Lesen 2015

Meine Bücher und interessante Artikel, gelesen in 2015:

In dieses Jahr ein Novum und die erste Aufnahme einer Verlinkung zu einem Artikel im Netz für meine Jahreszusammenfassung.

Wenn es nach mir ginge, wäre auch in diesem Jahr die Liste mindestens doppelt so groß, denn meine Liste der noch zu lesenden Bücher – privat – wird immer länger.

 

The Quiet German – George Packer
The Quiet German – The astonishing rise of Angela Merkel, the most powerful woman in the world“ erschienen am 1. Dezember 2014 in ‚The New Yorker‘. Ein zugegeben langer Text aber auch gleichzeitig interessanter Text über das Leben von Angela Merkel. Keine vollständige Biografie, aber er gibt Einblicke über den Weg von Frau Merkel in die Politik von heute. Der Artikel enthält, unvermeidlich, auch Eindrücke aus amerikanischer Sicht. Es überwiegt jedoch die Beschreibung der Herangehensweise von Frau Merkel an Probleme, Wegbegleiter und ihre letztendlich getroffenen Entscheidungen. Man kann sie oder ihre Politik mögen oder auch nicht, interessant ist dieser Einblick auf jeden Fall.



Organisation für Komplexität – Niels Pfläging
Eine interessante und kurze Darstellung, was Komplexität in heutigen Firmen bedeutet. Firmen, errichtet auf den Prinzipien von Taylor, versuchen nun diese Methoden auf die heutige Wissensgesellschaft anzuwenden. Dies geht schief, erzeugt Verluste und Schuld ist eine verkehrte Sichtweise des Managements. Erfreulich war für mich, dass Douglas McGregor mit seiner Theory X und Y aus dem Jahr 1960 erwähnt wurde. Ein sicherlich seltenes Ereignis in deutschen Büchern. Aber basierend auf diesen Ideen wird dargestellt, was heute ist, wie heute Theorie X wirkt und was sein könnte, wenn man die Organisation in Richtung Theory Y ändern will. Pfläging nennt es in seinem Buch dann Alpha und Beta Modell und zeigt, welche Schritte notwendig sind, um von Alpha (X) nach Beta (Y) zu kommen.

Der einzige Kritikpunkt für mich ist eine Aussage Pflägings zur MBA Ausbildung während eines Interviews. Hierzu muss ich sagen, dass sich zumindest eine Business School – Edinburgh Business School – mit den Ideen von X und Y, Markt- und Kundenorientierung und partizipatorischem Führungsstil auseinandersetzt. Plägings Aussage ist mir einfach zu pauschal, populistisch und zu sehr X-orientiert. Hat er ein MBA-Studium von innen gesehen?

Trotzdem, als „Zwischenmahlzeit“ ist dieses Buch sicher ein willkommener Einstieg in eine neue Welt.



Minority Report – Philip K. Dick
Das Buch ist ja ein wenig wie Betrug. „Minority Report“ ist eine Geschichte von 72 Seiten. Das Buch allerdings hat über 400. Und irgendwie, Endzeitstimmung aus den 50.-er Jahren, die Gefahr durch die aufkommende Computerisierung zeichnen ein düsteres Bild der Zukunft (heute und morgen). Interessant allerdings ist, dass Dick die Gefahren und Ängste der Menschheit, durch die Staatsgewalt und durch Roboter vorweggenommen hat. Und die Überwachung durch die Staatsgewalt, nie war sie so aktuell wie heute.

Die Geschichten, die noch in dem Buch sind, sind ok, für mich allerdings ohne herausragende Bedeutung.



Carrie – Stephen King
Carrie, wer kennt sie nicht, ein Klassiker. Den Bösartigkeiten ihrer Mitschülerinnen ausgesetzt, dem religiösen Fanatismus ihrer Mutter unterworfen, erzeugt die Geschichte Mitleid für Carrie. Ja man kann ihre Verzweiflung und ihre Wut förmlich spüren, man kann sie verstehen. In gewisser Hinsicht ist es schade, dass sie all das nicht überlebt und sich durch ihre Fähigkeiten nicht schützen kann. Insgesamt ein lohnenswertes Buch, welches ich seit langem wieder einmal in „einem“ durchgelesen habe.



Schiffsfieber – Andrea Barret
Erneut ein Buch mit mehreren Geschichten, dieses Mal aber bewusst. Die Hauptgeschichte – Schiffsfieber – handelt von der Immigration in Kanada von Iren während der großen Hungersnot. Beispiellose Zustände auf den Schiffen und in den Aufnahmelagern, kranke Menschen überall und kaum mögliche Unterstützung durch die wenigen Ärzte und Pflegekräfte und auch die mangelnde Unterstützung durch die Politik. Einzelne handelnde Personen haben tatsächlich gelebt und sind mit in die Erzählung aufgenommen worden. Der unglückliche Hauptdarsteller, Dr. Lauchlin Grant, ist jedoch erfunden. Sein Glück hat ihn in zweifacher Hinsicht verlassen, seine große Liebe, Susannah, durch deren Heirat unerreichbar und dann ist er am Ende doch verstorben, überarbeitet und trotz größter Vorsichtsmaßnahmen dem Fieber durch Typhus und Ruhr, welches die Einwanderer mitbrachten und welches er unermüdlich bekämpft hat, erlegen.

Interessante Geschichten, die einen fesselt.



Der Spion, der aus der Kälte kam – John Le Carré
Ein Roman zur Zeit des kalten Krieges. Insgesamt recht einfach zu lesen. Ich denke aber, ohne den geschichtlichen Hintergrund zu kennen, wirkt der Roman nicht (mehr) so spannend. Ein Roman ohne Happy End für Alex Leamas.


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