IPv6-Migration (Teil 1)

In den vergangenen Wochen habe ich mich beruflich mit dem Thema IPv6 (Wiki-Link Deutsch und Englisch) und Migrationsstrategien auseinandersetzen dürfen. Zuerst stand daher die Recherche im Internet an, die aufgrund der Vielzahl an vorhandenen Links sicherlich nicht vollständig ist.

Bei der Recherche habe ich eine Studienarbeit von Tobias Brunner aus dem Jahr 2008 gefunden. Da diese mir gut gefallen hat, möchte ich ausgehend hiervon diesen Artikel aufbauen und mit anderen Quellen ergänzen. Hierbei möchte ich mich auf die Migration auf IPv6 konzentrieren und die vorhandenen Methoden hierzu kurz darstellen.

Da die ganze Thematik einen zu langen Blog-Eintrag zur Folge hätte, habe ich mich entschieden, diesen in drei Teile aufzuteilen. Im ersten Teil möchte ich einleitend das Thema Dual-Stack darstellen.

Auf eine Darstellung des grundlegenden Aufbaus von IPv6-Adressen, die verschiedenen Typen und den allgemeinen Protokollaufbau an sich möchte ich hier verzichten. Hierzu gibt es viele gute Quellen, u.a. auch die bereits erwähnte Studienarbeit.

Einleitung

Bei einer Migration von IPv4 nach IPv6 müssen drei grundlegende Verfahren betrachtet werden:

  • Dual-Stack (DS)
  • Tunneling-Verfahren
  • Translation-Verfahren

[4] Die nachfolgend dargestellten Verfahren sind Übergangstechnologien.  Dies ist sowohl zeitlich, als auch im Sinne von Übersetzen zu sehen.

[5] IPv6 ist nicht abwärts-kompatibel zu IPv4. Es werden daher beide Netzwerk-Standards über einen längeren Zeitraum parallel existieren müssen. Keiner der nachfolgenden zur Migration zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ist perfekt. Dies bedeutet auch, dass die Migration vorab in einem Testszenario ausführlich geprüft werden muss. Die technischen Grundlagen für die Migrationskonzepte wurden im RFC 4213 (Basic Transition Mechanisms for IPv6 Hosts und Routers) beschrieben.

[1] Neben den Übergangstechnologien erfordert ein Umstieg auf IPv6 die Anpassung der DNS-Struktur. Es ist wichtig, dass für beide Protokolle IPv4 und IPv6 die entsprechenden Einträge gemacht sind. Welches Protokoll, IPv4 oder IPv6, verwendet wird, wird durch das jeweilige Betriebssystem entschieden. Die entsprechenden Regeln sind im RFC 3484 definiert. Windows z.B. bevorzugt die IPv6-Kommunikation.

Dual-Stack

[5] Dual-Stack wird von vielen Herstellern unterstützt. Hierbei werden zwei IP-Stacks parallel auf einem Gerät betrieben. Die bevorzugte Adresse ist die IPv6-Adresse. Probleme können sich daraus ergeben, dass noch ältere Netzwerk-Hardware in Betrieb ist, die kein IPv6 unterstützen. Eine Lösungsmöglichkeit ist ein Dual-Stack-Application-Level-Gateway (DS-ALG). Dieses Gateway wird als Proxy genutzt und übersetzt in das jeweils andere Protokoll. Nachteilig ist hier, dass dies nur für bestimmte Anwendungen funktioniert und außerdem verlangsamen Proxys i.d.R. den Datenfluss.

Teil 2 beschäftigt sich mit Tunneling-Verfahren.
Teil 3 beschäftigt sich mit Translation-Verfahren.

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Eingeordnet unter Telekommunikation

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