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Vertrauen als Grundfaktor

Führungskultur: In den Unternehmen werden sich auch viele Chefs verändern müssen.

Dies waren die Überschriften in einem sehr interessanten Artikel der VDI-Nachrichten vom 25.11.16 von Claudia Burger über die Arbeitswelt 4.0. Leider kann man den Artikel nicht öffentlich einsehen, daher möchte ich hier eine Zusammenfassung geben und auch gleichzeitig meine Kommentare hierzu einfließen lassen.

Früher hieß es, dass Hierarchien abgeschafft werden, jedoch bestehen sie weiterhin, nur werden sie sich, lt. Heike Bruch, Professorin an der Universität St. Gallen, in ein neues Führungsmodell wandeln. Es soll mehr intrinsisch motiviert werden, sich Wohlfühlen im Unternehmen, eine Kultur der transformalen Führung, bei der es dem Arbeitnehmer ermöglicht wird, in seiner Arbeit einen Sinn zu sehen. In Deutschland jedoch ist diese Art der Führung deutlich unterrepräsentiert. Derzeit würden nur 15% der Firmen diese Form oder wenigstens Elemente daraus umsetzen.

Es gilt die Beschleunigungsfalle zu überwinden und auch einmal einen Schlusspunkt zu setzen, wenn ein Projekt beendet ist. Ansonsten drohe die Gefahr des Burn-outs und herabgesenkte Produktivität.

Bei IBM scheint dies bereits umgesetzt. Wichtig hierbei ist, lt. Norbert Janzen, Geschäftsführer Personal IBM Deutschland, dass hier die Ängste der Mitarbeiter ernst genommen werden und eine Unterscheidung zwischen Automatisierung und Digitalisierung gemacht wird. Er unterscheidet Digitalisierung als „eine Unterstützung in der Nutzbarkeit des Wissens des Menschen für seine Tätigkeit“ und Automatisierung als „Ersetzbarkeit von Arbeitskraft“. Gerade letzteres erleben wir ja bereits schon längere Zeit und ist kein neues Phänomen, wahrscheinlich wird es im Moment und in näherer Zukunft nur deutlicher.

Es wird daher einen Wandel der Berufsfelder geben und Firmen können nicht bei der Entwicklung ihrer Mitarbeiter stehen bleiben. Beispiele dieser Digitalisierung sind IBMs Watson oder auch 3-D-Druck in Zahnarztpraxen. IBM stellt daher seinen Mitarbeitern zahlreiche Lernplattformen zur Verfügung. Jeder Mitarbeiter ist aufgerufen, sich 40h pro Jahr fortzubilden, Online oder Classroom, es existieren Collaboration-Tools und -plattformen, die zur Vernetzung der Mitarbeiter dienen, aber auch ihre Skills hervorheben, die dort gegenseitig bewertet werden.

„Soziale Netzwerke sind die Produktionsstraßen von heute.“ (N. Janzen)

Aus all dem müssen Vorgesetze ein neues Rollenverständnis entwickeln. Sie werden nicht mehr der alleine Anlaufpunkt für Fragen und Probleme sein, dies wird vom Netzwerk übernommen. Grundlage für den Wandel ist „Vertrauen“, welches wiederum mit Erfahrung zu tun hat. Hier ist nicht nur das Vertrauen zwischen Menschen gemeint, sondern auch in das Vertrauen in soziale Netzwerke.

Kritische Feedbacks werden ernst genommen und zwar über die ganze Führungshierarchie hinweg. Es kommt eine Antwort und es existiert ein positive Fehlerkultur. Fehler dürfen gemacht werden und negatives Feedback ermöglicht aus den Fehlern zu lernen und sich selbst weiter zu entwickeln.

Ein weiterer Punkt im Artikel ist das mobile Arbeiten. Interessant fand ich, dass bei vielen Firmen u.a. IBM „das alleinige Bekenntnis zum rein mobilen Arbeitsplatz oder alleinigen Homeoffice“ vom Tisch ist. Es ist wichtig, „die Leute wieder zusammenzubringen und zu entwickeln“. Es ist daher ein großer Anspruch an Führungskräfte hierbei die Balance zwischen der Zusammenführung der Teams und deren Mobilität und Flexibilität zu gewährleisten.

Matthias Horx, Zukunfts- und Trendforscher, sagte einmal „Die Arbeit an den Menschen anzupassen anstatt umgekehrt – das wäre eine Hochleistung der Kultur.“

 

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Eine harte Landung

Ich dachte schon, dass sich das Hypethema „Digital Natives“ gelegt hat. Schon lange habe ich nichts mehr darüber gelesen und auch geschrieben. Anfang des Jahres war es, als ich meinen letzten Kommentar hierüber in diesen Blog gestellt hatte. In der vergangenen Woche aber, habe ich dann doch wieder einen Artikel in den VDI-Nachrichten Nr. 47 „Generation Y im Berufsalltag“ gefunden. Aber was muss ich lesen, DNs sind angekommen und alles ist doch so sehr anders als prophezeit, hatte ich nicht so etwas ähnliches schon geschrieben?

Die Firma Accenture hatte eine Studie eben genau über diese „Spezie“ Digital Natives durchgeführt und hat „erstaunliche“ Ergebnisse herausgefunden. DNs sind normal, DNs sind so wie andere, DNs sind nicht so super, wie gehofft, NEIN, wie kann das nur sein?

Im Realitätscheck kam nun heraus, dass einiges an Träumen geplatzt ist und auch, dass sich die DNs an die bestehende Arbeitswelt anpassen. Die größte Anpassung ist im Bereich Gehalt. Nun jeder darf mal träumen, aber hatten dies die Generationen davor nicht auch getan?

Ja und auch wechseln wollen sie, wenn das Gehalt nicht stimmt. Auch dies unglaublich! Wenn ich mir meinen Jahrgang so ansehe, dann war eine Zeitlang bei vielen eine Verweildauer von 1-2 Jahren angesagt. Auch das wollen sie nicht, sie sind sozusagen „seßhaft“ in den Firmen. Da war ja in meiner Generation dagegen richtig etwas los. Aber das scheint schon lange wieder vergessen, vielleicht weil wir in den 80-igern und 90-igern keinen solch schönklingenden Namen wie GenY hatten.

Und jetzt auch noch das. Die Generation Y denkt tatsächlich so nach 2 – 5 Berufsjahren darüber nach, eine Familie zu gründen und weitere soziale Bindungen werden wichtig. Wie konnte das nur passieren? Bei den ausgerufenen Superstars werden Werte wichtig, die man gerne in die 50-iger Jahre verbannen möchte.

Der Text endet Deutsch: Zweifel, Ungläubigkeit und Infragestellen der Studie. Gut das sind wir ja gewohnt, es ist nur schade, dass man es immer wieder erwähnen muss, so sinnlos. So wundert sich z.B. Susanne Böhlich, Professorin für Internationales Management an der Hochschule Bonn-Bad Honnef, darüber, dass frühere Studien die Wichtigkeit des Gehaltes gar nicht gezeigt hatten. Und auch, sind die nur 600 befragten Jungakademiker nicht ausreichend genug.

Gleiches gilt für Jutta Rump, Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability in Ludwigshafen, die Repräsentativität der Studie sei nicht ausreichend. Ja, wer seine Meinung nicht liest, der bezweifelt eben alles. Diese Methode wird ja so oft genutzt.

Der Text endet versöhnlich, pragmatisch: „Da wächst eine anspruchsvolle Generation heran. Und wir brauchen die. Wir haben nämlich nur die eine.“

Und damit sollte jetzt einfach mal Schluss sein mit GenY, Digital Natives oder so. Lasst uns gemeinsam die Arbeitswelt verändern und nicht so deutsch, Grenzen zwischen den Generationen ziehen.

Quelle: VDI-Nachrichten, Nr. 47/12, 23.11.12, Generation Y im Berufsalltag: Angekommen in der Realität

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Ein Trauerspiel: LTE in Deutschland

Gestern ein Artikel in den VDI-Nachrichten über den doch eher schleppenden Aufbau des LTE-Netzes in Deutschland, heute ein Artikel bei Netzwertig.com über „Deutschlands träge Digitalwirtschaft“ von Martin Weigert.

Der VDI-Artikel gibt einen guten Überblick über den derzeitigen Zustand und des derzeitigen Angebotes von LTE in Deutschland. Gleichzeitig aber zeigt er auch auf, woran Deutschland krankt. Da ist zum einen die doch eher unverständliche Tatsache, dass der LTE-Ausbau zwar politisch gewollt ist, gleichzeitig aber Tausend Anträge zur Genehmigung von Richtfunkstrecken bei der Bundesnetzagentur liegenbleiben.

Größtes Problem aber ist sicher der deutsche Verbraucher. Hierzu gibt es ja in diesem Blog schon die eine oder andere Meinung, und auch beim Thema LTE kommt man hierzulande nicht richtig weiter. LTE, wozu braucht man dies, es geht ja auch so. Ja, sicher, Feuer machen geht auch mit Feuersteinen. Hightech wird leider in Deutschland erst akzeptiert, wenn sie Commodity geworden ist.

Dann natürlich auch das liebe Geld. Die Nutzerentgelte sind doch eher hoch hierfür. Auf der anderen Seite, die Firmen sind durch unser Wirtschaftssystem gezwungen, Geld zu verdienen. Aber diese Tatsache ist anscheinend aus den Köpfen entschwunden.

Andere Länder sind hier, wie immer, weiter. USA und Asien (wobei Asien hierzulande gern als Land angesehen ist), in diesen beiden Regionen ist die Akzeptanz und damit auch die Verbreitung von LTE recht hoch. In Japan beispielsweise konnte NTT Docomo in Q1/2012 400.000 LTE-Handsets abgesetzen. In Deutschland nutzen keine 200.000 Kunden die neue Technologie (Daten, keine Sprache).

Aber wie Martin Weigert schon schreibt, das Grundproblem steckt in den Köpfen der Menschen.

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Das Bestellauto – Deutschland mal wieder langsam

In den VDI-Nachrichten Nr. 21 vom 25.05.12 gab es einen Bericht über die Zukunftsstudie „Zukunftsbilder der digitalen Welt“ von VDE und Münchner Kreis mit dem Titel „Das Bestellauto könnte schon in 15 Jahren Realität sein„.

Die Studie zeigt deutliche Unterschiede im internationalen Vergleich in der Begeisterungsfähigkeit und dem Vertrauen in die Sicherheit. Deutsche sind erwartungsgemäß skeptisch, sorgenvoll und mutlos wenn es um die Einführung für autonomen Fahrzeugen (Anm.: Und auch für alles andere was mit Technik zu tun hat) geht. Der Autor des Artikels, Klaus Jopp, nennt es zu Recht skurril, dass deutsche Nutzer es als sehr kritisch ansehen, wenn Menschen ohne Führerschein ein Bestellauto buchen können.

Diese Einstellung sehe ich mittlerweile als kritisch für die weitere Entwicklung, sowohl technisch als auch gesellschaftlich, in Deutschland an. Es geht hier nicht um die absolute Technikgläubigkeit, aber das sich Versperren gegen alles Neue bringt keine Weiterentwicklung und falls doch, dann doch eine stark verzögerte mit sich.

Weiterhin wird in Deutschland für lebenslanges Lernen geworben. In der Studie allerdings kommt die nicht zum Ausdruck. Hier wurde unter diesem Gesichtspunkt das innovative Bildungskonzept „das digitale Schulbuch“ als Beispiel betrachtet. Auch hier, erwartungsgemäß, ist von allen untersuchten Ländern, nur noch nicht in Deutschland das digitale Schulbuch eingeführt worden bzw. steht noch nicht kurz vor der Einführung. In Korea, China, Brasilien, Schweden und den USA kann man damit schon lesen und lernen.

Ich kann es noch nicht glauben, aber bald wird es wohl heißen „Gute Nacht, Deutschland“.

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Risikowahrnehmung – Made in EU

In der vergangenen Woche gab es in den VDI-Nachrichten 19/12 einen interessanten Artikel über die Risikowahrnehmung in der EU. Hierbei fordert der Risikoforscher Dr. Ragnar E. Löfstedt vom King’s Centre for Risk Management, King’s College London, eine saubere Trennung von Risiko und Gefahr.

Im Text wird exemplarisch auf die Lebensmittelskandale der letzten Jahre hingewiesen und darauf aufmerksam gemacht, dass trotz der erhöhten Wahrnehmung des Themas „Dioxins in Eiern“ noch niemand daran gestorben ist. Wohingegen der Ehec-Virus nachweislich zu Todesfällen geführt hat.

Der Text bezieht sich hauptsächlich auf die Wahrnehmung aus der chemischen Verseuchung von Lebensmitteln. Allerdings kann dies leicht auch auf andere Bereiche ausgedehnt werden. So sollte eine Reaktion auf vermeintliche Skandale sich nicht auf die Berichterstattung in den Medien und der öffentlichen Wahrnehmung stützen, sondern sich wissenschaftlichen Grundsätzen unterwerfen.

Auch tun Interessensgruppen ihr übriges, internationale Aufmerksamkeit PR-wirksam zu erlagen. Regierungen sind oft überrumpelt und in der misslichen Lage, nur noch zu reagieren und sich zu rechtfertigen und weniger in der Lage, die Situation zu beeinflussen. Hier sind die Medien in der Pflicht verantwortungsbewusster zu reagieren.

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Neue Art zu quälen: Brainteaser

Früher da gab es ein Gespräch, dann wurden ein paar Stressfragen gestellt und man war eingestellt oder eben nicht. Dann gab es mal eine Zeit, in dem man zum Assessment-Center musste. Ja und heute, heute stellt man dem nervösen Bewerber Brainteaser, auf Deutsch Kopfnüsse.

Da werden dann Fragen wie „Stellen Sie sich vor, Ihr Körper wird auf die Höhe einer Münze geschrumpft – bei gleichbleibender Dichte. Dann wirft man sie in einen Küchenmixer. In 60 Sekunden werden Hackmesser angestellt. Was tun Sie?“ gestellt.

Oder aber „Entwickeln Sie einen Evakuierungsplan für San Francisco.“ oder „Wieviele Golfbälle passen in einen Schulbus?“ oder auch „Wie schwer ist Manhattan?“. In dem Artikel der VDI-Nachrichten Nr. 06/12 „Denk mal wieder! Bewerber im Brainteaser-Stress“ heißt es, dass Google, Microsoft, Facebook und diverse Unternehmensberatungen standardmäßig solche Fragen stellen. Es soll sogar einen Sinn machen. Auf den Seiten von squeaker.net findet man auch eine kleine Sammlung hiervon und auch bei Monster.de findet man einen Artikel hierüber.

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Visible Light Communication

Bits und Bytes reisen mit Licht aus der Lampe“, dieser interessante Ansatz ist in den VDI-Nachrichten Nr. 06/12 nachzulesen. Am Heinrich-Hertz-Institut in Berlin wird an dieser Technik „Visible Light Communication“ geforscht.

Bei VLC werden Daten über die Zimmerbeleuchtung zum Computer gesandt. Dabei benutzt man im Spektrum den sichtbaren Anteil. Der derzeitige Weltrekord liegt bei 800 MBit/s. Der nächste Schritt an dem gearbeitet wird sind 1 GBit/s.

Einsatzbereiche sind Krankenhäuser, Fabrikhallen, Flugzeuge oder auch öffentliche Verkehrsmittel. Im Heimbereich ist in 5-6 Jahren mit Anwendungen zu rechnen.

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