gerät handelt und lehnen die von Windows gewohnte Bedienung ab. z.B. Twitpic, Gelbe Seiten oder auch in WordPress zu editieren. Ja oft ist es auch so, dass verschiedene Funktionen mit der mobilen Version leider gar nicht gehen oder zumindest nicht richtig.

Als Browser habe ich den mitgelieferten Browser „Browser“ (man Programme erkennen ihn als älteren Safari-Browser) und den Opera-Mobile-Browser verwendet, beide mit mäßigem Erfolg. Firefox auf Android ist momentan eher mittelmäßig. Eine etwas andere Bedienung und langsam, deutsche Umlaute sind teilweise nicht dargestellt. Insgesamt sehe ich ihn als noch nicht für Android optimiert an, für mich recht enttäuschend.

Will man einen Text schreiben, so kann man dies zwar mit der Tastatur (Tablet oder angedockt), allerdings fehlt mir hier die DEL-Taste. Vielleicht ist eine Bluetooth-Tastatur doch besser, obwohl ich nicht weiß, wie diese mit Android zusammenarbeitet und ob alle Tasten überhaupt funktionieren. Vielleicht gibt es ja hier bereits Erfahrungen, diese würden mich zumindest interessieren.

Beim Editieren stellt sich auch die eine oder andere Schwierigkeit beim Markieren von Wörtern ein. Zu Beginn war mir diese Funktion nicht klar. Mittlerweile weiß ich, dass ich durch langes Drücken auf das Wort oder einen Link die Editierfunktion auswählen kann. Dies habe ich aber nur durch Trial and Error herausgefunden.

Faszinierend ist das Bedienen mit der Hand. Die Genauigkeit der Tabletoberflächen ist beeindruckend.

Was mir ein wenig fehlt, ist die (gewohnte) Fensterdarstellung (Android 4.0) und sehen, was es gerade in anderen Fenstern passiert, ohne Umschalten zu müssen. Aber auch hier habe ich schon gesehen, soll es in Android 5 (?) Abhilfe geben.

Was wirklich Spaß macht, ist wenn die Apps ineinandergreifen. Z.B. kann ich mir einen Link für später in Evernote merken, anklicken und hochladen. Später dann gehe ich zu Evernote, markiere den Link und klicke auf Ansehen. Das gleiche passiert mit dem Teilen von Links über Twitter. Das ist einfach Integration ohne Schnörkel.  Und das muss auch so einfach sein, damit es akzeptiert wird.

Was recht störend ist, dass man nicht mehr verwendete Apps in seinem Konto nicht löschen oder zumindest so  entfernen kann, dass man sie nicht ständig mehr sieht. Zu Beginn ist es sicher noch recht übersichtlich, doch was passiert nach einem oder zwei Jahren Nutzung?

Mit meinem Tablet schreibe ich auch manchmal einen Text für meinen Blog. Schön daran ist, dass alles übers Internet geht. Da gibt es keine Draft-Version mehr als Textdatei. Meist schreibe ich meinen Draft zuerst in Evernote, könnte ich auch bei meinem Anbieter, wordpress.com, machen. Wenn es dann aber um den Feinschliff geht, d.h. zum einen, wenn ich die Formulierung noch ein wenig anpasse, aber eigentlich wenn ich die Formatierung anpasse, greife ich wieder auf den „alten“ Windows-PC zurück. Das Arbeiten mit der Maus, zum Markieren, ist einfach dort einfacher und bequemer und geht letztendlich einfach schneller.

Das Tablet ist für mich ein wirklicher Zugewinn. Zuerst dachte ich, dass es mein Notebook fast ersetzt, doch mittlerweile sehe ich dies nicht mehr so. Das Tablet ergänzt vielmehr mein Notebook. Aber ich nutze das Tablet mittlerweile, d.h. nach 3 Monaten, mehr und öfters als den PC. Das Tablet ist einfach schneller, bietet mir durch die Apps eine hohe Flexibilität und auch Einfachheit. Alleine nur das Booten, oft bin ich schon mit dem was ich tun möchte, eine einfache Suche, fertig, da bin ich beim PC noch nicht einmal richtig eingeloggt. Die Apps bieten mir Spezialanwendungen, wie z.B. TED-Talks, dazu müsste ich mich nach einem Link umsehen und hätte dann aber eine nicht ganz so schöne Ansicht.

Soweit meine ersten Eindrücke mit dem Tablet und Android.

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Android: Synchronisationssoftware

Neben meinem Tablet habe ich auch noch ein Android-Handy Samsung S Plus (dienstlich). Hiermit möchte ich auch mit meinem Erfahrungsbericht mit Android-Geräten beginnen. Mein Handy benutze ich hauptsächlich derzeit (noch) zum Telefonieren und um meine Termine zu festzuhalten. Hierzu war mein Vorhaben, dies mit meinem Email-Konto in Outlook zu synchronisieren.

Da ich mit der Herstellersoftware von meinen Handys zuvor gute Erfahrungen gemacht habe, habe ich auch diesmal die von Samsung mitgelieferte Software „Kies“ installiert. Hätte ich zuvor nur die einschlägigen Meinungen hierzu im Internet gelesen. Also alles was ich darüber gelesen habe, kann ich nur bestätigen. Kies ist das letzte was man hierzu einsetzen sollte, wirklich das letzte.

Folgendes ist passiert. Beim erstmaligen Kontakt mit meinem Handy hat Kies ein Firmware-Update vorgeschlagen. Dies ging dermaßen in die Hose, dass ich mein Handy bereits nach wenigen Tagen der Benutzung austauschen musste. Beim nächsten Connect wurde mir zum Glück keine Firmware-Update vorgeschlagen, da dieses bereits installiert war. Dies ließ mich in der Hoffnung, dass es ja jetzt ein leichtes sei, Kontakte und Kalendereinträge zu synchronisieren. Ich habe es nicht hin bekommen, keine Chance. Wieso Samsung hier keine Verbesserung seiner Software durchführt, frage ich mich.

Kies ist einfach nicht zu verwenden.

Die Abhilfe brachte MyPhoneExplorer. Installieren, verbinden, synchronisieren, fertig. Mehr muss man hierzu nicht sagen, es funktioniert einfach.

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Erfahrungsbericht + Update: Asus Transformer Tablet TF300T

Vor wenigen Tagen habe ich mir mein Asus Transformer Tablet TF300T gekauft. Zuvor hatte ich mich noch bei Uwe Hauck (bei Twitter unter @bicyclist bekannt) informiert, da in seinem Blog „Living the future“ genau zu diesem Thema ein Beitrag erschienen ist und ich kann es sagen, dieser den letzen Ausschlag gegeben hatte, genau dieses Tablet zu kaufen. Hier nun meine ersten Erfahrungen mit meinem ersten Tablet.

Insgesamt hatte ich vor ein paar Monaten bereits den Entschluss gefasst, ein Tablet zu kaufen. Apple, Samsung, dies sind die beiden Namen, die als erstes mit Tablets in Zusammenhang gebracht werden. Doch in einigen Hitlisten bin ich auch auf andere Hersteller, Asus, Acer und weitere, aufmerksam geworden. Letztendlich habe ich mich für das von Asus entschieden, weil mich die Möglichkeit der andockbaren Tastatur, ein Tablet und Netbook gleichzeitig zu haben, begeisterte.

Auch habe ich nur wenig Erfahrung mit Android (mit iOS gar keine), dies soll hier aber kein Thema sein und wird in einem weiteren Beitrag behandelt.

Vor dem Kauf hatte ich mich beim Händler auch über das Vorhandensein von Schutzhüllen für das Tablet erkundigt. Dieser meinte, dass er keine hätte, dass das Tablet ein wenig größer als die anderen sei. Dies machte mich schon ein wenig stutzig, hat mich letztendlich allerdings nicht vom Kauf abgehalten. Trotzdem hier einmal ein paar Maße verschiedener Tablets:

Asus Transformer TF300T      263 x 180.8 x 9.9 mm

Samsung Galaxi Tab 10          257 x 175 x 8,6 mm

Sony Tablet S                           241,2 x 174,3 x 10,1 mm

Acer Iconia A510                     260 x 175 x 10,95 mm

Das Gerät erhielt ich sauber verpackt in einem Kasten. Der erste Eindruck war daher schon einmal gut. Karton geöffnet, alle Teile sind in Plastik eingepackt. Hier kam es dann zu der ersten Überraschung. Steht doch auf der Plastikhülle, dass es einen LED-Blitz für die Kamera geben soll, obwohl es dies lt. Hersteller gar nicht geben dürfte. Letztendlich gibt es ihn auch nicht, schade.

Der Gehäuseboden ist aus Kunststoff. Manche sagen, dass sich ein solcher minderwertig anfühlt. Ich kann dies nicht bestätigen. Für mich fühlt er sich angenehm an, dies kommt sicher von den darin enthaltenen Rillen, die auch optisch das Tablet aufwerten.

Das Tablet musste zu Beginn, wie alle Geräte mit Akku, aufgeladen werden. Hierbei muss ich die Besonderheit des Tablets bemerken. In der Tastatur befindet sich nämlich ein weiterer Akku, der zusammen mit dem Tablet-Akku dem Gerät eine Laufzeit von 15h geben soll. Ich habe sie noch nicht exakt gemessen, aber es kommt annähernd hin. Gut zu beobachten ist, wie das Gerät mit den Akkus umgeht. Der Hauptakku ist der Tabletakku. Dieser wird als erstes geladen und bei angesteckter Tastatur von dieser geladen bzw. als letztes entladen. Dies ist eine wirklich eine praktische Sache.

Zu Beginn hatte ich mir das Android-Menü genauer ansehen, um mich auf dem Tablet zurechtzufinden. Habe ein paar Schreibfehler gefunden, welche aber nicht wirklich schmerzlich sind. Anschließend ging das Tablet ans Netz. Kaum war es verbunden, wurde eine neue Firmware aufgespielt (in der Zwischenzeit gab es sogar schon wieder eine neue). 10 Minuten sollte sie dauern, sie hat ca. 10 Minuten gedauert, das Tablet war upgedated und lief auch anschließend noch problemlos (vor ein paar Tagen hatte ich mit meinem Handy eine ganz andere Erfahrung machen müssen).

Danach hatte ich die Performance des Tablets ein wenig mit Youtube-HD-Videos und TED-Videos getestet. Alles lief ohne Probleme, der Download, das Abspielen. Es gab hierbei keine Aussetzer oder Ruckler.

Beim Surfen dann bin ich noch drauf gestoßen, dass man auch Screenshots leicht erstellen kann. Dies muss man beim Asus-Tablet unter „Asus – Benutzereinstellungen“ aktivieren. Und schon kann man durch längeres Drücken der Taste „Recent Apps“ (Taste für kürzlich benutzte Anwendungen – die Androidübersetzung) einen Screenshot machen, einfach Klasse. Die Screenshots findet man dann in der Photo-Galerie.

Und jetzt noch ein Gadget, welches ich beim Tippen dieses Textes erst herausgefunden habe. Die Asus-Tastatur ist auch gleichzeitig eine Swype Tastatur, nettes Gimmick. Die nächste schöne Sache ist das Multitasking. Rasch mal auf die Taste „Recent Apps“ gedrückt und schon öffnet sich eine Taskliste der geöffneten Apps, aus der man dann schnell die Task wechseln kann. Allerdings fehlt mir ein wenig die durch Windows gewohnte Fensterdarstellung.

Derzeit gibt es noch 2 offene Dinge, für die ich keine aktuelle Lösung habe. Das eine ist eine passende Schutzhülle zu finden, das sollte aber kein Problem sein. Die andere Sache ist ein schönes Spiel für das Tablet zu finden. Das wird ein wenig schwierig, denn was ist schön?

Nach dem vielen Loben nun doch zwei „Negativ-„Punkte, die aber bereits auch schon einschlägig bekannt sind.

Hier ist zunächst die Balance des Tablets mit angesteckter Tastatur nicht die beste. Sofern man auf einer ebenen Fläche nur die Tastatur benutzt, ist alles in Ordnung. Sollte man dann aber auch noch auf die Idee kommen, auf den Bildschirm zu drücken, fängt es an ein wenig schwierig zu werden. Die Kombination fängt nämlich an leicht zu kippen. Dies ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Gleiches gilt, wenn man das Tablet in dieser Kombination auf den Knien zum Lesen und Schreiben benutzt. Es kann einfach leicht kippen. Hier hätte Asus einfach noch ein paar mehr Gramm spendieren müssen, dann wäre auch dieses Problem geringer geworden. Aber dies ist dem Run auf die leichtesten Tablets (mit Tastatur) geschuldet. Ich behelfe mir nun mit der Verwendung eines Stylus. Dies ist eine interessante Methode, um mit dem Tablet zu arbeiten. Mit der Tastatur tippen und parallel mit dem Stylus auf dem Bildschirm arbeiten.

An das spiegelnde Display habe ich mich in den wenigen Tagen noch nicht gewöhnt. Leider haben dies ja mittlerweile die meisten Monitore, Notebooks, usw. Weiterhin kommt es natürlich immer darauf an, woher das Licht kommt und was gerade auf dem Bildschirm in welcher Helligkeit zu sehen ist. Damit wiederum ist es nichts Ungewöhnliches und allseits bekannt. Trotzdem werde ich mir sehr wahrscheinlich eine matte Schutzfolie zulegen, damit dieses Problem entfällt oder zumindest weniger wird.

FAZIT
Bisher gefällt mir das Tablet, da ich allerdings keinen Vergleich habe, kann ich hier nicht sagen, ob es besser oder schlechter als andere ist. Sollte aber jemand in Betracht ziehen, ein Tablet zu kaufen und auch noch eine Tastatur dazu wollen, dann ist vielleicht dieses oder ein anderes Transformer Tablet – der Geldbeutel hat ja hier auch ein Wort mitzureden – das richtige.

Update, 21.06.12:

Nachdem ich nun mein Tablet ein paar Tage habe, hier ein Update zum obigen Artikel. Zunächst möchte ich sagen, dass das Arbeiten und Tippen mit dem Stylus kein Behelf ist, sondern eine wirkliche Unterstützung beim Bedienen des Tablets.

Weiterhin habe ich mir mittlerweile ein Cover für das Tablet gekauft. Leider habe ich keines gefunden, welches das Tablet in Kombination mit der Tastatur schützt. Nichtsdestotrotz ist das Tablet durch das Cover gut geschützt. Das Cover kam passend zum Tablet, kein Wackeln und ein fester Halt.

Des Weiteren habe ich mir auch eine Antireflexionsfolie von Dipos gekauft. Diese wird auch passend für das Asus TF300T geliefert. Und wenn ich hier passend schreibe, dann ist hier kein Mikrometer zu viel oder auch zu wenig. Diese Genauigkeit hat natürlich auch den Nachteil, dass man beim Aufbringen der Folie besonders vorsichtig zu Werke gehen muss, da eine kleine Ungenauigkeit beim Aufbringen zu Beginn zu einem leichten Überstehen bzw. einer kleinen (wirklich kleinen) Lücke am Rand führt. Hier hätte man vielleicht die Folie ein wenig kleiner machen können, so dass diese Präzision beim Anbringen erst gar nicht notwendig ist und trotzdem die Folie ihren Zweck erfüllt. Und das tut sie auch. Endlich spiegelt es nicht mehr und man kann problemlos damit ohne störende Reflexionen arbeiten.

Auch hatte ich in den letzten Tagen mehrere ungewollte Bootvorgänge, bei Windows würde ich Crash dazu sagen. Leider habe ich noch nicht herausgefunden unter welchen Umständen dies passiert und auch was man dagegen machen kann. Trotzdem aber bin ich weiterhin von dem Tablet begeistert und empfehle es auch gerne weiter.

Update 2, 18.07.12

Es ist vielleicht nichts ungewöhnliches, aber ich habe heute einfach einmal eine USB-Maus an mein Tablet angesteckt. Und was soll ich sagen, es hat auf Anhieb funktioniert. Da musste nichts installiert werden. Einfach nur stecken und geht. So mag ich es. Bei Windows kann dies durchaus zu einem Problem führen, wenn keine ausreichenden Rechte vorhanden sind.

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Ein Trauerspiel: LTE in Deutschland

Gestern ein Artikel in den VDI-Nachrichten über den doch eher schleppenden Aufbau des LTE-Netzes in Deutschland, heute ein Artikel bei Netzwertig.com über „Deutschlands träge Digitalwirtschaft“ von Martin Weigert.

Der VDI-Artikel gibt einen guten Überblick über den derzeitigen Zustand und des derzeitigen Angebotes von LTE in Deutschland. Gleichzeitig aber zeigt er auch auf, woran Deutschland krankt. Da ist zum einen die doch eher unverständliche Tatsache, dass der LTE-Ausbau zwar politisch gewollt ist, gleichzeitig aber Tausend Anträge zur Genehmigung von Richtfunkstrecken bei der Bundesnetzagentur liegenbleiben.

Größtes Problem aber ist sicher der deutsche Verbraucher. Hierzu gibt es ja in diesem Blog schon die eine oder andere Meinung, und auch beim Thema LTE kommt man hierzulande nicht richtig weiter. LTE, wozu braucht man dies, es geht ja auch so. Ja, sicher, Feuer machen geht auch mit Feuersteinen. Hightech wird leider in Deutschland erst akzeptiert, wenn sie Commodity geworden ist.

Dann natürlich auch das liebe Geld. Die Nutzerentgelte sind doch eher hoch hierfür. Auf der anderen Seite, die Firmen sind durch unser Wirtschaftssystem gezwungen, Geld zu verdienen. Aber diese Tatsache ist anscheinend aus den Köpfen entschwunden.

Andere Länder sind hier, wie immer, weiter. USA und Asien (wobei Asien hierzulande gern als Land angesehen ist), in diesen beiden Regionen ist die Akzeptanz und damit auch die Verbreitung von LTE recht hoch. In Japan beispielsweise konnte NTT Docomo in Q1/2012 400.000 LTE-Handsets abgesetzen. In Deutschland nutzen keine 200.000 Kunden die neue Technologie (Daten, keine Sprache).

Aber wie Martin Weigert schon schreibt, das Grundproblem steckt in den Köpfen der Menschen.

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Cloud-Zukunft

Sven Gábor Jánszky, Trendforscher, schreibt in seinem Artikel „Der unverstandene Megatrend … Die Zukunft der Cloud„, dass der Megatrend Cloud unser Leben nachhaltig verändern wird.

Die Cloud ist nicht etwas Fernes, welches man anzapfen kann sondern in Zukunft ist man Bestandteil der Cloud. Sie ist das neue Betriebssystem für unsere Welt. Damit verändert sie nachhaltig, wie wir in Zukunft leben und arbeiten werden. Es wird nur noch wenige Nischenbereiche geben, in denen die Cloud kaum oder keinen Einfluss hat.

Auch stellt sich die Frage in Zukunft nicht mehr, wo werden unsere Daten gespeichert, will ich Daten auch im Ausland gespeichert haben. Unser Verhältnis zu unseren Daten wird ein anderes sein, so dass sich gar nicht mehr derartige Fragen stellen werden. Es geht vielmehr darum, wie kann ich bei wechselnden Geräten auf meine Daten zugreifen. Dazu gehört auch, dass alles, ja alles, an die Cloud angeschlossen sein wird.

Es wird in Zukunft um die sofortige und bedürfnisorientierte Bereitstellung von Daten gehen. Die Cloud muss daher immer einen kleinen Schritt voraus sein. Damit aber wird es nicht mehr das Phänomen der Masse geben, sondern es gibt eine 1:1 Beziehung zwischen der Cloud und dem Individuum.

Mit dieser Cloud wird es Gewinner und Verlierer geben. Ganz nach Gunther Dueck werden Verkäufer in Zukunft vom Experten zum Kassierer sich wandeln, weil der Kunde Dank der Cloud einfach schlauer und informierter sein wird. Gleiches passiert mit Lehrern, vom Experten zum Vorleser, Handwerker, vom Experten zum Handlanger, Touristenführer, vom Experten zum Schirmwedler, Makler, vom Experten zum Türöffner.

Der Erfolg der Cloud wird dadurch bestimmt werden, welchem Unternehmen der Kunde vertraut, seine Daten anvertraut. Auch wird die Selbstbestimmung über die eigenen Daten zunehmen. Jánszky zählt hierzu 5 Zukunftsregeln auf.

  • Daten können jederzeit eingesehen, verändert und gelöscht werden.
  • Statistische Daten geben dem Kunden ausschließlich einen Zusatznutzen.
  • Der Kunde wird proaktiv über Schlussfolgerungen aus seinen Daten heraus informiert, dieser kann diese dann korrigieren und ablehnen.
  • Der Kunde kann selbst bestimmt mit seinen Daten umgehen.
  • Die gesammelten Daten werden nicht verkauft.

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IPv6-Migration (Teil 3)

Dies ist der 3. und vorerst letzte Teil meines Artikels über Migrations-Verfahren IPv4 zu IPv6. Ausgehend von der Studienarbeit von Tobias Brunner aus dem Jahr 2008, habe ich im ersten Teil über meine Motivation, dieses Thema zu beschreiben, geschrieben. Auch gab es eine Ausführung zum Thema Dual-Stack. In Teil 2 wurden verschiedene Tunneling-Verfahren vorgestellt. In diesem Artikel werden Translation-Verfahren den Schwerpunkt bilden. Danach möchte ich noch kurz einen Ausblick geben, wie es mit dem Thema IPv6 in diesem Blog weitergeht.

Translation-Verfahren

Basis Transition-Mechanismen IPv4 zu IPv6 und umgekehrt sind im RFC 4213 definiert.

  • SIIT – Stateless IP/ICMP Translation Algorithm

[1] SIIT wird verwendet, um zwischen IPv4-only und IPv6-only Bereichen und zwischen ICMPv4 und ICMPv6 zu übersetzen. SIIT ist im RFC 2765 definiert und ersetzt NAT-PT (Networt Address Translation – Protocol Translation). [Anm.] Der RFC 2765 wurde 2011 vom RFC 6145 ersetzt. Die Übersetzung mit SIIT erfolgt zustandslos, d.h. unabhängig vom Zustand der Session.

[2] Die SIIT-Methode definiert eine Klasse von IPv6-Adressen, die IPv4-translated [IPv4-mapped] Adressen genannt werden. Das Präfix dieser Adressen ist ::ffff:0:0:0/96. Die Spezifikation ist ein Ergebnis der NGTRANS IETF working group.

  • DNS64

[2] DNS64 beschreibt einen DNS-Server, der bei der Anfrage eines AAAA-Records nur einen A-Record findet, diesen in einen AAAA-Record umwandelt. DNS64 ist im RFC 6147 definiert.

  • NAT-PT – Network Address Translation – Protocol Translation

[3] NAT-PT (RFC 2766) gilt mittlerweile als veraltet und wurde durch SIIT ersetzt.

Bei NAT-PT wird die Übersetzung durch einen dedizierten Rechner durchgeführt. Ein IPv6-Rechner adressiert einen IPv4-Rechner mittels Präfix::w.x.y.z. Alle Adressen mit diesem Präfix werden zur NAT-PT-Instanz (Translator) gesandt und dort bearbeitet. Gleichzeitig bedeutet dies, dass die Adresstranslation für jedes Paket gemacht werden muss. Dadurch kann es zu einer starken Belastung des Proxys kommen. Um hier Abhilfe zu schaffen, kann Load-Balancing zum Einsatz kommen.

Eine ausführliche Darstellung von NAT-PT ist bei Tomicky.net zu finden.

  • Weitere Methoden

[1] Es existieren weitere Möglichkeiten, die jedoch nicht weit verbreitet sind bzw. auch schon wieder veraltet sind.

  • 6over4 (RFC 2529): Wurde durch ISATAP ersetzt.
  • TRT (Transport Relay Translation; RFC 3142), wurde in Zusammenhang mit NAT-PT eingesetzt
  • ALG (Application Layer Gateway, RFC 2663)
  • BItS (Bump in the Stack, RFC 2767); Hierbei erfolgt die Translation im Netzwerk-Stack
  • SOCKS64 (RFC 3089); Eine Methode zur Übersetzung auf TCP-Ebene
  • [2] 6rd -IPv6 rapid deployment– ist im RFC 5969 definiert.
  • NAT64
Im Anschluss an die Aufzählung folgt ab S. 41 in der Studienarbeit von Tobias Brunner ein Vergleich der verschiedenen Migrationsmethoden. Hierbei wurden folgende Kriterien angesetzt:
  • Zusammenspiel mit NAT
  • Switch zu nativ IPv6
  • Skalierbarkeit
  • Unterstützung
  • Ausfallsicherheit
  • Arten der IPv6 Adressen

Am Ende der Arbeit gibt es noch eine Linksammlung und eine Übersicht über die RFCs.

Ausblick

Hiermit endet mein Bericht über meinen ersten Kontakt mit IPv6. Der Bericht ist zunächst einmal aus privatem Interesse entstanden, beruflich kann ich mich derzeit nur sporadisch weiter damit beschäftigen. Berufliche Erkenntnisse werde ich hier im Rahmen der Möglichkeiten mit einfließen lassen.

Teil 1 beschäftigt sich mit Dual-Stack.
Teil 2 beschäftigt sich mit Tunneling-Verfahren.

Quellen:

[1] Migration IPv4 auf IPv6, Studienarbeit von Tobias Brunner, 2008

[2] Wikipedia en IPv6 transition mechanism

[3] Proseminar: Next Generation Internet (IPv6), Migration IPv4 nach IPv6, Mateusz Podgórski, Uni Erlangen-Nürnberg 2003

[4] IT Administrator, IPv6-Übergangstechniken

[5] Computerpartner, Friedliche Koexistenz von IPv6 und IPv4

[6] Heise Netze: Teredo bohrt IPv6 Tunnel durch Firewalls

[7] crn.de: IPv6: Das Problem mit der Kompatibilität zu IPv4

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IPv6-Migration (Teil 2)

Dies ist Teil 2 meines Artikels über Migrations-Verfahren IPv4 zu IPv6. Ausgehend von der Studienarbeit von Tobias Brunner aus dem Jahr 2008, habe ich im ersten Teil über meine Motivation, dieses Thema zu beschreiben, geschrieben. Den Start in das Thema bildeten Ausführungen zum Thema Dual Stack. In diesem Artikel werden Tunneling-Verfahren den Schwerpunkt bilden.

Tunneling-Verfahren

Es wurden verschiedene Tunnel-Verfahren entwickelt. Einige allerdings sind bereits schon nicht mehr aktuell bzw. haben keinen ausreichenden RFC-Status erreicht.

  • ISATAP

[1] ISATAP (Intra-Site Automatic Tunnel Addressing Protocol; Wiki-Link) ist ein Tunneling-Verfahren welches eingesetzt wird, um die Kommunikation zwischen einem Dual-Stack-Host in einem IPv4-Netz und einem IPv6-Host (in einem IPv6-Netzwerk) sicher zu stellen. Hierzu wird ein IPv6-inIPv4-Tunnel zwischem dem DS-Host und einem ISATAP-Router aufgebaut. Auch hier werden spezielle IPv6-Adressen, so genannte ISATAP-Adressen, verwendet. Hinter diesem speziellen Präfix wird die jeweilige IPv4-Adresse angehängt.

Interessant ist, dass eine ISATAP Installation nicht zwingend eine IPv6 Infrastruktur benötigt. Damit können auch zwei DS-fähige Hosts über ein IPv4-Netzwerk end-to-end über eine IPv6-Adresse kommunizieren. Benötigt wird aber mindestens ein ISATAP-Router, der den Subnetz-Präfix zur automatischen Konfiguration der ISATAP-Adresse verteilt.

  • Teredo

[1] Teredo wurde nach dem Schiffsbohrwurm, lat. Teredo Navalis, benannt. Es wird eingesetzt, um DS-fähige Hosts über das IPv4-Internet an das IPv6-Internet anzubinden. Hierbei können eine oder auch mehrere NAT-Instanzen überwunden werden. Dieses Verfahren ist nur als Übergangslösung während der IPv6-Migration gedacht.

Teredo ermöglicht einen automatischen IPv6-in-IPv4-Tunnel zwischen Hosts. Dabei wird der IPv6-Payload als IPv4 UDP Datagram verschickt. Auch hier kommt ein spezieller Präfix zum Einsatz, 2001::/32. Die Definition erfolgt im RFC 4380.

Zu Beginn der Kommunikation muss der Teredo-Client (DS-Host) sich mit dem Teredo-Server verbinden. Es wird der Adresspräfix festgestellt und auch die Art des NATs. Sobald die Teredo-Verbindung aufgebaut wurde, muss durch den regelmäßigen Austausch von Paketen (Teredo Bubble Pakete) sichergestellt werden, dass die dazwischenliegende Firewall die Portzuordnung nicht wieder löscht. Die Kommunikation zum IPv6-Internet erfolgt über das Teredo Relay. Die Komponenten Teredo Server und Teredo Relay befinden sich zwischen dem IPv4-Internet und dem IPv6-Internet.

[6] Beispiele zur Einrichtung von Teredo auf Windows, Linux, BSD und OS X sind in einem Artikel von Heise Netze „Teredo bohrt IPv6-Tunnel durch Firewalls“ (2009) zu finden.

[6] Microsoft bezeichnet seine Tunneltechnik selbst als letzten Ausweg, da Teredo-Verbindungen im Netzwerk viel Aufwand verursachen, sind vergleichsweise uneffektiv und nicht besonders stabil. Eine ausführliche Darstellung Teredos von Microsoft ist im Technet (2004) zu finden. Bis Windows XP konnten Teredo-Clients nicht mit jedem symmetrischen NAT umgehen, bei neueren Windows-Systemen ist dieses Problem beseitigt. Somit kann Teredo mittlerweile in allen NAT-Umgebungen eingesetzt werden.

Teredo benutzt den UDP-Port 3544. Um daher Teredo auf einem Rechner zu blockieren, genügt es, diesen Port einfach zu sperren.

  • IPv6-in-IPv4 Tunnel

[1] IPv6-in-IPv4 Tunnel werden auch als 6in4 bezeichnet. Hierbei unterscheidet man zwischen manuellen [konfigurierten] und automatischen Tunneln. [3] Beim automatischen Tunneln werden im IPv6 IPv4-kompatible Adressen verwendet. Hierbei werden die ersten 12 Bytes der IPv4-Adresse vorangestellt und mit Nullen aufgefüllt.

[1] Wird das IPv6 Paket direkt hinter dem IPv4-Header angehängt, so muss der IPv4 Header im Protokoll den Wert 41 (IPv6) enthalten. Diese Tunnels werden auch „protocoll 41-“ oder „proto-41-“ Tunnel genannt. Wichtig, dies müssen alle Router auf dem Weg zwischen den Endpunkten verstehen. Da dies nicht in allen Komponenten integriert ist, wurden weitere Methoden entwickelt. Eine Methode lautet z.B. AYIYA (Anything in Anything), hierbei wird das IPv6-Paket erst hinter dem UDP-Header angehängt. AYIYA ist keine Methode sondern ein Protokoll, RFC 4891, welches sich im Status „Informational“ befindet.

 

  • 6to4

[1] Diese Methode wird bei der Vernetzung von IPv6-Sites über ein IPv4-Transitnetz verwendet. Hierbei kommen spezielle IPv6 Adressen zum Einsatz. Der 6to4-Router generiert einen IPv6-Präfix, der die IPv4-Adresse beinhaltet. Dieser Präfix wird nun an die Hosts propagiert. Die Hosts ihrerseits hängen an diesen Präfix noch ihre MAC-Adresse an. Dieses Verfahren ist nicht NAT-fähig.

  • IPv4-mapped IPv6 Address

[1] Diese Adressen sind im RFC 2373 definiert. Hierbei wird nur ein IP-Socket verwendet. Allerdings ist diese Methode nicht in allen Sockets implementiert und kann auch nicht flächendeckend eingesetzt werden.

  • DSTM (Dual-Stack Transition Mechanism)

[1] DSTM wird für die IPv4-Kommunikation in einem IPv6-Netzwerk verwendet. Hierbei werden IPv4-Pakete als Payload in ein IPv6-Paket eingebettet. Daher wird dieses Verfahren auch als 4in6 oder IPv4-in-IPv6-Tunnel bezeichnet. Für die Kommunikation ist noch ein DSTM-Server notwendig. Möchte ein IPv6-Host mit einem IPv4-Host kommunizieren, so muss er beim DSTM-Server zuvor eine temporäre IPv4-Adresse anfordern. Derzeit existiert kein RFC hierzu.

  • DS Lite

[7] Dual-Stack Lite (DS-Lite) ist ein weiterer Tunnelmechanismus, der in der Übergangsphase IPv4 zu IPv6 eingesetzt werden kann. Hierbei wird ein spezielles Home-Gateway benötigt. Die IPv4-Pakete werden dann über einen IPv6-Tunnel zum NAT-Translator des ISP übermittelt und weiter über den IPv6-Backbone transportiert.

  • Tunnel Broker (TB)

[1] Dies ist ein Verfahren, um einen Host über das IPv4-Internet an das IPv6-Internet anzubinden. Der Host muss hierbei Dual-Stack-fähig sein.

Teil 1 beschäftigt sich mit Dual-Stack.
Teil 3 beschäftigt sich mit Translation-Verfahren.

Quellen:

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