UC Quo vadis?

In den letzten Tagen sind mir 2 gute Artikel über die Zukunft von UC in die Hände gefallen. Im ersten Artikel fragt Dr. Jürgen Suppan, Inhaber der ComConsult Akademie, der ComConsult Technologie Information GmbH und der ComConsult Technology Information Ltd, „UC vor dem Aus?“.
In einem zweiten Artikel fragt Detlev Artelt, Geschäftsführer von aixvox GmbH, Herausgeber von „voice compass“, „Wie viel Unified Communications braucht mein Unternehmen?„. Beide Artikel sind angehängt.

Sowohl Detlev Artelt als auch Dr. Suppan stellen in ihren Artikeln heraus, dass der Erfolg und auch Misserfolg einer Lösung an der Akzeptanz der Benutzer hängt. Detlev Artelt beschreibt, dass es vielmals nicht möglich ist, sofort den Nutzen einer UC-Lösung zu erfassen. Dies bedeutet aber im Umkehrschluss auch, dass es den Herstellern und Systemhäusern nicht gelingt, die Vorteile darzustellen.

Wobei dies auch zugegebenermaßen schwierig ist. UC hat etwas mit Erfahrung zu tun. Eine Erfahrung, die in der Regel im privaten Umfeld gemacht wird. Doch gerade die Möglichkeiten privater Kommunikation und die Möglichkeiten beruflicher Kommunikation trennen mittlerweile Welten. So stellen sich aus Herstellersicht u.a. folgende Fragen:

  • Wie vermittele ich den Vorteil, dass meine Erreichbarkeit nun öffentlich ist?
  • Wie stelle ich es dar, dass ein Chat mir zeitliche Vorteile bietet?
  • Wie stelle ich es dar, dass ein UC-Client mir den Eskalationsweg IM -> Sprache -> Video zur Verfügung stellt?

Neben der Erfahrung ist auch die Akzeptanzbereitschaft ein wichtiger Aspekt. Diese ist, besonders in Deutschland, nicht gerade hoch ausgeprägt. UC hat somit in der Einführung einen schweren Stand.

Dr. Suppan geht in seinem Artikel noch weiter.  UC endet nicht an der Firmengrenze, sondern spielt geradezu seine Vorteile in der firmenübergreifenden Kommunikation aus.

Ein weiteres Grundproblem von UC ist die Definition von UC. Hier hat in der Vergangenheit jeder Hersteller sein UC dargestellt, was dazu führt, dass kein einheitliches Verständnis von UC bei Kunden und Herstellern vorherrscht.

Für Dr. Suppan beinhaltet UC drei Elemente:

  • UC-Kommunikations-Funktionen
  • UC-Infrastruktur
  • UC-Benutzer-Erlebnis

Und gerade beim letzten Punkt, das Benutzer-Erlebnis, werden traditionelle UC-Anbieter von neuen, privaten Anbietern überrollt. Dr. Suppan nennt es ein „Dynamik-Problem“. Dieses Dynamikproblem ist schon seit Jahren sichtbar. Das private Umfeld wird durch technische Innovationen geprägt, während im Firmenumfeld der Wandel eher behäbig vonstatten geht. Doch wächst hier der Druck ständig an. Nicht umsonst erhält das Thema „Bring your own device“ zunehmende Aufmerksamkeit.

Fazit

Es muss daher seitens der UC-Hersteller ein Weg gefunden werden, die Dynamik des privaten Umfeldes mit den Geschäftsanforderungen zu kombinieren, um nicht in ein Nischendasein gedrängt zu werden.

Andere Lösungen stehen bereit, um auch im Firmenumfeld eingesetzt werden zu können. Hier ist hauptsächlich die Videointegration zu nennen. Lösungen hierzu gibt es beispielsweise von LifeSize, Fuze-Meeting, Vidyo oder Trillian.

Quellen:
„Wie viel Unified Communcations braucht mein Unternehmen?“, Detlef Artelt, CallCenter SCOUT 01/11
„UC vor dem Aus?“, Dr. Jürgen Suppan, ComConsult Research, Insider UC-Magazin

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Telekommunikation

Eine Antwort zu “UC Quo vadis?

  1. Danke für die Nennung meines Artikels. Diesen finden Sie auch unter http://voice-compass.com/german/main/lesen/fachartikel.html

    Gern stehe ich auch in meiner Rolle als Leiter des Arbeitskreis Unified Communications beim eco Verband für Internetwirtschaft, für weitere Diskussionen zur Verfügung.

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