Generation Y und ihre Vorstellungen

Vor 2 Wochen bereits gab es einen Artikel in den VDI-Nachrichten über die „Generation Y hat eigene Vorstellungen„. Die Generation die das Arbeitsleben revolutionieren soll. Die eigene Vorstellungen hat, wie wohl jede Generation. Ist dies alter Wein in neuen Schläuchen?

Die Generation Y soll ein neuer Menschentyp sein. Menschen, denen man erst erklären muss, warum sie etwas tun sollen. Das Altersprinzip gilt nicht mehr, sondern der Austausch auf Augenhöhe wird vorausgesetzt. Führungskräften wird empfohlen sich dieser Veränderung zu stellen. Passiert dies nicht, verlässt die Generation Y enttäuscht das Unternehmen.

Berufseinsteiger der Generation Y sind leistungsbereit und freuen sich über Rückmeldungen. Neben dem Verhalten der „alten“ Vorgesetzten ist dies sicher auch ein Punkt, an dem Firmen ansetzen müssen. Denn noch gibt es in vielen Firmen ein Jahresgespräch, an dem Feedback gegeben wird. In der Hektik des Alltages jedoch eher weniger.

Moderne Technik in Firmen ist ein Muss für die Generation Y. Moderne Ausstattung und offene Netze sind die Erwartungen einer ganzen Generation. Auch hier ist sicher ein Nachholbedarf der Firmen zu sehen. Denn wieviel wird mit dem Rotstift einfach gestrichen, wieviel Investitionen ins nächste Jahr verschoben, alles Dinge, die nicht einfach mal so, nur weil eine neue Generation in die Firmen drängt, geändert werden kann.

Auch wird es interessant zu beobachten, wie Firmen mit der Erwartung umgehen, Social Networks und private Emails zuzulassen. Heute besteht in vielen Firmen zumindest das Verbot den dienstlichen Emailaccount auch für private Zwecke zu benutzen. Hierfür sind sicher nicht nur Veränderungen in den Firmen notwendig, sondern auch beim Datenschutz.

Erschreckend jedoch ist, dass es der Generation Y an höflichem Umgang fehlt, sie wenig über Dresscode wissen und Schwierigkeiten beim Zuhören haben. Laut dem Artikel gibt es extra Kurse für eine ganze Generation.

Für mich klingt dies weiterhin, als ob hier eine Super-Generation hochstilisiert wird. Wenn dies nicht aufhört, werden an diese Super-Generation auch Super-Erwartungen gestellt, die diese nicht erfüllen können. Man sollte sich dieser neuen Generation jedoch durchaus stellen, aber nicht vergessen, dass auch die Generationen davor Veränderungen durchgeführt haben und Erwartungen hatten und noch haben.

Man sollte die Behandlung der Generation Y einfach mal ein wenig relativieren. Denn nicht jeder der Generation Y hat den Computer, das Handy und soziale Netze mit der Muttermilch aufgesogen, vom Verstehen, wie es funktioniert und was es bedeutet, mal ganz zu schweigen.

Vielleicht wird es der neuen Generation Y ja wirklich gelingen, die Arbeitswelt schneller zu verändern als dies vorhergehenden Generationen gelungen ist. Die technischen Möglichkeiten sind da, Innovationen kommen in einem immer schnelleren Takt, warum sollte es daher nicht möglich sein, auch Veränderungen in der Arbeitswelt durchzuführen. Und hierzu sind sicher nicht nur die Generation Y bereit, sondern auch X und davor, Y aber kann (wird) der Katalysator sein, es endlich auch zu tun.

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