Vodafone geht in die Luft

Es gibt sie noch, die Meldungen aus der Telekommunikation. Nicht alles ist 2.0, denn irgendwie muss alles noch zum Benutzer. Dann kommt wieder die Telekommunikation ins Spiel.

In den VDI-Nachrichten von dieser Woche habe ich einen Artikel  über die Zukunft des Festnetzes bei Vodafone gefunden. Um es kurz zu sagen, es gibt keine!

Vodafone setzt beim Privatkunden und auch beim Geschäftskunden voll auf Mobilfunk der neuesten Generation, LTE. Netzbetreiber müssen sich derzeit in einem sehr schwierigen Umfeld behaupten. Die Endkunden sind bestens mit Festnetz, Internetzugängen und Mobilfunk ausgestattet. Gleichzeitig erhalten Geschäftskunden die Telefonie fast geschenkt. Noch dazu kommen die Player Google, Amazon, Facebook und Apple als Konkurrenten daher.

Vodafone begründet die Fokussierung mit der weiteren Zunahme von Smartphones. Hier wollen sie mit LTE eine passende Zugangstechnik zur Verfügung stellen.

Lt. Friedrich Joussen (CEO) ist DSL tot und setzt daher auf LTE. So will Vodafone im Herbst dieses Jahres für Privatkunden mit einem TV-Angebot auf den Markt. Das Geschäftskundensegment soll mit Plattformen, M2M-Kommunikation und Cloud-Computing-Angeboten verbreitert werden.

Die völlige Hinwendung auf LTE sehe ich ein wenig kritisch. DSL und dessen Nachfolgetechnologien auf Basis der Glasfasertechnologie bieten eine höhere Bandbreite als LTE. Und der Bandbreitenbedarf wird weiter steigen, auch im Mobilfunkgeschäft, aber gleichzeitig wird der Anspruch an Qualität in der Übertragung sicher nicht fallen, sondern eher auch steigen.

LTE hat aber in jedem Fall einen immensen Kostenvorteil gegenüber den massiven Erdarbeiten zur Verlegung von Glasfaserkabeln. Es wird sich daher zeigen, ob Kunden sich bei steigenden Qualitätsansprüchen zurückhalten und nur auf ihr Geld schauen oder aber ob Kunden sehr genau hinschauen, welche Leistungen sie über LTE und welche Leistungen sie über ein Kabel beziehen können.

Auch nicht zu unterschätzen ist der Widerstand der Bevölkerung beim Aufbau von neuen Mobilfunkmasten für eine ausreichende Mobilfunkabdeckung, um den Bandbreitenhunger der Benutzer zu decken. Hier werden Gegner die Studie der WHO von Anfang Juni 2011 sicher einzusetzen wissen.

Meine Einschätzung ist, dass sich LTE und Nachfolger eher beim Privatkunden durchsetzen wird. Beim Geschäftskunden wird es mittelfristig einen Mix zwischen Festnetz und Mobilfunknetz geben, wobei der Anteil des Mobilfunknetz steigen wird.

(Quelle: VDI-Nachrichten Nr. 25, 24.06.2011, Vodafone schwört dem Festnetz ab)

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