Schlagwort-Archive: Deutsche Post

Spaß mit DHL

Die letzten 5 Wochen waren wieder einmal geprägt mit „Spaß mit DHL“. Um mit DHL zu sprechen, muss man zunächst als Kunde unterscheiden, um welche Art von Paket es sich handelt, Normal oder Express. Der simple Gedanke, dass es sich um ein Paket handelt und man dabei einfach seinen Paketzulieferer anruft, in diesem unglücklichen Fall DHL, funktioniert leider nicht. Warum muss ich das als Kunde überhaupt wissen? Darauf konnte mir DHL bisher keine Antwort geben. Servicefail #1

Ganz augenfällig wurde dies, als ich tatsächlich versucht habe, mit denen zu sprechen. Wie habe ich das gemacht? Nun, ganz einfach die DHL-Seite aufgerufen und unter Kontakte die Telefonnummer herausgesucht und angerufen. Dort wurde mir freundlicherweise erklärt, dass es sich bei meinem Fall um DHL-Express handelt, ein scheinbar anderes Unternehmen, man nicht zuständig sei, man nicht weitervermitteln kann und mir auch nicht die Nummer geben kann, ich möge einfach auf der DHL-Seite nach DHL-Express suchen und dort finde ich alles gewünschte. Kompliziertheit kann manchmal so einfach sein. Servicefail #2

Dann habe ich mich auch noch als Kunde bei DHL-Paket angemeldet. Ich hatte dunkel in Erinnerung, dass man ein so genanntes Begrüßungsset erhält. Wochen später, es war nicht da. Als flugs einmal über die Webpage angefragt, was denn los ist. Keine Antwort! Da habe ich erkannt, DHL oder eines dieser Schwester- und Brüderunternehmen, so genau weiß ich es noch nicht, hat ein Nicht-Öffentlichkeitsproblem. Das Problem ist „Ich ignoriere meine Kunden, wenn sie mir keine netten Emails schreiben“. Das ist in der weiteren Vergangenheit schon öfters passiert, das möchte ich hier aber nicht weiter ausführen. Servicefail #3

Warum nenne ich es Nicht-Öffentlichkeitsproblem? Nun, ich habe meine Anfrage öffentlich gemacht und DHL über Twitter angefragt. Siehe da, die haben reagiert. Ich solle ihnen, nicht-öffentlich, den Fall nochmals zukommen lassen. Und das 2. Wunder ist passiert, ich wurde angerufen und man hat es mir erklärt, warum dieses Set noch nicht da sei. War ganz einfach, ich war nicht berechtigt, weil ich mich nur für die Post- oder war es die DHL- oder gar die DHL-Expressnummer angemeldet habe, aber nicht für die Packstation. Ok, ich habe es verstanden und akzeptiert, ich denke, ich habe wahrscheinlich einfach nicht sorgfältig gelesen, mag sein. Servicestrong #1

Kurz danach, plötzlich, erhalte ich eine Email, dass es Änderungen an meinem Account gab und diese abgespeichert wurden. Da ich keine Änderung vorgenommen hatte, habe ich die Firma um eine Information gebeten, was denn geändert worden sei. Dies habe ich, nicht-öffentlich, vor ca. einer Woche wieder über die Homepage getan, mit dem Ergebnis, dass ich bis heute keine Antwort erhalten habe, weiterhin getreu dem Motto „Ignoriere deine Kunden so lange wie möglich“. Aber es besteht ja noch Hoffnung, denn ich habe heute wieder über Twitter, also öffentlich, nachgefragt. Servicefail #4

Meinen größten Spaß habe ich allerdings immer wieder um die Weihnachtszeit mit Paketen. Man muss es einfach einmal festhalten, DHL hat ein Problem mit dem Transport/Empfang von Paketen aus dem Ausland. Was war passiert? Ich erwarte ein Paket aus Japan, versandt mit EMS, d.h. als Express-Versand. Den Fall hatte ich ja auch schon in „Das Märchen von der guten Post“ einmal ausführlich dargestellt. Und, nicht vergessen, Express-Versand heißt bei Problemen DHL-Express anrufen.

Also, ich hatte es ja gelernt und DHL-Express nach ca. 14 Tagen angerufen. Das Paket sei am 15.12. versandt worden und lt. der Paketverfolgung hat es auch Japan am 17.12. verlassen. DHL Express hat intern noch ein 2. System wo man nachschauen kann, aber, weder im 1. System noch im 2. System war das Paket und sein momentaner Aufenthaltort erkennbar. Es war nicht da, verschwunden und befindet sich an einem unbekannten Ort in dieser oder einer anderen Welt. Ich solle in Japan nachfragen oder noch länger warten, bis ich eine Anfrage bei DHL-Express stellen kann. In Japan nachgefragt, das Paket hat Japan verlassen, also weiter warten.

Die Zeit war um, plötzlich, es ist der 05.01. eine Veränderung im Status und das Paket wurde 2 Tage später geliefert, Dauer 3 Wochen, wohlgemerkt es war ein Express-Versand. Ich habe mir natürlich nochmals den Spaß erlaubt, bei DHL-Express nachzufragen, wo denn das Paket 3 Wochen geblieben sei und es dann plötzlich materialisierte und geliefert wurde und auch, von wem DHL-Express denn seine Pakete erhält. Beide, ja wirklich, beide Fragen konnten mir nicht beantworten werden. Ein Pakettransportunternehmen weiß nicht, von wem es die Pakete erhält. Wahrscheinlich hat es sogar der Pilot persönlich vorbeigebracht, als er aus seinem 3-wöchigen Urlaub wieder im Dienst war oder aber das Paket hat die historische Route genommen, mit Eseln, Trägern, im Boot, in der Kutsche oder zu Pferde die weite Strecke zurückgelegt oder eine pflichtbewusste Reinigungskraft hat das vermisste Paket im Flugzeug gefunden und zielgerichtet bei DHL abgegeben, wahrscheindlich aus Erfahrung heraus. Mega-Servicefail #5

Innerhalb der beschriebenen 3 Wochen wurden 2 weitere Pakete, gleiche Strecke, gleiche Unternehmen, gleiche Versandart, pünktlich geliefert. Soweit so gut, allerdings kam es zu den nächsten Fails. Beide Pakete wurden vor die Haustüre gelegt und es wurde bestätigt, dass es angenommen wurde. Ersteres darf nicht sein, nur wenn ich es ausdrücklich so möchte, so die öffentliche Antwort vom DHL-Twitteraccount. Letzteres ist aus meiner Sicht Urkundenfälschung. Für beide Pakete habe ich, nicht-öffentlich, die Frage gestellt, was hier schief läuft. Und um es dem schwerfälligen Unternehmen leichter zu machen, habe ich beim 2. Fall den ersten nochmals mit drangehängt. Ich habe eine Bearbeitungsnummer erhalten, es wurde schon 2 mal reklamiert, es sind 14 Tage vergangen, keine Antwort. Mega-Servicefail #6

Was soll man sagen, dieses Unternehmen ist einfach nicht ausrechend dazu in der Lage, Pakete schnell zu liefern und einen ausreichend Service zu bieten. Die Bilanz, 6 Servicefails, davon 2 gravierend, 2 Anfragen noch nicht beantwortet, 1 Servicestrong, wenn auch erzwungen. Ich finde, eine ernüchternde Bilanz. Schlimm daran ist, dass es weiterhin keinen ausreichenden Druck des Kundens ggü. eines solchen Fehlverhaltens gibt. Wie die Schafe, es war schon immer so, was soll man machen.

Und auch, bei einem anderen Transportunternehmen, UPS, dauert die Behandlung eines solches Falles einen Tag. Auch hier hatte ich kurzzeitig Spaß, der aber aus meiner Sicht schnell und zufriedenstellend gelöst wurde. Ja so gut, dass ich gar nicht dazu kam, es hier zu dokumentieren, ganz gegen meinen Vorsatz.

Update 22.01.2015
Da haben sich ja die DHL-Twitterer wirklich angestrengt. Am 21. Abends hatte ich noch wg. „Servicefail #4“ und „Mega-Servicefail #6“ zwei Emails an den Twitteraccount geschickt. Morgens um 9 Uhr waren die Antworten da. Dafür gibt es 10 Punkte in der technischen Note. Der eine Fall, der kleinere, ist gelöst. Der Kundendienst hat am Account „herumgespielt“, Änderungen gemacht, vergessen mich zu informieren und war einfach nicht in der Lage mir dies zu schreiben, wahrscheinlich hat er sich nicht getraut, zu schüchtern.

Der größere Fall allerdings, Pakete vor der Türe abzustellen, bleibt weiterhin ungeklärt. Das liegt nun daran, dass DHL nicht DHL ist oder besser, nicht DHL Express ist. Also auch hier muss der Kunde fein säuberlich unterscheiden, welches Stück DHL man möchte. Hierzu gibt es 0 Punkte, sowohl in der A-Note also auch B-Note. Ich muss daher zum Äußersten greifen und Montag anrufen.

Update 30.01.2015
Vergangenen Montag habe ich tatsächlich angerufen. Der Hotline-Mitarbeiter konnte selbstverständlich keine Auskunft geben und hat nochmals, also das 4. Mal, die zuständige Stelle, also irgendeinen billigen Fremdleister, gebeten, eine Stellungnahme abzugeben. Nun, ich wette, da kommst auf diesem Weg weiterhin nichts. Noch dazu habe ich, zufällig, einen Artikel über die Machenschaften von DHL bei den NachDenkSeiten gefunden, passend. Was wundert es mich, wenn weiterhin und in Zukunft noch viel öfters solche Fälle vorkommen.

Und noch eines muss man wissen. Wenn man ein Paket von EMS erhält, dann ist es gar nicht so sicher, dass es auch über DHL Express kommt. DHL und DHL Express teilen sich die die Lieferungen aus dem Ausland auf, irgendwie und auch wenn es dann doch von DHL Express gebracht ist, ist es noch lange nicht Express. Eigentlich ist mir dieser Unterschied egal und auch unverständlich. EMS kostet mehr Geld, dann wird versprochen, dass es schnell geliefert wird. Wenn DHL Express oder auch ohne Express sich nicht daran hält, dann wird der Kunde betrogen. Diese DHL Express internen Spitzfindigkeiten, sind Haarspalterei und Bürokratiemonster, aber keine Kundenzentrierung. Auch das halten wir hier einmal fest.

Allerdings, einen Versuch gebe ich mir noch und schreibe DHL Express. Vielleicht freuen die sich, dass ich ihr Mutter-, Vater-, Tochter-, Bruder, Tante- oder Onkelunternehmen, die Deutsche Post (Brief) mit 62ct unterstütze.

Update 22.03.2015
Wir befinden uns mittlerweile fast 2 Monate weiter und es gibt weder eine Antwort, eine Entschuldigung oder auch Lösung des Problems. Ich habe mich daher entschieden, diesen Fall hier für mich abzuschließen. Dazu habe ich nun 2 Entscheidungen getroffen.

1. Beim nächsten Fall wird mit DHL Express nur noch im Notfall kommuniziert, primär jedoch wird wegen eindeutiger Urkundenfälschung Anzeige erstattet.
2. Ich führe hier eine abschließende Bewertung der Servicequalität DHL Express durch. Die Kriterien hierzu entstammen einer Liste aus „Grundlagen des Marketing“ von Philip Kotler u.a.
Erreichbarkeit: Alleine hier ist es wie im Mittelalter. Nur von „Nine-to-five“ und dann auch nur wochentags ist diese Firma erreichbar. Für einen Global Player völlig unzureichend. Weiterhin kann man mit dieser Firma auch nur telefonisch oder per Email/Webformular kommunizieren. Briefe werden nicht beantwortet, soziale Medien Fehlanzeige.
Ergibt Note: 5-

Vertrauen: Mein Vertrauen in diese Firma ist dahin. Diese Firma ist in keinster Weise in der Lage Pakete sicher und schnell zu liefern.
Ergibt Note: 6

Wissen: Diese Firma versteht nicht, was ich als Verbraucher möchte.
Ergibt Note: 5

Zuverlässigkeit: Wenn man sich auf Aussagen von DHL Express verlässt, ist man verlassen.
Ergibt Note: 5-

Sicherheit: Nachdem DHL Express nicht bewusst ist, wo sich einzelne Pakete befinden, wer DHL Express Pakete im internationalen Verkehr übergibt, kann es einfach mit Sicherheit nicht weit her sein.
Ergibt Note: 5

Kompetenz: Sofern einzelne Pakete bei DHL Express auftauchen, scheinen sie zumindest den Weg zum Adressaten zu finden.
Ergibt Note: 5+

Kommunikation: Siehe oben, Kommunikation besteht gar nicht.
Ergibt Note: 6-

Höflichkeit: Da diese Firma nicht kommuniziert, kann dieses Bewertungskriterium gar nicht bewertet werden.

Eingehen auf den Kunden: Auch hier scheint es noch viel Raum zur Verbesserung zu geben.
Ergibt Note: 6

Umfeld: Nun ja, man sieht gelbe Autos mit roter Schrift, die fahren und sehen auch nicht rostig aus. Ob diese nun eine hohe Qualität ist, im Zweifel für den Angeklagten.
Ergibt Note: 3

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Deutschland von innen

Diskrimination bei der Post

Ich musste ja zunächst einmal eine Nacht darüber schlafen, trotzdem aber will ich nicht vorenthalten, was gestern Morgen in der Postfiliale in Filderstadt-Bernhausen passiert ist.

Wir wollten eine Legitimation über das Postident-Verfahren durchführen. Die gute Frau hinter dem Treten erklärte uns nun, dass eine Unterschrift mit anderen Schriftzeichen als dem lateinischen Alphabet nicht statthaft ist und sie somit die Originalunterschrift in dem japanischen Pass meiner Frau nicht für die Legitimation gültig ist. Damit erkennt sie die Identität meiner Frau nicht an, weil sie, wie so viele hier, Japanisch nicht lesen kann. Was sollen wir also tun?

Sie hat uns daraufhin vorgeschlagen eine Unterschrift in lateinischen Buchstaben in den Pass zu schreiben. Den Pass also als Notizzettel zu verwenden. Ist das nicht dicht dran an einer Aufforderung zur Urkundenfälschung? Dies haben wir abgelehnt, schließlich ist der ausgestellte Pass die Legitimation, dafür gibt es diesen ja.

Die Dame konnte uns keinerlei Möglichkeit nennen und verweigert uns die Durchführung des Postident-Verfahrens und damit den Abschluss eines privaten Vertrages. Damit aber verweigert sie vielen Ausländern ihre Legitimation, nur weil sie die Zeichen nicht lesen kann, das aber sei ihr egal.

Ich nenne das Diskrimination und werfe ihr Rassismus vor!

Wir sind noch zu einer anderen Postfiliale gefahren und konnten dort ohne Probleme die Legitimation durchführen, dies zur Ehrenrettung der Post. Das andere wird noch ein Nachspiel haben. Ich werde hier berichten.

21.04.2013

Das Thema lebt noch, allerdings habe ich bisher keine abschließende Antwort von diesem Verein erhalten. Eine Woche nach diesem Vorfall habe ich ein Schreiben von der Post erhalten, 06.04.13, so weit so gut. Darin wurde angekündigt, dass hierzu möglichst schnell noch eine Antwort kommt. Dies ist jetzt 2 Wochen her, schnell ist allerdings etwas anderes. Das aber ist typisch Deutsche Post. Kunden sind nicht wichtig, Kunden kann man hängen und warten lassen, Service Nein Danke. Die große Trägheit gepaart mit Hochmut. Das Wort Schneckenpost ist kein Witz.

27.04.2013

Nun ja, es kam ein persönliches Entschuldigungsschreiben an, keines aus der Retorte zumindest. Man beteuert seine Unschuld und man habe auch mit der Mitarbeiterin gesprochen. Es soll ein Missverständnis gewesen sein. Dies war auch so in der Form zu erwarten. Ich lasse dies jetzt so wie es ist. Die betroffene Mitarbeiterin hat hoffentlich ihren Schreck oder besser noch Schock erhalten und wird sich hoffentlich in Zukunft zweimal überlegen, wie sie reagiert. Was es letztendlich war, kann ich nicht herausfinden. Sollte es Dummheit oder Unwissenheit sein, so ist diese hoffentlich geheilt. War es mehr, wird dies nicht der letzte Eintrag hierüber sein.

Damit nun Schluss für dieses Mal, die Post selbst, wird hier sicher noch für mehrere Einträge sorgen, das ist sicher.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Deutschland von innen

Das Märchen von der guten Post

Es war einmal ein Päckchen, das wurde vor nicht allzu langer Zeit, genau am 07. November dieses Jahres bei der Post in Japan aufgegeben. Und da es schnell an seinem Zielort in Deutschland sein sollte, hat man es mit Expressversand auch hierher geschickt. Hierfür gibt es dort ja EMS.

Die moderne Technik machte es möglich, dass es bereits 2 Tage später in Old Germany auf dem Frankfurter Flughafen ankam. Sein erster Kontakt, der Deutsche Zoll. Ja, mmh. Am besten jetzt langsam weiterlesen, denn schneller geht es hier einfach nicht.

Nach ein paar Tagen machte ich mir dann Sorgen und schaute auf der Tracking-Seite von EMS nach, was da passiert. Wie ich feststellen musste, ist da zunächst einfach nichts passiert. Das Päckchen war im Zoll und war im Zoll, tagaus, tagein. Also habe ich den Zoll in Frankfurt auf dem Flughafen angerufen. Natürlich war die Rufnummer, die man im Internet findet, nicht die richtige. Doch der freundliche Zollbeamte gab mir die richtige und ich habe es mal dort versucht.

Der gute Mann gab mir dann zunächst einmal eine Lehrstunde in der Zöllnerei (ich hoffe das sagt man so), das kleine 1×1 des Zolls sozusagen. Dieses besagt, dass die Post, aha, die Päckchen durch den Zoll bringen muss. Dies kann sie elektronisch aber auch manuell, also mit einem richtigen Postmitarbeiter machen. Und auch, Päckchen mit EMS-Versand werden bevorzugt behandelt.

Also flugs die Post (oder DHL oder wie die auch immer wieder heißen, für mich egal und alles gleich) angerufen, 2 mal die falsche Nummer gewählt und habe dann herausgefunden, dass es für den EMS-Versand, bei DHL-Express (man beachte das 2. Wort) eine Extrastelle gibt, die mir Auskunft geben kann. Jetzt war es leider schon Freitag und auch schon nach 18:00 Uhr, da gibt es leider das ganze Wochenende lang kein „Express“ mehr. DHL-Express legt sich schlafen, verträumt das ganze Wochenende und am Montag dann, ja am Montag dann, konnte durfte ich dann wieder einmal anrufen.

Die gute Frau war ja recht hilfsbereit. Sie erklärte mir, dass sie auch nicht so genau wüsste, warum ein Expressversand, der ja bevorzugt behandelt wird, eine Woche beim Zoll verbringt. Den nächsten Satz muss man sich jetzt ein wenig merken, ist nicht schwierig. Sie ruft daher beim Zoll an und gibt mir schnellstmöglich Bescheid. Das hat sie auch, kaum 2 Stunden später (das ist nicht ironisch gemeint!) hatte ich die Antwort. Im Päckchen sind ein paar nach deutschem Recht nicht genehmigte Dinge drin und es wird zurückgeschickt. Oha, aber gut, wenn es so ist, ist es so, akzeptiert. Das Päckchen bewegt sich also.

Die erste Woche geht vorbei, die zweite Woche ebenso. Und da, ein Brief, ein Brief von der Zollübergabestelle Deutsche Post/DHL in Stuttgart. Was ist nur los? Schnell mal wieder beim Tracking-Service von EMS nachgesehen und ich stelle fest, das Päckchen ist bei der zustellenden Postfiliale und es wurde versucht, es mir zuzustellen. Schaut man das gleiche auf den Seiten von DHL an, sieht es noch viel besser aus. Das Päckchen ist per Kurier (!) nach Stuttgart gekommen und wurde ausgeliefert (!), mit Namen (!), leider ist dies nicht meiner. Dem Leser wird jetzt bestimmt auffallen, hier stimmt etwas nicht.

Aber, heute bin ich erwartungsfroh gen Zollübergabestelle gefahren. Und dort wurde mir nun gesagt, dass in dem Päckchen ein paar nach deutschem Recht nicht genehmigte Dinge drin sind und es kann jetzt vernichtet werden oder es wird zurückgeschickt. Ich habe mich für letzteres entschieden. Aber ich stellte mir auch die Frage, warum muss ich zu der Zollübergabestelle und warum wird dies nach Stuttgart geschickt, obwohl mir 14 Tage zuvor etwas anderes gesagt worden ist. Die freundliche Zollmitarbeiterin konnte mir hierzu keine Auskunft geben und sagte, dass dies die Post aber tun könnte. Die Post mal wieder, mein Mut, der sank, meine Hoffnung, nahezu begraben.

Und es kommt, wie es kommen muss. Ich rufe die Post an, die Nummer kenne ich ja schon. Eine andere Dame, die nun erklärt mir, dass das Regierungspräsidium in Darmstadt die Sendung doch noch freigeben hatte, so dass es nach Stuttgart geleitet worden ist. Eine Kopie der Erlaubnis kann sie mir nicht geben und sie weiß natürlich auch nicht, wieso so etwas 14 Tage lang dauert. Auch hat jedes Bundesland seine eigenen Gepflogenheiten, was bedeutet, dass wenn das RP DA etwas freigibt, dies vom RP Stuttgart oder Stuttgarter Zoll noch lange nicht akzeptiert wird. Und jetzt Achtung, was hatte ich vorhin geschrieben? Sie kann aber auch nicht den Zoll anrufen, um hier nachzufragen. Die eine kann also, die andere nicht. 2 Klassen Mitarbeiter bei der Post. Beinahe wäre ihr auch noch der deutsche Lieblingssatz „Ich bin nicht zuständig“ herausgeruscht, aber es ging noch einmal gut.

Nun der Zoll, da war ich ja heute schon einmal, ich rufe also nochmals an. Werde dann auch noch an einen freundlichen Zollbeamten weitergeleitet, der mir folgendes erklärt. Wenn das RP DA etwas freigibt, wird ein Vermerk auf dem Päckchen hinterlassen. Sofern das Päckchen dann nicht mehr verzollt werden muss, wird es sogar direkt zugestellt. Da es aber in Stuttgart beim Zoll angekommen ist, hätte es verzollt werden müssen (musste es nicht!) oder aber der Vermerk ist nicht da. Damit hatte ich meine 2. Lehrstunde in der Zöllnerei. Dass das RP DA für ihn nicht zuständig ist, hat er merkwürdigerweise nicht gesagt, da scheint die Post etwas nicht zu wissen. Ein Anruf beim RP DA rät er mir nicht, da wenn ich nicht genau angeben kann, um welches Produkt und um welche Inhaltsstoffe es sich handelt, ich sowieso keine Auskunft erhalten kann.

Und dann, mein Herz wurde ganz weich, erzählt er mir, ganz privat, das habe ich vorsichtshalber abgeklärt, dass er genau die gleichen Probleme mit der Post hat wie ich, nur täglich und auch mehrmals. Das dieser Laden nur auf Profit aus ist und oft nur unausgebildete Mitarbeiter die Post ausliefern und transportieren lässt. Wir sind bei unserem Gespräch fast Freunde geworden 🙂

Was kann ich da nur machen? Die Post versteckt sich meist hinter einer Hotline, anonym, da geht es nicht weiter. Auch hat die Post keinen Einfluss auf den Zoll. Der Zoll allerdings, der wartet auf die Post. Damit dreht sich alles im Kreise, ich mittendrin und kann nichts machen, keiner ist zuständig, ich bin ausgeliefert.

Das Schlimme daran ist, dass die Post Versprechungen abgibt, die sie nicht einhalten kann. Dass die Post horrende Gebühren nimmt, aber danach ihre Leistung (ich will ja nicht Service schreiben) vergisst. Der Dumme ist der Verbraucher. Die Post, die lässt man machen, keinen störts, solange der Aktienkurs halt stimmt.

Das letzte bisschen Hoffnung, was ich beim Thema „Deutsche Post“ noch habe, ist der Nikolaus und das Christkind. Ich wünsche mir also hiermit eine richtige Alternative zur Post zu Weihnachten und verspreche, diese dann für immer zu wählen. Eine Firma, die Briefe und Pakete schnell und zuverlässig transportieren und auch zustellen kann, die diesen Service zu den Preisen, die im Ausland üblich sind, auch in Deutschland zur Verfügung stellt. Die einen Ansprechpartner hat, der auch zuständig ist.

Ja, das wünsche ich mir.

Update
Das Päckchen ist tatsächlich zurückgeschickt worden. Es hat zwar noch 4 Wochen beim Zoll in Frankfurt herumgelegen, bis mal wieder jemand bemerkte, dass da noch etwas getan werden muss. Nach 2 Monaten, Expressversand war die Ursprungsversandart, ist es wieder beim Empfänger angekommen. Leider 12h zu spät, wir waren schon weg. Ich weiß nicht wer von beiden, Zoll oder DHL, langsamer arbeitet, jedoch beide Behörden zusammen, reichen jeder Schnecke zur Ehre. Und wenn man den Zoll anruft, dann liegt es an DHL, ruft man DHL an liegt es am Zoll, diese Kombination ist wahrscheinlich sehr sorgfältig ausgewählt worden und die Partnerschaft ebenso. Auf jeden Fall ist weder Sender noch Empfänger in der Lage, dieses Geflecht zu durchdringen. Das Beste an allem ist, keiner ist verantwortlich. Das ist das Paradies.
Und noch eine Wette, es werden weitere Berichte über dies Trauma-Paar folgen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Deutschland von innen

Deutsche Post-traumatisches Erlebnis

Über Weihnachten und Neujahr hatte ich mal wieder meinen lieben Spaß mit der Deutschen Post. Zwei Nachfragen zur überlangen Laufzeit von zwei Briefen nach Japan (3 Wochen, 4 Wochen). Ich habe keine Antwort zu meiner Beschwerde übers Internet erhalten, das ist bei der Deutschen Post normal, bei Beschwerden erst einmal nix tun. Danach habe ich noch einen Brief geschrieben, endlich eine Antwort, nach 2 Wochen. Insgesamt waren es damit 5 Wochen, bis ich endlich eine Antwort erhalten habe und das in der heutigen schnelllebigen Zeit. Aber Post heißt nun mal „nach“ und anscheinend hängt die Post einfach der Zeit nach, d.h. gehörig nach.

4 Wochen benötigt die Deutsche Post für einen Brief nach Japan, zumal die Deutsche Post mir erklärt hat, dass die Zustellung nicht mehr über den Land- bzw. Seeweg, sondern ausschließlich per Luftpost gesandt wird. Nun, ich kann mir vorstellen, dass die Deutsche Post hierzu vielleicht einige Flugzeuge der Gebrüder Wright aus dem Museum gechartert hatte, um eine entsprechend lange Laufzeit überhaupt zu erreichen. Denn, im Internet steht immer noch als Regellaufzeit 20-50 Werktage (!) – das sind dann mal schlappe 3 bis knapp 9 Wochen -, das geht mit modernen Flugzeugen einfach nicht. Aber diese Angaben im Internet, so die Deutsche Post, werden bald der Vergangenheit angehören und geändert werden. Ob sich dann die Laufzeit verkürzt?

So genug beschwert, die Liste wird sonst zu lang. Auf jeden Fall habe ich mir einmal die AGB für den Brief International zukommen lassen. Du meine Güte! Gut AGBs sind normal, lesen und verstehen allerdings, tun diese nur wenige, ich auch nicht. Trotzdem habe ich sie einmal gelesen. Hierbei sind mir 2 Dinge besonders aufgefallen.

  1. Die Pflichten und Obliegenheiten des Absenders stehen vor den Leistungen der Deutschen Post. Vielleicht muss dies ja auch so sein, da die Deutsche Post keine Pflichten hat und juristisch Pflichten vor den Leistungen zu stehen haben.
  2. Und dann noch, man muss ein ganzes Register von Dokumenten durchlesen, um zu verstehen, wie der Versand eines Briefes bei der Deutschen Post geregelt ist. Da ist zum einen natürlich die eng beschriebene 2-seitige AGB „Brief International der Deutschen Post“. Dann aber gelten noch weitere Dokumente:
  • das Verzeichnis „Leistungen und Preise“
  • die Broschüre „Internationaler Briefversand: Wichtige Informationen für Gestaltung und Einlieferung“
  • spezielle Leistungsbeschreibungen und Beförderungsbedingungen, auf die im Verzeichnis „Leistungen und Preise“, in Rahmenvereinbarungen oder Beförderungspapieren hingewiesen werden
  • weitere aktuelle Informationen unter http://www.deutschepost.de/globalmail/land-fuer-land („Länderliste“)
  • Weltpostvertrag
  • Nebenabkommen des Weltpostvertrages, insbesondere „Ergänzende Briefpostbestimmungen“

Mehr konnte ich nicht finden, aber ich denke, nach dem Studium all der Dokumente, kann man sicher seinen Brief verschicken, nur halt nicht schnell. Und, ich scheine bei der Deutschen Post schon gelistet zu sein, denn in der Antwort stand „dass Sie erneut Anlass zur Reklamation haben“, ob’s hilft? Falls ja, würde ich hier gar zu gerne etwas positives über die Deutsche Post schreiben, leider bin ich noch nicht dazu gekommen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Deutschland von innen