Archiv der Kategorie: Scones liest

Lesen 2016

Meine Bücher und interessante Artikel, gelesen in 2016:

Leider auch in diesem Jahr nur eine kleine Liste. Das wird auch noch einige Zeit so gehen. Meine Hoffnung jedoch ist, dass es sich in 2-3 Jahren dann doch einmal ändert.

Die Weisheit des Brahmanen – Friedrich Rückert
Ich dachte, dass ich einmal etwas anderes lesen könnte, daher fiel die Wahl auf Friedrich Rückert. Allerdings, dieses Buch ist nicht mein Fall. Rückert schreibt alles in Gedichtform und auch der Inhalt ist nicht das, bei dem ich große Begeisterung entfalte. Ich möchte nicht sagen, das Buch sei schlecht, aber man muss schon eine gewisse Neigung haben, solche Dinge zu mögen.



Die Welt in 100 Jahren – Arthur Bremer
Geschrieben in den Jahren 1909 und 1910, Arthur Bremer fragte verschiedene Experten einen Blick in die Zukunft auf heute zu werfen. Mit dem Wissen von heute und der letzten 100 Jahre ist es schon fantastisch zu lesen, was sich die Autoren vor 100 Jahren gedacht haben, wie es heute aussehen könnte. So manches hat getroffen, so vielen aber hat, natürlich, weit das Ziel verfehlt. Nachfolgend ein paar interessante Beispiele aus dem Buch.

Zunächst noch ein Hinweis, die Texte sind in Altdeutsch (so heißt das glaube ich) geschrieben. Also so, wie vor 100 Jahren auch. Ich war ein wenig überrascht, aber mit ein bisschen Übung geht auch das.

In Summe ist das damalige Weltbild interessant, welches sich auf „heute“ in seiner Projektion widerspiegelt. Asien kommt in seiner heutigen Größe gar nicht vor, Afrika nur als Kolonie. Die Welt von heute, was hat sie sich geändert, was ist sie doch gleich geblieben, nur langsam wird selbst heute erst anerkannt, wie wichtig und mächtig Asien geworden ist.
Vor 100 Jahren bestand die Welt aus Europa, Amerika und Japan. Diese Gruppe soll lt. der Autoren auch heute noch bestehen bleiben, ja eigentlich nur noch stärker und mächtiger. Wie die Welt tatsächlich aussieht und wie sie sich geändert hat, weiß wohl jeder heute nur zu gut.
Im Buch wird der Hoffnung auf Frieden, aber auch dem Expansionswillen der damaligen Zeit Ausdruck gegeben. Unsere Welt heute, das Wunschbild von Frieden aus Überzeugung, militärischer Überlegenheit, dem Bezwingen von Krankheiten, Reduzierung von Verbrechen, die Weiterentwicklung der Technologie. Einiges ging in Erfüllung, einiges erfährt wieder Rückschritte.

Ed. Bernstein – Das soziale Leben in 100 Jahren
Er schrieb „Wir betreiben Raubbau mit den Schätzen der Erde“. Aber auch erwähnte er bereits wie Sonnenwärme und Meereskraft genutzt werden könnten. 100 Jahre später haben wir offensichtlich die gleichen Probleme und betreiben den Raubbau weiter.
Er meinte auch „Aber die großen heutigen Vermögensunterschiede werden unbedingt verschwinden“. Wie sehr er sich doch hier geirrt hat.

Robert Sloss – Das drahtlose Jahrhundert
Ein Volltreffer, „Wir werden einfach auf drahtlosem Wege uns mit der Unglücksstelle verbinden lassen, und wer an diesem Augenblick allein noch nicht genug hat, sondern die Sensation furchtbarer Art ganz auskosten will, der wird, wenn er will, auch das Angstgewimmer der Leute, das Verröcheln der Sterbenden und die Schreie der Hungrigen und die Flüche der Irrsinningen hören.“. Ein Klick, der Fernseher ist an, tägliche Sensationen.

Regierungsrat Rudolf Martin – Der Krieg in 100 Jahren
Wie sah er doch voraus „Volkserhebungen in Europa sind undenkbar, die die europäische Gesamtverfassung und die Regierung aller Einzelstaaten eine sehr freiheitliche und dem Volkeswillen entsprechende ist.“ Fast getroffen, ein wenig vorbei, aber die EU ist (noch) da, ob es jedoch dem Volkeswille entspricht, das möge jeder Leser doch bitte für sich selbst feststellen.

Bertha von Suttner – Der Frieden in 100 Jahren
… so wuchs aus all den verschiedenen Freundschaftsbündnissen langsam ein verbündetes Europa heraus. Noch hieß es nicht so, aber gebärdete sich schon als solches …
Waren wir etwa mit einer EU zu früh dran und hätten uns mehr Zeit lassen sollen?



Psycho – Robert Bloch
Wer kennt nicht den Film „Psycho“ und Norman Bates. Und nein, ich habe mich nicht verschrieben, das Buch ist tatsächlich von Robert Bloch und nicht, wie oft fälschlicherweise dargestellt, von Alfred Hitchcock geschrieben worden. Das Buch genauso spannend wie der Film. Natürlich, denn der Film folgt dem Buch. Ich denke daher, dass man hier nicht mehr viel dazu schreiben muss. Ein spannendes Buch, schnell zu lesen und damit für Zwischendurch gut geeignet.


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Lesen 2015

Meine Bücher und interessante Artikel, gelesen in 2015:

In dieses Jahr ein Novum und die erste Aufnahme einer Verlinkung zu einem Artikel im Netz für meine Jahreszusammenfassung.

Wenn es nach mir ginge, wäre auch in diesem Jahr die Liste mindestens doppelt so groß, denn meine Liste der noch zu lesenden Bücher – privat – wird immer länger.

 

The Quiet German – George Packer
The Quiet German – The astonishing rise of Angela Merkel, the most powerful woman in the world“ erschienen am 1. Dezember 2014 in ‚The New Yorker‘. Ein zugegeben langer Text aber auch gleichzeitig interessanter Text über das Leben von Angela Merkel. Keine vollständige Biografie, aber er gibt Einblicke über den Weg von Frau Merkel in die Politik von heute. Der Artikel enthält, unvermeidlich, auch Eindrücke aus amerikanischer Sicht. Es überwiegt jedoch die Beschreibung der Herangehensweise von Frau Merkel an Probleme, Wegbegleiter und ihre letztendlich getroffenen Entscheidungen. Man kann sie oder ihre Politik mögen oder auch nicht, interessant ist dieser Einblick auf jeden Fall.



Organisation für Komplexität – Niels Pfläging
Eine interessante und kurze Darstellung, was Komplexität in heutigen Firmen bedeutet. Firmen, errichtet auf den Prinzipien von Taylor, versuchen nun diese Methoden auf die heutige Wissensgesellschaft anzuwenden. Dies geht schief, erzeugt Verluste und Schuld ist eine verkehrte Sichtweise des Managements. Erfreulich war für mich, dass Douglas McGregor mit seiner Theory X und Y aus dem Jahr 1960 erwähnt wurde. Ein sicherlich seltenes Ereignis in deutschen Büchern. Aber basierend auf diesen Ideen wird dargestellt, was heute ist, wie heute Theorie X wirkt und was sein könnte, wenn man die Organisation in Richtung Theory Y ändern will. Pfläging nennt es in seinem Buch dann Alpha und Beta Modell und zeigt, welche Schritte notwendig sind, um von Alpha (X) nach Beta (Y) zu kommen.

Der einzige Kritikpunkt für mich ist eine Aussage Pflägings zur MBA Ausbildung während eines Interviews. Hierzu muss ich sagen, dass sich zumindest eine Business School – Edinburgh Business School – mit den Ideen von X und Y, Markt- und Kundenorientierung und partizipatorischem Führungsstil auseinandersetzt. Pflägings Aussage ist mir einfach zu pauschal, populistisch und zu sehr X-orientiert. Hat er ein MBA-Studium von innen gesehen?

Trotzdem, als „Zwischenmahlzeit“ ist dieses Buch sicher ein willkommener Einstieg in eine neue Welt.



Minority Report – Philip K. Dick
Das Buch ist ja ein wenig wie Betrug. „Minority Report“ ist eine Geschichte von 72 Seiten. Das Buch allerdings hat über 400. Und irgendwie, Endzeitstimmung aus den 50.-er Jahren, die Gefahr durch die aufkommende Computerisierung zeichnen ein düsteres Bild der Zukunft (heute und morgen). Interessant allerdings ist, dass Dick die Gefahren und Ängste der Menschheit, durch die Staatsgewalt und durch Roboter vorweggenommen hat. Und die Überwachung durch die Staatsgewalt, nie war sie so aktuell wie heute.

Die Geschichten, die noch in dem Buch sind, sind ok, für mich allerdings ohne herausragende Bedeutung.



Carrie – Stephen King
Carrie, wer kennt sie nicht, ein Klassiker. Den Bösartigkeiten ihrer Mitschülerinnen ausgesetzt, dem religiösen Fanatismus ihrer Mutter unterworfen, erzeugt die Geschichte Mitleid für Carrie. Ja man kann ihre Verzweiflung und ihre Wut förmlich spüren, man kann sie verstehen. In gewisser Hinsicht ist es schade, dass sie all das nicht überlebt und sich durch ihre Fähigkeiten nicht schützen kann. Insgesamt ein lohnenswertes Buch, welches ich seit langem wieder einmal in „einem“ durchgelesen habe.



Schiffsfieber – Andrea Barret
Erneut ein Buch mit mehreren Geschichten, dieses Mal aber bewusst. Die Hauptgeschichte – Schiffsfieber – handelt von der Immigration in Kanada von Iren während der großen Hungersnot. Beispiellose Zustände auf den Schiffen und in den Aufnahmelagern, kranke Menschen überall und kaum mögliche Unterstützung durch die wenigen Ärzte und Pflegekräfte und auch die mangelnde Unterstützung durch die Politik. Einzelne handelnde Personen haben tatsächlich gelebt und sind mit in die Erzählung aufgenommen worden. Der unglückliche Hauptdarsteller, Dr. Lauchlin Grant, ist jedoch erfunden. Sein Glück hat ihn in zweifacher Hinsicht verlassen, seine große Liebe, Susannah, durch deren Heirat unerreichbar und dann ist er am Ende doch verstorben, überarbeitet und trotz größter Vorsichtsmaßnahmen dem Fieber durch Typhus und Ruhr, welches die Einwanderer mitbrachten und welches er unermüdlich bekämpft hat, erlegen.

Interessante Geschichten, die einen fesselt.



Der Spion, der aus der Kälte kam – John Le Carré
Ein Roman zur Zeit des kalten Krieges. Insgesamt recht einfach zu lesen. Ich denke aber, ohne den geschichtlichen Hintergrund zu kennen, wirkt der Roman nicht (mehr) so spannend. Ein Roman ohne Happy End für Alex Leamas.


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Lesen 2014

Meine Bücher, gelesen in 2014:

Auch dieses Jahr gestaltete sich das Lesen schwierig. Drei Bücher in einem halben Jahr, ich glaube, das ist kein guter Schnitt. Auch finde ich viel schneller Bücher, die ich einmal lesen will, als ich sie tatsächlich lesen kann. Daher ist mein Bücherregal voll mit ungelesenen Büchern und meine Wunschliste wird immer länger. Meine Gewissheit aber ist, dass sich das irgendwann einmal ändert.

Als die erste Atombombe fiel – Hermann Vinke
6. August 1945, 8:15 Uhr, erschütternde Berichte von Kindern, die den Abwurf der ersten Atombombe durch die Vereinigten Staaten von Amerika überlebt hatten und auf Bitten von Professor Osada ihre Erlebnisse 6 Jahre später niedergeschrieben haben. Kein Hass, nur die pure Verzweiflung und Sorge um nächste Angehörige und das eigene Überleben. Die niedergeschriebene Erfahrungen sind nur ein Kratzen an der Oberfläche, die Realität zu beschreiben und auch die Darstellung der psychologischen Wunden ist gar nicht möglich. Das Buch stellt nur einen Auszug aus dem Original „Kinder aus Hiroshima“ dar, welches ich nur noch gebraucht kaufen konnte.
Wer denkt, mit der Atombombe eine bessere Welt zu kreieren, liegt falsch. Bezeichnend und nicht minder schockierend ist das Interview mit dem Atombomberpiloten Paul W. Tibbets. Nicht das geringste Bedauern, nicht das geringste Anzeichen von Menschlichkeit. Sein Denken über den Abwurf, die Folgen und das entstandene, noch heute anstehende Leid empfinde ich als abstoßend, gefühllos und menschenverachtend.


VROOM! Turbo-Charged Team Building – Michael Shandler, Michael Egan
Ein Buch über Teambildung und dann noch als Comic, geht das? Ja es geht, muss ich sagen. Wer als MBA oder BWLer sich mit den Methoden der Teambildung vertraut gemacht hat, wird in unterhaltsamer Weise in dem Comic die einzelnen Phasen der Teambildung wiedererkennen. Als Lehrwerk bestimmt nicht geeignet, aber dafür ist es sicher auch nicht gedacht. Die Methode VROOM! habe ich noch nicht ausprobieren können, ich weiß daher auch noch nicht, ob sie funktioniert, aber als unterhaltsames Nachschlagewerk, ein Buch, welches einem das an anderer Stelle erlernte ins Gedächtnis ruft, dafür ist das kleine Buch bestimmt gut geeignet.


Der Schwarze Schwan – Nassim Nicholas Taleb
Ein Bestseller, ehrlich gesagt, ich habe ihn nicht vollständig verstanden. Ich habe lange durchgehalten, habe aber dann das Buch doch abgebrochen zu lesen. Was mir während des Buches auf die Nerven ging, waren die vielen negativen Darstellungen Andersdenkender. Nur Taleb ist richtig und mit ihm die Gleichdenkenden, alle andere sind Irrende. Da ich dies nicht beurteilen kann, kann ich nur feststellen, dass mich der Schreibstil stört. Für mich keine Empfehlung, aber das ist ja bekanntlich wie immer Geschmack.


Der Spion, der aus der Kälte kam – John Le Carré
Ein Roman zur Zeit des kalten Krieges. Insgesamt recht einfach zu lesen. Ich denke aber, ohne den geschichtlichen Hintergrund zu kennen, wirkt der Roman nicht (mehr) so spannend. Ein Roman ohne Happy End für Alex Leamas.


Die Farbe meiner Haut – Manuela Ritz
Das Buch ist nun kein literarisches Highlight, das Thema aber wird nur allzu oft klein geredet: Rassismus in Deutschland. Manuela Ritz erzählt über ihre Erfahrung mit Rassismus im Alltag. Es machte mich schon nachdenklich, denn als Mitglied der weißen Mehrheitsgesellschaft habe ich Rassismus nie erlebt. Was also ist Rassismus? Auch hier scheint es nur sehr unpraktische und wissenschaftliche Definitionen zu geben. Frau Ritz aber hat eine Definition, die eigentlich ganz einfach ist „Rassismus ist, was als Rassismus wahrgenommen wird“ .
Jetzt mag der eine oder andere natürlich sagen, ach alles nicht so schlimm. Aber doch, es ist schlimm und Rassismus gehört sehr ernst genommen. Aus dem Buch nehme ich für mich mit, dass ich mich noch weiter mit dem Thema beschäftigen muss, denn erzogen in einem weißen Land, kann ich gar nicht verstehen, wie sich Menschen mit Rassismuserfahrung fühlen.
Ich nehme weiterhin mit, dass es ein Stufenmodell gibt, wie Menschen der Mehrheitsgesellschaft reagieren, wenn sie auf ‚Diskriminierung‘ angesprochen werden. Oh ja, so habe ich auch reagiert und befinde mich noch mitten drin im Lernprozess. Ein Möglichkeit den Lernprozess zu beschleunigen ist das ‚Blue Eyed‘-Konzept von Jane Elliott. Ehrlich gesagt, ich habe ein bisschen Angst, selbst an einem solchen Seminar teilzunehmen.
Jedwede Diskriminierungsform fußt auf vier übergreifenden, einander bedingenden Dimensionen: 1. Normierungsfestschreibung, 2. Zuschreibungsprozesse, 3. das Einrichten spezifischer Regeln und Gesetze und 4. Verinnerlichung. Angewandt auf Adultismus, Anti-Semitismus, Ageismus, und, und, und, immer wieder das Vorhandensein der 4 Dimensionen.
Wichtig ist daher am eigenen Verhalten zu erkennen, wann man sich rassistisch verhält (in Wort und Tat), Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen und aktiv Rassismus bekämpfen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.


Blade Runner – Philip K. Dick
Ich glaube, ich verstehe den Film besser als das Buch. Endzeitstimmung, einmal natürlich der unvermeintliche Hitler-Vergleich, ein Mercer der Steine wirft oder wirft er sie gar nicht, wahrscheinlich alles Eindrücke der ’60-iger, projeziert in eine ferne Zeit. Interessant war für ich mich die Beziehung Mensch-Android, aber auch die Gedankengänge eines Androiden über das Leben. Die seltsamen Anwandlungen beim Einswerdens, lebende Tiere auf der Dachterrasse und das ständige Gelabere von Buster Freundlich, Menschen die eine Stimmungsmaschine benötigen, versteht irgendjemand den Sinn? Philip Dick wird mit Kafka verglichen, nun, Kafka ist auch nicht mein Fall. Trotzdem aber werde ich noch weitere Romane von Dick lesen.


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Lesen 2013

Meine Bücher, gelesen in 2013:

Dieses Jahr war lesetechnisch recht schwierig. Zu Beginn hat sich das Lesen der Biografie von Steve Jobs und anschließend „Erziehung vor Verdun“ sehr lange hingezogen. Die letzten Monate allerdings hatte ich dann doch ausreichend Gelegenheit mich einigen interessanten Büchern zu widmen.

Steve Jobs – Walter Isaacson
Mein erstes E-Book, auch das gibt es noch in 2013. Jobs Biografie gibt viele interessante Einblicke in die Person des Apple-Gründers. Aber auch die vielen anderen erwähnten Personen, die in der Computerbranche merkliche Spuren hinterlassen haben, werden erwähnt und es ist des öfteren ein Aha-Erlebnis, was so alles wie passierte und heute wie selbstverständlich genutzt wird.

Leider aber wiederholt sich der Autor in seinen Aussagen recht gerne, wie z.B. über Jobs Distorsion……. Vielleicht liegt dies ja auch nur an der deutschen Übersetzung. Ich finde aber, die schmälert den Wert des Buches leider ein wenig.


Erziehung vor Verdun – Arnold Zweig
Erziehung vor Verdun ist ein Antikriegsbuch und eines der bedeutesten des Autors. Allerdings wird der Leser hier auch sehr stark gefordert. Ohne ein gutes Allgemeinwissen, wobei ich dies bereits unter Spezialwissen einstufen würde, ist das Buch nicht leicht zu lesen. Lange Textpassagen, Worte, die heute nicht mehr verwendet werden, philosophische, geschichtliche, mythologische Betrachtungen, anspruchsvolle Dialoge. Dazwischen dann die Geschichte von Bertin, sein Leben an der Front, ungeschminkt beschrieben und keine Heroisierung betrieben.


Fahrenheit 451 – Ray Bradbury
Wortgewaltiger Klassiker, steht in einer Reihe mit „1984“ und „Schöne neue Welt“. „Fahrenheit 451“ ist auch heute oder vielleicht gerade heute eine Warnung vor der totalen Überwachung und Lenkung durch den Staat. Aber auch die Warnung vor der übertriebenen Berieselung gelangweilter und abgestumpfter Menschen, durch monotone, eine falsche Wirklichkeit vorgaukelnder Unterhaltungsprogramme. Die aufkommenden Vergleiche zu heute sind rein zufällig, sind sie das?


Der Schwarm – Frank Schätzing
Spannend und fesselnd. Die Wendung zu den Yrrs kam überraschend und zog den Roman in eine für mich unerwartete Richtung. Die Recherche muss Unmengen an Stunden und Tagen gekostet haben. Aber so viele Details zu Philosophie, Psychologie, Biologie, Verhaltensforschung in knapp 1.000 Seiten unterzubringen, Respekt. Manchmal wollte ich das Buch einfach nicht mehr weglegen.


Psychologie der Massen – Gustave Le Bon
Dieses Buch hat mich dann doch überrascht. Geschrieben vor mehr als 100 Jahren und mit vielen Bezügen zur französichen Geschichte kann man viele Phänomene der Massen auch heute gut nachvollziehen und verstehen. Le Bon übt zwar die eine oder andere Gesellschaftskritik, die wohl zu dieser Zeit drängende Probleme darstellten, aber die meisten seiner Aussagen zur psychologischen Massen sind auch heute noch weiterhin gültig. Hier ein Beispiel zur Wählermasse von vor 100 Jahren: „Besonders hervorragend ist die geringe Urteilsfähigkeit, dann der Mangel an kritischem Denken, die Erregbarkeit, Leichtgläubigkeit und Einfalt der Massen.“ Das kann man auch heute noch 1:1 unterschreiben.


Ein Japanerin in Deutschland – Chika Kietzmann
Wenn ich dieses Buch vor 10 Jahren gelesen hätte, hätte ich es nicht verstanden. Trotzdem denke ich, hätte es mir geholfen. Ich habe es aber erst in diesem Jahr gelesen und habe viele der geschilderten Probleme wiedererkannt. Dieses Buch reflektiert Anteile der deutschen Seele und jeder der einen Partner aus einem anderen Land, einem anderen Kulturkreis hat, sollte sich mit der eigenen und auch anderen Kultur beschäftigen. Man erkennt, dass was man immer als „normal“ angesehen hat, nicht immer „normal“ ist. Es weitet daher den Blickwinkel und erhöht das Verständnis für andere.


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Lesen 2012

Meine Bücher, gelesen in 2012:

Nudge – Richard H. Thaler, Cass R. Sunstein, Christoph Bausum
Warum um dieses Buch solch ein Aufheben gemacht wurde, ist mir unerklärlich. Eine absolute Enttäuschung für mich. Dies mag daran liegen, dass ich es nicht verstanden habe oder aber einfach, dass es nichts aussagt.


Herbstmilch – Anna Wimschneider
Ein spannende Lebensgeschichte von Anna Wimschneider und absolut lesenswert. Sie gibt Einblicke in das Leben von vor noch gar nicht allzu langer Zeit.


Das Dekameron – Giovanni Boccaccio
Ist mir zu langweilig, ich habe es in der Mitte abgebrochen und werde es einfach ins Regal stellen.


Harry Potter and the Deathly Hallows – J. K. Rowling
Schluss des Siebenteilers von Harry Potter. Nachdem ich mit dem ersten Band in Englisch begonnen hatte, wollte ich auch alle weiteren Bände auf Englisch lesen. Was mir hiermit gelungen ist. Das Buch habe ich in kürzester Zeit und bei jeder Gelegenheit durchgelesen. Man muss Harry mögen, dann liest man alles, wenn nicht, dann einfach nicht.


Die Nibelungen
Klassiker, das Buch hatte ich vor mehr als 20 Jahren schon einmal gelesen und tat es jetzt nochmals. Man sollte die Sagen einfach einmal gelesen haben und sich darauf einlassen, dass zu dem Zeitpunkt, Ehre, Krieg, töten und getötet werden zumindest in unserem Kulturkreis einen anderen Stellenwert hatten.


Schreiben unter Strom – Stephan Porombka
Dieses Buch war für mich enttäuschend. Ich habe ihm eine kleine Rezension in meinem Blog gewidmet.


Physik ohne Ende… – Jörg Hüfner, Rudolf Löhken

Sehr unterhaltsames Buch über die Geschichte der Physik und ihren berühmten Akteuren. Zwei Besucher eines physikalischen Gedankengebäude-Museum wandern durch die Jahrhunderte der Entdeckungen. Im Wechsel werden die erstaunlichen und wichtigen physikalischen Entdeckungern anschaulich erklärt, ohne aber in die mathematischen Abgründe abzutauchen. Gleichzeitig werden auch biografische Daten der Entdecker kurz geschildert. Von A wie Ampère bis Y wie Yukawa werden die ganz großen der Physik alle erwähnt.

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Buchkritik: Schreiben unter Strom

Meine kleine Buchkritik beschäftigt sich heute mit „Schreiben unter Strom“ von Stephan Porombka. Dieses Buch habe ich mir gekauft, um ein paar Anregungen zum schreiben von Blogs und Twitter zu erhalten. Ein wenig anders hatte ich mir das Buch schon vorgestellt, habe mich aber zunächst darauf eingelassen. Im Buch sind nämlich verschiedene Schreibaufgaben enthalten. Dies hatte ich so nicht erwartet. Ich bin kein Poet, aber auch beim Schreiben gilt anscheinend, Übung macht den Meister.

In Übung 1 ist ein Plan der eigenen digitalen Schreibwerkstatt zu erstellen. Gut, einen ersten Entwurf habe ich nun erstellt. Dieser Plan sollte mit Fortschreiten des Buches immer genauer, immer feiner gemacht werden. Porombka kam jedoch nicht mehr darauf zurück. Eventuell habe ich es überlesen oder aber es sollte selbständig geschehen, was ich aber nicht getan habe.

In Übung 2 ist ein Flarf-Zyklus zu bauen. Aber was ist eigentlich Flarf? Ohje, ich und Gedichte. Ich habe es versucht (aber nicht veröffentlicht), denke aber, dass es bei mehr Übung und Zeit auch besser gehen könnte. Sollte mir daher jemals ein brauchbares Flarf (oder sagt man Flarfgedicht) gelingen, werde ich es hier noch nachtragen.

In der 3. Aufgabe soll ein kleiner literarischer Hypertext gebaut werden. Diesen überspringe ich, er ist vielleicht sinnvoll, auf dem Weg ein ausgebildeter Autor zu werden. Mir ist dies aber zu viel.

Auch die 4. Aufgabe, SMS-Lyrik, und die 5. Aufgabe, zu twittern, sich mit 140 Zeichen auszudrücken, werde ich überspringen, denn bei Twitter bin ich nun schon einige Jahre dabei und wilde SMS-Verschickerei an irgendjemanden, vielleicht sogar an mich selbst, ist in meinen Augen auch nicht sinnvoll.

Bisher enttäuscht mich das Buch schon ein wenig. Ich denke, dass hier meine Erwartungshaltung einfach eine andere war. Trotzdem, ich lese weiter und wenn herauskommt, dass ich gar nicht zum Autoren geboren bin, auch gut, dann mach ich einfach so amateurhaft weiter. 🙂

Jetzt dreht das Buch ab. Jetzt kommt die große Literatur. Große Literatur im Twitterformat von Aciman/Rensing in Twitteratur, doch mein Ziel ist es nicht die große Literatur in einem Studium zu bearbeiten, zu transformieren, sondern einfach durch kleine (!) Übungen den Stil zu verbessern. Porombka jedoch meint, in einem aus meiner Sicht aufwändigen und zeitintensiven Prozess, Bücher zu lesen und neu zu erschaffen. Sollte ich es vorher noch nicht gewusst haben, so doch jetzt, ich möchte keinen Literaturpreis erhalten.

Und so geht es daher weiter. Übung 6, alte Literatur neu vertwittern wird übersprungen. Das nächste Kapitel, nicht Werthers Echte, sondern dessen Leiden gibt es in einer Emailfassung (Email-Roman). Dies ist sicher literarisch interessant, doch für meinen Erfolg in der elektrischen Schreibarbeit, halte ich jegliche Beschäftigung hiermit für nicht zielführend. So erleidet auch Übung 7 das zuvor beschriebene Schicksal, und ich werde keinen Email-Roman erfinden und publizieren.

Weiter geht es zur 8. Übung, Archivieren, Zusammenfassen von Emails zu einer Erzählkette, zu einer Geschichte meiner Gedanken. Auch diese Übung übersteigt meinen Willen, welchen ich in den Kauf des Buches gesteckt habe. Übung 8 entfällt daher genauso ersatzlos.

In Übung 9, ich traue meinen Augen zunächst nicht. In Übung 9 fordert mich Porombka doch tatsächlich auf, nur zur Übung, mich an einer einschlägigen Partnervermittlung – er nennt dies etablierte Form … in dem man fremde Menschen online kennen lernen kann – anzumelden und Kontakt für eine literarische Übung, einem Blackboxspiel, aufzunehmen. Nicht dass man ständig selbst durch irgendwelche armen Seelen an der Nase herum geführt wird, nein, jetzt soll ich selbst derjenige sein, der anderen etwas vormacht. Auch Übung 9 ist daher gestorben.

Das Kapitel 10 beschäftigt sich mit Blogs. Endlich ein Thema, mit dem ich mich nun schon ein paar Jahre beschäftige. Doch um es vorweg zu nehmen, auch diese Übung entfällt, da mir die Aufgabenstellung zu aufwändig erscheint. Trotzdem aber enthält diese Kapitel ein paar interessante Aussagen, die ich hier zitieren möchte.

  •  „Bloggen ist die Schreibweise der Gegenwart.“
  • „Wer einen Blog macht, macht also nichts Besonderes, sondern macht mit.“
  • Autoren „treten als emphatische Individualitäten auf, um sich offensiv voneinander zu unterscheiden.“
  • Blogger sind „Teil einer Hyperinflation der sogenannten Ichsender, die das Zeitalter der Massenmedien hinter sich gelassen haben.“
  • „Einen Blog zu machen heißt: sich die Buchkultur abzugewöhnen.“
  • Und immer „Locker bleiben“

In Aufgabe 11 wird der Blogger als Selbsterzähler eingeführt. Hierzu soll man sich ggf. auch mehrere Blogs anlegen, unten denen man seine Geschichten aus unterschiedlichen Blickwinkeln heraus erzählen kann. Ich habe 2 Blogs, ja, aber ich will keine Geschichten erzählen, sondern einfach über die verschiedensten Themen etwas schreiben. Themen, die mir wichtig sind, wo ich das Gefühl habe, ich will dazu etwas schreiben. Geschichten aber, nein, ich will keine Geschichten erzählen. Daher werde ich mich auch der Aufgabe 11 nicht weiter widmen.

Ab Kapitel 12 wird dann noch Facebook eingeführt. Nun, ich gehöre wohl zu den wenigen, die nicht bei Facebook sind. Vielleicht nötigt dies jetzt jemandem einen Aufschrei ab, doch ich habe bisher noch keine Notwendigkeit gesehen, mich auch noch bei Facebook zu publizieren. Auch wenn Porombka meint, dass man Facebook nur richtig einschätzen kann, wenn man dabei ist, habe ich derzeit keine Intension dies auch nur probehalber zu versuchen, zumindest nicht für dieses Buch. Daher endet spätestens hier mein Interesse an diesem Buch.

FAZIT

Wie ich schon schrieb, das Buch nahm eine andere Wendung, als ich vorher erwartete. Es ist aus einer bestimmten Sicht heraus sicher interessant. Aus meiner Sicht jedoch war es eine Enttäuschung, auch wenn ich mich einmal aus einer anderen Perspektive heraus, mit dem Thema elektrisches Schreiben beschäftigen konnte. Bevor sich jemand daher dieses Buch kauft, sollte nochmals die eigene Intension überprüft werden. Wer sich dafür interessiert, wie (elektrische) Literatur funktioniert, für den ist dieses Buch wahrscheinlich ein Zugewinn. Wer jedoch einen nicht ganz so engen Draht zur Schreibarbeit hat, wer nicht das Bedürfnis hat, Internet-Romane zu schreiben, verschiedene Identitäten im elektrischen Raum sich bewegen zu lassen, Schreibspiele (besser wäre sicherlich Übungen hierzu zu sagen) zu veranstalten, wird eventuell, so wie ich jedenfalls, von dem Buch enttäuscht werden.

(Alle Zitate wurden dem Buch „Schreiben unter Strom“ von Stephan Porombka entnommen,  Ausgabe 2012)

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Lesen 2011

Meine Bücher, gelesen in 2011:

Der Streit um den Sergeanten Grischa – Arnold Zweig

Ist auch ein Klassiker, den man einfach mal gelesen haben sollte. Allerdings liest sich das Buch nicht ganz so flüssig, ist aber trotzdem interessant.


Die Fahrt der Beagle – Charles Darwin
Interessanter Bericht über Darwins Erlebnisse während dieser Zeit. Auch dieses Buch liest sich nicht immer so flüssig. Darwin hatte sehr viel Wert auf eine Detailbeschreibung gelegt, was das fesselnde Lesen einschränkt. Trotzdem aber hochinteressant. Ich habe über Google Maps versucht die Stationen nachzuverfolgen und konnte damit das Interesse erhöhen.


Die Nackten und die Toten – Norman Mailer
Ein Buch über das Grauen des Krieges und absolut lesenswert.


Die Welt ohne uns – Alan Weismann
Interessanter Ansatz über das Verschwinden der Menschheit. Birgt einige wirklich erschreckende Aspekte, wie der Mensch die Welt auf Dauer verändert hat und wie lange es dauert, bis die Natur wieder die Oberhand hat. Das Buch ist gut, aber nicht perfekt.


Gewaltfreie Kommunikation – Marshal B. Rosenberg
Dieses Buch ist zur Persönlichkeitsentwicklung sehr geeignet. Die im Buch angesprochene Vorgehensweise ist einleuchtend und hört sich einfach an. Aber gerade diese Einfachheit hat eine Tiefe, die auf dem ersten Blick nicht zu erkennen ist. Sofern man gewaltfreie Kommunikation durchführen will, bedarf es in meinen Augen einer Anleitung und viel, viel Übung. Denn man muss letztendlich sein eigenes Handeln reflektieren und auch ändern.


In Stahlgewittern – Ernst Jünger
Klassiker, ein Buch über das Grauen des Krieges. Es ist erschreckend wie der Mensch gegenüber dem Töten abstumpfen kann. Zu Beginn noch ist es etwas abstoßendes, doch je weiter der Krieg fortschreitet, verkommt es quasi zu einer „Selbstverständlichkeit“ . Regt zum intensiven Nachdenken an.


Tausend Kraniche -Yasunari Kawabata
Liebesgeschichte, man kann es lesen, muss aber auch nicht.

 

(Die Kommentare wurden erst ein Jahr nach dem Lesen geschrieben und sind daher nicht immer detailliert. Leider ist das Layout noch nicht so wie ich es mir wünsche, hieran arbeite ich noch, sorry for that)

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