Lesen 2014

Meine Bücher, gelesen in 2014:

Auch dieses Jahr gestaltete sich das Lesen schwierig. Drei Bücher in einem halben Jahr, ich glaube, das ist kein guter Schnitt. Auch finde ich viel schneller Bücher, die ich einmal lesen will, als ich sie tatsächlich lesen kann. Daher ist mein Bücherregal voll mit ungelesenen Büchern und meine Wunschliste wird immer länger. Meine Gewissheit aber ist, dass sich das irgendwann einmal ändert.

Als die erste Atombombe fiel – Hermann Vinke
6. August 1945, 8:15 Uhr, erschütternde Berichte von Kindern, die den Abwurf der ersten Atombombe durch die Vereinigten Staaten von Amerika überlebt hatten und auf Bitten von Professor Osada ihre Erlebnisse 6 Jahre später niedergeschrieben haben. Kein Hass, nur die pure Verzweiflung und Sorge um nächste Angehörige und das eigene Überleben. Die niedergeschriebene Erfahrungen sind nur ein Kratzen an der Oberfläche, die Realität zu beschreiben und auch die Darstellung der psychologischen Wunden ist gar nicht möglich. Das Buch stellt nur einen Auszug aus dem Original „Kinder aus Hiroshima“ dar, welches ich nur noch gebraucht kaufen konnte.
Wer denkt, mit der Atombombe eine bessere Welt zu kreieren, liegt falsch. Bezeichnend und nicht minder schockierend ist das Interview mit dem Atombomberpiloten Paul W. Tibbets. Nicht das geringste Bedauern, nicht das geringste Anzeichen von Menschlichkeit. Sein Denken über den Abwurf, die Folgen und das entstandene, noch heute anstehende Leid empfinde ich als abstoßend, gefühllos und menschenverachtend.


VROOM! Turbo-Charged Team Building – Michael Shandler, Michael Egan
Ein Buch über Teambildung und dann noch als Comic, geht das? Ja es geht, muss ich sagen. Wer als MBA oder BWLer sich mit den Methoden der Teambildung vertraut gemacht hat, wird in unterhaltsamer Weise in dem Comic die einzelnen Phasen der Teambildung wiedererkennen. Als Lehrwerk bestimmt nicht geeignet, aber dafür ist es sicher auch nicht gedacht. Die Methode VROOM! habe ich noch nicht ausprobieren können, ich weiß daher auch noch nicht, ob sie funktioniert, aber als unterhaltsames Nachschlagewerk, ein Buch, welches einem das an anderer Stelle erlernte ins Gedächtnis ruft, dafür ist das kleine Buch bestimmt gut geeignet.


Der Schwarze Schwan – Nassim Nicholas Taleb
Ein Bestseller, ehrlich gesagt, ich habe ihn nicht vollständig verstanden. Ich habe lange durchgehalten, habe aber dann das Buch doch abgebrochen zu lesen. Was mir während des Buches auf die Nerven ging, waren die vielen negativen Darstellungen Andersdenkender. Nur Taleb ist richtig und mit ihm die Gleichdenkenden, alle andere sind Irrende. Da ich dies nicht beurteilen kann, kann ich nur feststellen, dass mich der Schreibstil stört. Für mich keine Empfehlung, aber das ist ja bekanntlich wie immer Geschmack.


Der Spion, der aus der Kälte kam – John Le Carré
Ein Roman zur Zeit des kalten Krieges. Insgesamt recht einfach zu lesen. Ich denke aber, ohne den geschichtlichen Hintergrund zu kennen, wirkt der Roman nicht (mehr) so spannend. Ein Roman ohne Happy End für Alex Leamas.


Die Farbe meiner Haut – Manuela Ritz
Das Buch ist nun kein literarisches Highlight, das Thema aber wird nur allzu oft klein geredet: Rassismus in Deutschland. Manuela Ritz erzählt über ihre Erfahrung mit Rassismus im Alltag. Es machte mich schon nachdenklich, denn als Mitglied der weißen Mehrheitsgesellschaft habe ich Rassismus nie erlebt. Was also ist Rassismus? Auch hier scheint es nur sehr unpraktische und wissenschaftliche Definitionen zu geben. Frau Ritz aber hat eine Definition, die eigentlich ganz einfach ist „Rassismus ist, was als Rassismus wahrgenommen wird“ .
Jetzt mag der eine oder andere natürlich sagen, ach alles nicht so schlimm. Aber doch, es ist schlimm und Rassismus gehört sehr ernst genommen. Aus dem Buch nehme ich für mich mit, dass ich mich noch weiter mit dem Thema beschäftigen muss, denn erzogen in einem weißen Land, kann ich gar nicht verstehen, wie sich Menschen mit Rassismuserfahrung fühlen.
Ich nehme weiterhin mit, dass es ein Stufenmodell gibt, wie Menschen der Mehrheitsgesellschaft reagieren, wenn sie auf ‚Diskriminierung‘ angesprochen werden. Oh ja, so habe ich auch reagiert und befinde mich noch mitten drin im Lernprozess. Ein Möglichkeit den Lernprozess zu beschleunigen ist das ‚Blue Eyed‘-Konzept von Jane Elliott. Ehrlich gesagt, ich habe ein bisschen Angst, selbst an einem solchen Seminar teilzunehmen.
Jedwede Diskriminierungsform fußt auf vier übergreifenden, einander bedingenden Dimensionen: 1. Normierungsfestschreibung, 2. Zuschreibungsprozesse, 3. das Einrichten spezifischer Regeln und Gesetze und 4. Verinnerlichung. Angewandt auf Adultismus, Anti-Semitismus, Ageismus, und, und, und, immer wieder das Vorhandensein der 4 Dimensionen.
Wichtig ist daher am eigenen Verhalten zu erkennen, wann man sich rassistisch verhält (in Wort und Tat), Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen und aktiv Rassismus bekämpfen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.


Blade Runner – Philip K. Dick
Ich glaube, ich verstehe den Film besser als das Buch. Endzeitstimmung, einmal natürlich der unvermeintliche Hitler-Vergleich, ein Mercer der Steine wirft oder wirft er sie gar nicht, wahrscheinlich alles Eindrücke der ’60-iger, projeziert in eine ferne Zeit. Interessant war für ich mich die Beziehung Mensch-Android, aber auch die Gedankengänge eines Androiden über das Leben. Die seltsamen Anwandlungen beim Einswerdens, lebende Tiere auf der Dachterrasse und das ständige Gelabere von Buster Freundlich, Menschen die eine Stimmungsmaschine benötigen, versteht irgendjemand den Sinn? Philip Dick wird mit Kafka verglichen, nun, Kafka ist auch nicht mein Fall. Trotzdem aber werde ich noch weitere Romane von Dick lesen.


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