Wendepunkt in der Weltordnung

Prof. Kishore MahbubaniProf. Kishore Mahbubani gehört zu den Top 100 Global Thinkers 2011. In einem Interview mit den VDI-Nachrichten hat er über die aktuelle Schuldenkrise und das jetzt beginnende Jahrhundert Asiens gesprochen.

Bereits 1998 hat Samuel P. Huntington in seinem Bestseller „Kampf der Kulturen“ auf die aufstrebenden wirtschaftlichen Mächte aus Asien hingewiesen. Mittlerweile wird es auch gerade aufgrund der aktuellen Finanzkrise deutlich, dass sich in der Welt ein Wandel vollzogen hat, der allerdings noch nicht in allen Köpfen, besonders den westlichen Köpfen, nachvollzogen und auch akzeptiert worden ist.

So wird auch von Mahbubani angeführt, dass es den Menschen in Europa noch gar nicht bewusst ist, was es bedeutet, diese Krise zu überwinden. China und Indien jedenfalls haben Maßnahmen ergriffen und das schwindende Geschäft in Europa und USA durch eine höhere Binnennachfrage zu kompensieren, um nicht in den Sog der Krise hineingezogen zu werden.

Auf ein Engagement Chinas darf Europa nicht hoffen, zumal dies aus chinesischer Sicht auch nicht der Bevölkerung, die sich noch in der Entwicklung befindet, verständlich gemacht werden kann. Eine Lösung wäre hier, wenn die westliche Welt China bereits heute als Marktwirtschaft anerkennt, doch dies soll erst 2014 erfolgen. (Anm.: Wer hat sich denn das ausgedacht?)

Eine weitere Forderung ist, dass die westlichen Länder auf die traditionelle Besetzung der Spitzenposten bei IWF und Weltbank verzichten und damit den Status Asiens anerkennen. (Anm.: Berechtigt, mittlerweile sogar mehr als berechtigt!)

Den Treiber des östlichen Aufschwungs sieht Mahbubani darin, dass Länder wie China, Malaysia oder Singapur gelernt haben, auf nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu setzen. Dazu wurde das westliche Erfolgsrezept begriffen und umgesetzt (Anm.: Ich hoffe nicht soweit, wie die westliche Welt heute steht.) Hierzu wurden 7 Säulen identifiziert:

  • freie Marktwirtschaft
  • Meritokratie
  • Pragmatismus
  • Frieden
  • Rechtsstaatlichkeit
  • Bildung
  • Wissenschaft und Technologie

(Anm.: Wenn ich dies lese, denke ich, dass dies in der westlichen Welt teilweise vergessen gegangen ist.)

Die Zukunft sieht Mahbubani optimistisch. Der Westen allerdings muss verstehen, dass er aufhören muss, die Welt dominieren zu wollen und lernt, zu teilen. (Anm.: Ein steiniger und harter Weg für westliche Köpfe.)

Quelle: VDI-Nachrichten Nr. 47/11, 25.11.2011

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Alles oder Nichts

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s